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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zudienlich bis zudrang (Bd. 32, Sp. 324)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zudienlich, adj.: ein branntweinkessel mit zudienlichem loch J. Gotthelf 4, 256. —
 
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zudienstlich, adj.: darob wölle er erkennen, was ihn desz königreichs nutz zudienstlich sein beduncket J. Schlusser beschr. d. protestierenden kriegs (1573) 125; besoldungen und was dem krieg zdienstlich ist L. Wurstisen Pauli Ämilii historien 1, 305. —
 
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zudienststehung, f., im rechtsleben für servitus E. Weigel moral-weiszheit (1674) 140. —
 
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zudienung, f.: also das er (der mann) ... von wegen ... angenemer zudienung (dieweil er kein füglicher und ihm gefelliger hülffgesellin zu seinem eh- und hauszgescheft under allen creaturen dienlich befindet) sich zu dessen (des eheweibes) beiwonung ... einlasset und gesellet Fischart geschichtklitt. 96 ndr.; durch zudienung der englen Thurneisser onomasticon (1583) 2, 113.
 
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zudingen, v.: dann werden im zwen knecht zgedingt A. v. Pforr buch d. beisp. 19 lit. ver.
 
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zudinsen, v., intumere Diefenbach 306b.
 
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zudlich, adj., nachlässig Steinbach 1124, vgl. DWB zudel.
 
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zudonnern, v.:

ha! zudonnern sollen dir ungewitter die antwort
Klopstock 1, 98 Hempel (Messias 2, 706).

danach oft mit obj. wie worte, mahnung, antwort, oder vor directer rede. ohne obj.: wann das unglükke so gewaltsam auf uns zudonnert Qu. Kuhlmann lehrhoff (1672) 178. sich donnernd schlieszen:

die äuszer pforte thut sich auf. weh uns,
sie donnert zu
Grillparzer 7, 103 Sauer.


 
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zudorren, v.: das zubachen und zudorren der augen Bartisch augendienst (1583) 105b.
 
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zudorf, n.: den groszen flecken mit seinen zudörfern L. Steub aus Tirol 60.
 
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zudrang, m. , anschlieszend an sich zudrängen, von Göthe eingeführt, nicht bei Adelung.
1) als äuszerer vorgang, der als mächtig oder lästig empfunden wird, bes. von ansammlungen von menschen: zu der Engelsbrücke, wo ich einen groszen zudrang von menschen sah Göthe 43, 141 W.; die in Britannien durch Römerherrschaft gewirkte cultur ... verlor sich ..., vernichtet durch den zudrang wilder inselnachbarn und seeräuberischer schaaren II 3, 149 W.; das einheimische volk der Ostsee ... gewann in diesem zudrange der nationen eine eigne gestalt Herder 23, 465 S. nur gelegentlich von natürlichen vorgängen: die reine claude .. ist so recht ein baum, an dessen früchten wir den mannichfaltigen zudrang von säften gewahr werden Göthe II 6, 200 W.; das wasser steigt beim aufgehen der oberplatte, je gröszer der zudrang der luft ist G. Töpfer orgelbauk. (1855) 596. sehr häufig von dingen, die des menschen kraft u. zeit in anspruch nehmen: der fürst primas ... hatte ... einen furchtbaren zudrang von literarischen

[Bd. 32, Sp. 325]


zusendungen Göthe IV 42, 125 W.; bei dem zudrang so vieler unendlichen gegenstände II 4, 287 W.; mich selbst vor dem tausendfachen zudrange der welt und deren anmuthung zu retten gespräche 8, 354.
2) der zudrang gilt der theilnahme an öffentlichen vorgängen, an schauspielen, festen, leichenbegängnissen u. ä.: die geistlichkeit war genöthigt, den körper in eine capelle zu stellen, ... der zudrang war unglaublich Göthe 23, 281 W.; die zugänge zu dem platz ... waren vor jedem zudrang gesichert Ranke 40/41, 312; seit jahren fand ein solcher zudrang zu einer vorstellung nicht mehr statt Hebbel br. 4, 144. weiter zu dem ort einer thätigkeit und zu der thätigkeit selbst, bes. von bildungsanstalten: zudrang zu hochschulen Fr. L. Jahn 2, 818, zur zeichenschule Göthe III 6, 132 W., zu den gewerben Bismarck polit. reden 1, 132, zu den .. beamtenstellen Mommsen röm. gesch. 14, 659, der studenten Schopenhauer 4, 172 Grisebach, der käufer Göthe IV 25, 36 W., von baulustigen IV 33, 11 W. auch zu einem mit einem besonderen zweck verbundenen aufenthalt: die quartiere sind rar, alles durch den zudrang so vieler menschen und durch die zeitumstände übermäszig theuer IV 12, 40 W.; der zudrang vom lande nach der stadt G. Freytag 17, 421.

 

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