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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zueinung bis zuerlernen (Bd. 32, Sp. 337 bis 339)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zueinung, f.: sulche unser beredunge, vereinunge und zueinunge globen wir ... unwiderruflich zue halden lehnsurk. Schlesiens 2, 336 (von 1450). —
 
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zueisen, v., zufrieren Campe.
 
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zueitern, v., Campe.zuengen, v.: nähern sich die beiden gebirgsketten so sehr, dasz das thal sich bis auf 600 fusz zuengt Ritter erdk. 1, 760; alles weitläuftig vorgetragen, um die gottesfurcht zu einem sumpf zu machen, der das herz zuengt statt es zu erweitern W. Harnisch Raskorbi (1817) 1, 53.
 
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zuentbieten, v., mnd. toentbêden Schiller-Lübben 4, 560b, im 16. jh. als wort des amtlichen schriftverkehrs Luther briefe 1, 599, im 17. u. 18. jh. allgemein bekannt Stieler 180; Kramer 2, 1483c, aber schon bei Adelung 'nur noch in kanzeleyen' üblich: als ihm (Otto dem groszen) der könig in Franckreich trewlich zuentbot, er wolte so mit einem starcken zeug in Teutschland kommen, ..., entbote ihm der keyser wider Zinkgref apophtegmata

[Bd. 32, Sp. 338]


(1628) 20; J. D. Heilmann gesch. d. pelop. krieges (1760) 901; der unnützen worte könnte ich mich nicht erinnern, die ich i. f. g. hätte zuentbieten sollen lassen v. Schweinichen 372 Ö.; einen grusz zuentbieten Stieler. auch wie zueignen 'widmen' Paracelsus opera (1616) 2, 637. kanzleiformel mit unterthenigem zuentbieten D. Spalatinus bei Luther schr. 1, 108b (Jena 1564); mit dem z. Binhardus thür. chron. (1613) 67, neben gebührendem zuentbiethen acta publ. 2, 45 Palm.
 
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zuentbietung, f., noch früher veraltet als das verb: die zuentbietung .. ihrer gnade und versicherung ihrer liebe Ziegler Banise (1689) 92; nach zuentbietung des gebürlichen grusz v. Schweinichen 160 Ö.
 
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zuentgegen, adv., s. sp. 227, 3 a, nur bis in den anfang des 17. jh. prädicativ: das ich in dem wahn oder verdacht, als wolt ich ewer h. zuentgegen sein, nicht gern stehen wolt herz. Friedrich zu Sachsen in Luthers schr. 1 (1564), 140a Jena; denn es ist ... aller vernunft gantz und gar zuentgegen Nigrinus v. zäuberern (1592) 176; der bündtnusz zu entgegen Spreng Ilias (1610) 38b. vereinzelt vor dem subst. wie eine präp.: dasz K. M. ... nichts wurde zu entgegen dem gottlichen wort schlieszen oder richten Luther briefe 4, 84.
 
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zuerben, v.: nicht sie (die gewohnheit) machte ihnen das alte heilig, sondern .. mehr die ehrfurcht für die, die ihnen solches zugeerbet Herder 6, 60 S.
 
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zuerkennen, v. , als wort der rechtsprache ebenso alt wie erkennen th. 3, 868, 5, ggth. aberkennen.
1) durch richterliches urtheil einem ein recht, eine pflicht oder eine strafe zusprechen: weil aber die ordnung den gewercken zuerkent, das sie ... on gfar ertz hawen Mathesius Sarepta 21a; dem beweisführenden wird der gegenstand der klage zuerkannt, dem beweisfälligen ... aberkannt J. Grimm rechtsalterth. 24, 500; mit dem denen medicis zuerkandten jurament Chr. Thomasius ged. u. erinn. (1720) 1, 29; zuerkennen also will mir der mann den tod. wohl! was soll ich mir nun dagegen zuerkennen, ihr Athener? doch gewisz, was ich verdiene Schleiermacher Platon 2, 220; einem das gefängnüsz zuerkennen Stieler 953; einem prügel, die tortur, den scheiterhaufen, das schwert, die kugel zuerkennen. der begriff der strafe liegt darin manchmal ohne nähere andeutung:

wir wollen hier nach deinem willen dulden
was du uns zuerkennst für unsere schulden
Logau 691 Eitner.


2) in weiterm sinne, ohne den begriff des urtheils 'gewähren, zugestehn': sy habend im das regiment in Hispania übergäben und zuerkennt Frisius 657a; besoldungen, amtliche grade, auszeichnungen werden zuerkannt; die inquisition musz abgeschafft, die freiheit des gewissens und der presse unwiderruflich zuerkannt werden G. Forster 3, 111.
3) mehr erhält sich der begriff des urtheilens und richtens in wendungen wie den preis, den lorbeer, die palme, den sieg, die ehre, den vorrang, den vortritt zuerkennen. dabei geht das zuerkennen in 'anerkennen' über, nicht blosz von vorzügen, sondern einfach von eigenschaften, wie zueignen, zuschreiben, zusprechen: es wird einer person ein talent, ein verdienst, einer sache ein werth zuerkannt; sintemal der schertz oder schimpff ... bey den Griechen von der jugend den namen παιδεία hat empfangen, so er fürnemlich den minderjährigen dienstlicher ... dann dem ernsthafften alter ist zuerkendt worden Fischart Eulenspiegel 12 Hauffen; bei all dem leichtsinn, welchen du mir so freigebig zuzuerkennen beliebst Moltke schr. u. denkw. 1, 45.
4) gelegentlich mit persönlichem obj.
a) bestimmen für, s. DWB zueignen 2 a: cohaerarius ein scheffen oder zgesatzten, der der ordenlichen oberkeit zerkannt wirt iren etwas helffen auszerichten Frisius 244b, für sich gewinnen, s. DWB zueignen 3 d: obgleich einige seiner vorgänger ... sich durch ihre freigebigkeit gegen dieselben (die gelehrten am hof) ebensoviele

[Bd. 32, Sp. 339]


lobreder zuerkannten Wieland bibl. ält. schriftw. aus d. Schweiz II 3, 38.
b) von liebenden, s. DWB zueignen 4 d:

dein könnt ich doch nicht seyn,
weil das verhängnis mich Lysandern zuerkennet
A. Gryphius trauerspiele 305 Palm;

nur seelen fassen es, die die natur
einander ewig zuerkannt
Wieland 1, 364 acad.


 
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zuerkenntnis, f., n.: zuerkänntniss der tortur Chr. Thomasius ernsth. ged. u. erinn. (1720) 2, 93; für ein göttliches zuerkäntnüsz der bojischen herrschafft Lohenstein Arminius 1, 1137b.
 
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zuerkennung, f.: zuerkennung der preise allg. d. bibl. 87, 664, des eisernen kreuzes C. Euler einl. zu Fr. L. Jahn 1, xiv, destriumphs Mommsen röm. staatsrecht 1, 378, des radicalen h Schmeller mundarten Bayerns 17.
 
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zuerlernen, v.: sie müssen ... noch ein handwerk zuerlernen Fr. L. Jahn 1, 258.

 

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