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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zueilen bis zuerben (Bd. 32, Sp. 337 bis 338)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zueilen, v. , spätmhd. Diefenbach 7a; nov. gl. 5b. im 16. jh. mehrfach mit haben, zuletzt noch: er hätte auch sofort der Pomponia ... palaste zugeeilet A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 204. es bezeichnet zunächst in lockerer zusammenfügung die bewegung auf ein ziel zu, s. o. sp. 146 f, in engerer verbindung erscheint es
1) allgemein, wenn an dem ziel etwas vorgehen soll oder wird: alsbald wirdt allenthalben den fahnen und panieren zugeeylt Fronsperger kriegsb. 1, 72b;

der faden eilet von dem rocken
des webers raschem stuhle zu
Göthe 2, 147 W.;

die betrachtung des lebens, der wir zueilen wollen Lotze mikrokosmus 1, 49; pferde eilen dem stalle zu, gewässer dem meere, der küste zu; man eilt dem ende, dem untergange zu.
2) mehr in der älteren sprache, für 'zu hilfe eilen': wurden sie aus forcht des zueylenden Caroli leychtlich erschreckt Stumpf Schwytzerchr. (1606) 69a; wer ein glied einer gemeinschafft wäre, müste die eigenschaft des geblütes haben, welches jeder wunde zueilete umb selbte nicht krafftlosz zu lassen Lohenstein Arminius 2, 712b; dort eilten ihnen noch alle zerstreuten glieder ihrer rotte zu Ritter erdk. 1, 610.
 
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zuein, adv., zusammen: zein kommen Arigo dec. 9 K. dazu: assimilatio zeinligung voc. pred. (1486) c 2a. —
 
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zueinander, adv., in der rechtschreibung, aber nicht von den wbb. als worteinheit gefaszt. diese liegt vor, wo dadurch ein verhältnis bezeichnet wird: unsere herzen .. stimmen zueinander Fontane I 1, 486; verhältnis der drei personen zueinander I 6, 17. noch enger ist die worteinheit in zusammensetzungen wie zueinandergehörig O. Jahn Mozart 1 1, 295 anm.; R. Wagner ges. schr. und dicht. 3, 249, zueinanderrückung Herder 7, 10 S.; zueinanderfügen Stieler 307; zueinanderzwingen (astringo) Calepinus septem ling.3 (1731) 1, 98a. wie 'nebeneinander' oder 'einander gegenüber': die metapher .. ist ... eine stete zerstreuung, da sie bilder erweckt und zueinanderstellt, welche nicht unmittelbar zur sache gehören Hegel 10, 1, 523. —
 
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zueins, adv., zeitlich:

die eigne schwester
gewann'st du zueins mit dem schwert
R. Wagner 6, 21.


 
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zueinung, f.: sulche unser beredunge, vereinunge und zueinunge globen wir ... unwiderruflich zue halden lehnsurk. Schlesiens 2, 336 (von 1450). —
 
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zueisen, v., zufrieren Campe.
 
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zueitern, v., Campe.zuengen, v.: nähern sich die beiden gebirgsketten so sehr, dasz das thal sich bis auf 600 fusz zuengt Ritter erdk. 1, 760; alles weitläuftig vorgetragen, um die gottesfurcht zu einem sumpf zu machen, der das herz zuengt statt es zu erweitern W. Harnisch Raskorbi (1817) 1, 53.
 
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zuentbieten, v., mnd. toentbêden Schiller-Lübben 4, 560b, im 16. jh. als wort des amtlichen schriftverkehrs Luther briefe 1, 599, im 17. u. 18. jh. allgemein bekannt Stieler 180; Kramer 2, 1483c, aber schon bei Adelung 'nur noch in kanzeleyen' üblich: als ihm (Otto dem groszen) der könig in Franckreich trewlich zuentbot, er wolte so mit einem starcken zeug in Teutschland kommen, ..., entbote ihm der keyser wider Zinkgref apophtegmata

[Bd. 32, Sp. 338]


(1628) 20; J. D. Heilmann gesch. d. pelop. krieges (1760) 901; der unnützen worte könnte ich mich nicht erinnern, die ich i. f. g. hätte zuentbieten sollen lassen v. Schweinichen 372 Ö.; einen grusz zuentbieten Stieler. auch wie zueignen 'widmen' Paracelsus opera (1616) 2, 637. kanzleiformel mit unterthenigem zuentbieten D. Spalatinus bei Luther schr. 1, 108b (Jena 1564); mit dem z. Binhardus thür. chron. (1613) 67, neben gebührendem zuentbiethen acta publ. 2, 45 Palm.
 
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zuentbietung, f., noch früher veraltet als das verb: die zuentbietung .. ihrer gnade und versicherung ihrer liebe Ziegler Banise (1689) 92; nach zuentbietung des gebürlichen grusz v. Schweinichen 160 Ö.
 
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zuentgegen, adv., s. sp. 227, 3 a, nur bis in den anfang des 17. jh. prädicativ: das ich in dem wahn oder verdacht, als wolt ich ewer h. zuentgegen sein, nicht gern stehen wolt herz. Friedrich zu Sachsen in Luthers schr. 1 (1564), 140a Jena; denn es ist ... aller vernunft gantz und gar zuentgegen Nigrinus v. zäuberern (1592) 176; der bündtnusz zu entgegen Spreng Ilias (1610) 38b. vereinzelt vor dem subst. wie eine präp.: dasz K. M. ... nichts wurde zu entgegen dem gottlichen wort schlieszen oder richten Luther briefe 4, 84.
 
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zuerben, v.: nicht sie (die gewohnheit) machte ihnen das alte heilig, sondern .. mehr die ehrfurcht für die, die ihnen solches zugeerbet Herder 6, 60 S.

 

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