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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zuertheilung bis zufahrtsdamm (Bd. 32, Sp. 340 bis 341)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuertheilung, f.: die zuertheilung des preises bgb. § 661.
 
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zuerwachsen, v.: bistu ein christ, und weissest nicht, was den lästerern endlich für ein tranckgelt und lohn zuerwachset? Moscherosch gesichte (1650) 2, 175.
 
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zuerwerben, v. Kramer 2, 1326c; das von den pergamenischen königen zu ihrem reiche zuerworbene und wiedereroberte gebiet Ritter erdk. 18, 611.
 
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zuessen, v., als gegenstück zu zutrinken: het Cicero ... unser ... füllerey mit ztrüngken und zessen gesehen Schwarzenberg d. teutsche Cicero (1535) 29b;

wann der brauch, wie zuzutrincken, also wäre zuzuessen
Logau 345 Eitner.


 
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zufächeln, v.: luft, kühlung zufächeln; dränget die menschen nicht in enge kerker: so dörft ihr ihnen keine frische luft zufächeln Herder 13, 321 S.
 
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zufachen, v.:

sie glühten für einander, und ich fachte
selbst odem ihren leidenschaften zu
Göthe 9, 302 W. (ähnlich
Schiller 12, 497 G.).


 
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zufahren, v.
1) räumlich, in einer richtung sich bewegen: der statt zfaren Frisius 259b, dem land 1121a; seinen grubencompasz, welcher im alle stunde und augenblick weiset, wo er recht zufaren solle Mathesius Sarepta (1571) 40b (ähnlich Chr. Reuter Schelmuffsky 48 ndr.). so nur von einer fahrt im wagen heute: (damit) keiner zu schaden komm, und dester unwilliger sey hernachmals widerumb zuzufahren mit profandt L. Fronsperger kriegsb. 1 (1578) 68b; als wir gegen die Moselbrücke zufuhren Göthe 33, 176 W.; vier chausseen ... stieben den ganzen tag von zu- und abfahrenden, von lust- und spazierfahrenden IV 25, 6 W. sprichwörtlich dem himmel, der hölle, dem teufel zufahren.
2) als verstärkung 'anfahren' mit einem fuhrwerk, schnell fahren, s. o.: fahr zu, so schnell du kannst und wenn auch die pferde drüber zugrunde gehn Grimm d. sagen (1891) 1, 95. auch sonst von eiliger bewegung: John sah die wilde flucht gerade auf das brunnenloch zufahren Storm (1899) 5, 175.
3) allgemeiner von einer heftigen, eifrigen bewegung um eine person oder sache zu fassen, etwas mit ihr vorzunehmen, wie zugreifen: der gurglen zfaren und

[Bd. 32, Sp. 341]


schen zeerwürgen Frisius 1000b; man meynt, daz die (spinne) so spinne, sey das weiblin, die aber so zufüre, sey das männlin H. v. Eppendorff Plinius (1543) 194; Wilhelm fuhr wie ein blitz auf den mann zu Göthe 21, 160 W.; speisen auf einem tische .., auf den die hungernden 'wie die wölfe' zufuhren Gutzkow zauberer von Rom 7, 158.
4) vielfach vom rasch zugreifenden handeln: füre ich aber zu und sprünge zwischen feynd und herrn eyn und setzt meynen leyb fur meynen herrn und ersteche den feynd, were das nicht eyne erbare redliche that? Luther 18, 378 W.; wenn man sogleich zuführe und eine solche sache ohne bedenken ins werck setzete Zinzendorf kl. schr. (1770) 494; der (vorsichtige schriftsteller) kann nicht so schnell zufahren, weil er beständig zweifel findet Nicolai reise durch Deutschland 3, xvii. gern vom zugreifen der obrigkeit: mit der schweren hand zufahren Kramer 1, 615c; das die Denen und Lübeker sind zugefaren als richter und uberherrn des königes und haben solch unrecht gestrafft und gerochen Luther 19, 641 W. vom übereilten: aber unser rottengeister faren zu, alles das sie yn Mose lesen, sprechen sie: da redt got 16, 383 W.; wenn irgend ein fremder mann ... tölpisch mit der nase zufährt E. Th. A. Hoffmann 11, 68 Gr. das war in der älteren sprache formelhaft wie 'beginnen': do fur der rat zu und gab melb hin chron. d. städte 2, 306; als er (Adam) sihet, wie er genarret hat, fert er zu, wil sich beschönen Luther 24, 95 W.
5) in früherer zeit wurde es auch unpersönlich gebraucht wie zustoszen, zugehen: jhe wie haben sich dy hochgelerten herrn gestoszen, quod patri Jacob czufert, nimpt zwu schwestern uff einmal Luther 14, 402 W.; unde fragete unde lernete ..., wie ess in syme lande zufur Gerstenberg chron. 42 Diemar.
6) zufahren 'sich schnell schlieszen': die eherne pforte fuhr mit einem dumpfen schall vor ihm zu Klinger w. 3 (1815), 265.
7) transit. von lebensmitteln und anderm bedarf, s. DWB zufuhr: wagen, auf denen der mönche dienstleute korn und wein zufuhren Grimm d. sagen (1891) 2, 38. danach vereinzelt intrans.: er muszte nun eine burg, ..., belagern, länger als sieben jahre, weil ihnen wein und wasser unter der erde zufuhr 2, 81.
8) die nominalformen werden im sinne von 4 gebraucht: gleich entfernt von weit ausholen als von übereilung und zufahren O. Ludwig 2, 592; das schnelle zufahren in der bewegung, und das öftere stocken M. Mendelssohn ges. schr. 3, 434; der fürst, derb und zufahrend, wie er war Immermann 1, 170 Hempel; wenn ich ihm (Ottokar) etwas zufahrendes und ... wachstubenmäsziges gegeben hatte Grillparzer 19, 117 Sauer.
 
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zufahrer, m., 'jene bergwerksbesitzer, welche ihre erze bei einer fremden schmelzhütte .. verschmelzen' Scheuchenstuel 269. auf ziegeleien, die den lehm auf karren heranfahren Schrader d.-frz. wb. 2, 1688. —
 
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zufahrig, adj.: Diefenbach nov. gl. 218b. —
 
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zufahrigkeit, f. Gervinus gesch. d. d. dicht. 5, 329.
 
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zufahrt, f. , mhd. zuovart mhd. wb. 3, 255b; Lexer 3, 1198.
1) der vorgang: die strömung erschwert die zufahrt (zum hafen) Ritter erdkunde 1, 163.
2) in der regel wird es räumlich gefaszt: da hab ich dienstbarkeit ains wegs fsz pfadts, oder zfart über den gemelten acker der stat Worms reformation (1513) 21a; von dieser zweigt ... die zufahrt zur mühle ab Kürnberger novellen (1861) 61; (die insel) hat gar ain lustigen port oder zfart Schaidenreiszer Odyssea 16b; liegt der hafen ohne längere zufahrt an der küste v. Alten handb. f. heer u. flotte 4, 551a.
3) zusammensetzungen zufahrtsdamm, -rampe, -strasze,-weg u. ähnl.

 

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