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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zuflüsterer bis zufordern (Bd. 32, Sp. 363 bis 365)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuflüsterer, m.: solchen bösen zuflüsterern standen hier die theosophischen und maurerischen liebhabereien des herzogs ... bei E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. D. 1, 180. —
 
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zuflüsterung, f.: fremde zuflüsterungen glitten an ihm (Karl August) ab, und er kam nicht leicht in den fall, etwas unfürstliches zu begehen Göthe gespr. 10, 162 B.; gerüchte, zuflüsterungen, winke umspielten und umlisteten ihn E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. D. 1, 180.
 
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zuflusz, m. , spät mhd. zuovluʒ Lexer 3, 1200, mnd. tovlot Schiller-Lübben 4, 601a.
1) vom zuflieszen des wassers: teichnützung beruhet auf 3 puncten, als nemlich am guten boden, an stetem frischen zuflusz, und andern guten samen fischbüchlein 97; der ab- und zuflusz im meere ebb and flood Ludwig t.-engl. lex. 2613; Holland ist durch zulauf der leute, wie durch den zuflusz seiner ströhme aufgeschwollen Leibniz d. schr. 1, 473; der zuflusz wird durch einen hahn reguliert Muspratt chemie 1, 10.
2) geographisch für nebenflusz: und so er (ein flusz) ettlich zuflüsz in sich emphaht G. Alt buch d. chroniken (1493) 8a; der vermehrte Donaustrand, mit allen seinen ein- und zuflüssen (titel) S. v. Birken (1684); rechte, linke, obere, untere zuflüsse.
3) allgemein schlieszt es die stoffliche mehrung und nährung in sich: ein guter zuflusz von milch in brüsten Ludwig t.-engl. lex. 2613; der zuflusz des nabelvenenblutes Sömmerring v. baue des menschl. körpers 7, 501, von licht F. Th. v. Schubert verm. schr. 3, 82; da die .. abnutzung der maschine ... kein äquivalent seyn kann für den beständigen zuflusz durch die ernährung Schopenhauer 1, 229 Gr. dann weiter für affluentia Frisius 61a, eluvies 469a: n ist es war .., dasz durch groszen zflusz zitlichs gts und glükes der mönsch dik und vil valt von siner andacht Stretlinger

[Bd. 32, Sp. 364]


chron. 132 B.; da musz der staat .. ganz und gar nicht auf einigen ferneren zuflusz dieser waare durch den weg der handlung rechnen J. Möser 2, 28.
4) hieraus ergeben sich gewisse beliebte anwendungen. von menschen, wie zustrom, zuzug: der zuflusz von gästen Hippel ü. d. ehe (1774) 77; die englisch - amerikanischen kolonien brauchten zuflusz von ganz Europa M. I. Schmidt gesch. der Deutschen 3, 109. von regelmäszigen, 'laufenden' einkünften: ich müste mich jämmerlich elend behelfen, wenn ich nicht andere zuflüsse hätte Bürger br. 3, 22 Strodtmann; Maximilian, der ... theils aus den burgundischen provinzen, theils anderwärts her durch subsidien sich zuflusz zu verschaffen wuszte M. I. Schmidt g. der Deutschen 5, 27. von dem was geistig nährt und fördert:

was ist die seligkeit? ein zuflusz aller freuden
A. Silesius cherub. wandersmann 71 ndr.;

zflusz der wolsprechenheit Joh. Adelphus enchiridion (1520) 92b; zuflusz im schreiben, vena ingenii, vena fluit. der zuflusz ist da Aler dict. 2, 2261a; zuflusz von gedanken, ideen; leben ruht auf sich selbst, wird durch sich selbst verbürgt, weisz sich seine zuflüsse zu öffnen Immermann 20, 110 H.
5) zusammensetzungen haben in neuerer zeit naturwissenschaft, technik und geographie geschaffen, z. b.: zufluszgeschwindigkeit, -menge, -querschnitt, zufluszhahn, -regelung, -rinne, -rohr, -vorrichtung, zufluszader, -gebiet, -kanal.
 
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zuflüszchen, n., z. des Tigris Ritter erdk. 10, 97, der Donau Laistner nebelsagen 218.
 
