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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zuckerstrübe bis zuckersüszredner (Bd. 32, Sp. 312 bis 313)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuckerstrübe, f., gebäck Z. Lundius d. ged. (1636) 126. —
 
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zuckerstrudel, m., desgl. Krünitz öcon. encycl. 176, 125. —
 
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zuckerstück, n.
 
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zuckerstücklein, n., übertragen: unter allen zuckerstücklein ... ist kein süssers ... als der süsse namen Jesus Abrah. a St. Clara etw. f. alle 2, 790. —
 
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zuckerstunde, f. J. Chr. Männling poet. blumengarten (1717) 454. —
 
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zuckersuppe, f. Stieler 1687.
 
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zuckersüsz, adj. Stieler 2242; mhd. zuckersüeze mhd. wb. 2, 1, 210b. für höchste natürliche süsze, besonders von früchten und wein: der arabische flusz Chilo, welcher an einem gestad zuckersüszes, und an dem andern gallenbitteres wasser führt Fr. A. v. Brandis tirol. adlers ehrenkräntzel 282;

roh bonen sind ein streng gemüsz,
noch macht sie hunger zuckersüsz
Kirchhof wendunm. 1, 242 lit. ver.

vielfach und verschieden wird es auf angenehme und schöne dinge angewandt. es liegt nahe, von einem zuckersüszen mund und zuckersüszen küssen zu sprechen, doch den dichtern um 1700 bezeichnet es geradezu das unsinnlich-geistige der liebe:

nicht anders macht es auch die zuckersüsze liebe
mit denen, so sie sieht in ihrem tempel stehn
J. G. Neukirch anfangsgründe d. t. poesie (1724) 774;

mein tod, o leben, wird allein
bei dir mir zuckersüsze sein
P. Fleming d. ged. 1, 387 Lappenberg.

so braucht es auch die geistliche dichtung:

nahme zukker-süsze (Jesus)
A. Silesius heit. seelenlust 53 ndr.;

hörst du, wie er dich ergötzet,
mit dem zuckersüszen mund?
P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 326a.

so schon der blühende stil des mittelalters:

du zuckersüezziu lylye,
Maria, sünderkempf!
Joh. v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 19 519.

das zuckersüsze ist das scheinbar angenehme gegenüber dem dahinter steckenden gallenbitteren: lasz dir den teuffel nicht zucker auffstreuen, ob dir das reich dieser welt gleich zuckersüsze gemacht wird, so ist doch nur galle darinnen Jac. Böhme schr. (1620) 3, 385.
als wort der zärtlichkeit bekommt es etwas weichliches, süszliches:

da Adam zu der Eva kam
und sie als seine zuckersüsze
vergnügung in die armen nahm
Chr. Weise d. grünend. jugend überfl. ged. 63 ndr.

besonders fühlbar ist das in der anrede: zuckersüszes herzchen W. Raabe schüdderump 3, 216 u. ä. so wird

[Bd. 32, Sp. 313]


es zu einem wort der ironie, der geringschätzung u. des tadels: ein zuckersüszes brüdergen! in der that! — Franz heiszt die canaille? Schiller 2, 38 G.; eben dergestalt (haben sie die lehre von der busze gefälscht) dasz die schärpffe und ernst der canonen, so der zeit grunet, und in frischer ubung gewesen, diser federsanfften, schmaltzlinden, zuggersüssen und hüpschgleissenden sect nit wol taugen wöllen Conr. Vetter der Lutherischen schräckengast (1599) 20; ein kleines modeliedchen nach art unsrer heutigen zuckersüszen sänger Gottsched d. neueste aus d. anmuth. gelehrsamk. 5, 816; sein hirnkasten voll zuckersüszer ideale U. Bräker 2, 256; ein zuckersüszes lächeln.
diesen bedeutungswandel zeigen bes. ausdrücke, die sich auf die rede beziehen: gar wundertröstliche und zuckersüsze wort H. Roth cat.-pred. (1573) 1, 136a; mit zuckersüszen worten E. Th. A. Hofmann 11, 7 Grisebach; ein schönböser bedeutend einen heuchler, der ... zuckersüsze wort aus einem vergalleten hertzen redet Schottel t. haubtspr. (1663) 79; heute grob, morgen höflich und zuckersüsz Knigge umgang (1796) 1, 58; zuckersüsze schmeicheleien Lessing 1, 189 M.
 
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zuckersüsz, n.:

wenn Morpheus schlaffkraut streuet
und durch sein zuckersüsz die matte welt erfreuet
G. Treuer Dädalus 1, 361.


 
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zuckersüsze, f. Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustwald (1657) 308; Campe.
 
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zuckersüszigkeit, f.: die liebe kleine frau (hatte) bei aller zuckersüszigkeit ihr eignes köpfchen G. Forster s. schr. 7, 292. —
 
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zuckersüszredner, m. Kirchhof wendunmuth 1, 54 lit. ver.

 

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