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zuflüssig, adj.: so bedeuts einem gebornen eine güte des glücks, und eine menig und uberflusz seiner güter, die ime zflüssig zstehen werden M. Pegius geburtsstundenbuch (1570) m m 5a. —
 
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zuflüssigkeit, f., nur frühnhd. Melber voc. pred. (1486) a 8b: der an zuflüssigkeit der reichthümer .. alle burgere in Europa ubertroffen hat G. Alt buch der chroniken (1493) 87a; grusz das jungfrawliche hercz meiner muter in czuflussikeit aller guter das buch geistl. gnaden (1503) 5a. —
 
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zuflüssiglich, adv., desgl.: auch der heilige geist erfullet sie szo czuflussiglich mit libe, gutikeit, suszikeit und allen gutern ebda 37b.
 
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zufluthen, v., Campe: eine ab- und zufluthende population Ritter erdk. 6, 1087; dein ganzes leben flutet mir zu Storm br. an s. braut 19.
 
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zufolge, adv. und präp., nicht, wie oben sp. 223, 4 e angenommen, aus einer finalen syntaktischen gruppe zusammengezogen, sondern ausdrücken wie zuliebe, zugunsten nachgebildet, und zwar in der kanzleisprache. seit dem 17. jh. im allgemeinen gebrauch, bei Kramer 2, 1478a gebucht. in der regel folgt es einem subst. im dat., s. auch th. 3, 1874, 7, doch wird dieses schon früh auch nachgestellt und tritt dann regelmäszig in den gen., und zufolge ist dann präp. Adelung 2, 238: zu volge meines brieffs Moscherosch ges. (1650) 1, 107; zufolg nun gethanen vortrags Harsdörfer gesprächsp. 2, 81; zufolge des hofrechts Eichhorn d. staats- und rechtsgesch.3 2, 113; zufolgedessen Kramer; Grillparzer 17, 164 Sauer. heute kaum noch üblich, höchstens mit formal undeutlichem fem.: zufolge der tiefen vernunft und klugheit G. Keller 1, 39. deutlicher dativ hinter der präp. zufolge ist ganz selten: zufolge dem freiheitsbegriffe Kant 5, 192 ac. die bedeutung ergibt sich meist aus folge 6. es bezeichnet so eine logische folgerung aus einer meinung oder vorschrift: er urtheilte, den grundsätzen Platons zufolge, dasz die unwissenheit des Dionysius ... die hauptquelle seiner verdorbenen neigungen sey Wieland Agathon (1766) 2, 102; deme mir auffgetragenem befehle zu folge J. Rist das friedewünschende Teutschl. (1648) 49; dieser akte zufolge darf kein Engländer ... arretirt werden, ohne dasz man ... die ursache seines verhafts anzeigt Archenholz England u. Italien I 1, 11. weiter eine berufung auf eine erfahrung oder quelle: zufolge einer barometermessung von sir John F. W. Herschel A. v. Humboldt kosmos 1, 41;

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unser Friedrich von Logau ward, zu folge seiner grabschrift ... im monat Junius im jahre 1604 geboren Lessing 7, 128 M.; einer sage zufolge Göthe 49, 47 W. diese bedeutung verflacht zu 'gemäsz', und so wird auch die anwendung auf thatsächliche wirkungen möglich: umgaffen heiszet: wenn der leitende hund, seiner angeborenen neugierigkeit zufolg, nach allem sich umsehen will Heppe aufricht. lehrprinz (1751) 42; ich darf meiner schrift, zufolge ihrer merkwürdigen katastrophe, mit recht einen plaz unter den moralischen büchern versprechen Schiller 2, 12 G. ähnlich in den als conjunctionen verwendeten zusammenziehungen dem, diesem zufolge, zufolge dessen u. ä. selten entspricht es folge 4, wie folgend: nachdem alle unsere könige, dem fürbilde des dapfern Caractacus zu folge, sich gerüstet A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 800. weitere bel. bei folge 7.
 
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zufolgen, v.: meinem herren die fürstlichen fräulein als i. f. g. kinder zufolgen zu lassen v. Schweinichen 161 Österley. einem befehl folgen: H. Wurstisen Pauli Ämilii historien (1572) 1, 301. nicht mehr üblich.
 
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zufordern, v.: so were uns ie nit liep, das der oder ein ander unser amptman an uch oder den, die uch zgehörent, ichts zforderte, das nit glich oder billich were urkundenbuch der stadt Rottweil 2, 467 (1445). veraltet.

 

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