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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zuckermüslein bis zuckerpapier (Bd. 32, Sp. 308 bis 309)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuckermüslein Fischart podagr. trostbüchl. 72 Hauffen, s. auch DWB zucker III 3 b.
 
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zuckern, v., speisen, getränke mit zucker süszen oder einmachen Stieler 2243, Kramer 2, 1483b, auch ohne obj.: giesset einen löffel voll dicken rahm daran, zuckert und füllet es in die (kalbs)brust Amaranthes 983; gleich wie ... das zuckerwasser nicht mehr wessert, sondern es zuckert und gibt und wirkt die kraft, so der zucker hat Luther 33, 188 W. übertragen:

sie (die poeten) zuckern alle worte
Logau 531 Eitner;

und er selbst wil .. unser .. creutz und leiden credentzen und zuckern Artomedes christl. auslegung (1669) 2, 170; er (der schmeichler) versüsset das gift und zuckert die untugend Harsdörfer gesprechsp. 6, 252. gezuckert ist 'zum genusz mit z. gesüszt': gezuckertes wasser Er. Francisci luftkreis (1680) 214; gezuckerte brü von judenkirsen Sebiz feldbau 378. gezuckerter wein bezeichnet heute einen durch zucker 'verbesserten' wein. gezuckert 'verdorben' von rosinen und feigen, nach dem engl. Ludwig t.-engl. lex. 2610.
 
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zuckern, adj., nicht vor dem 17. jh.: zuckerne melonen J. Scheffler sinnl. beschreib. (1677) 69; ein zuckernes bild Frisch 2, 484a. meist uneigentlich: jene hätte ja meist ihre anfechtung nur von anmuthigem reitze und zuckernen worten Lohenstein Arminius 1, 430a; zuckerne liebesknaben 1, 1363b;

(das kind) stamlet sacht, an der brust rumbbaumelend mir henget,
und mit seim zuckern kusz viel liebkosen vermenget
Tob. Hübener ander woche (1619): trennung v. 698 (im frz. original d'un baiser tout sucrin).

auch tadelnd: durchaus nichts weichlich, hundselndes ... zuckernes .. winziges wesen Lichtenberg verm. schr. (1800 f.) 3, 594; zuckerner unverstand Kürnberger ges. w. 4, 85; in Bayern 'kostbar' Schmeller 22, 1084. kaum noch üblich.
 
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zuckernarr, m. J. V. Kerner tändl-marckt (1734) 357. —
 
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zuckernärrin, f. Harsdörfer frauenz. gesprechsp. 1, o iiib. —
 
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zuckernascher, m. Kramer 2, 1483a, Campe. zuckernäscher Stieler 1332. —
 
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zuckernäscherei, f.: sie füllete mir alle beyde hosensäcke

[Bd. 32, Sp. 309]


voll zuckernäscherey Gryphius Horribilicribrifax 63 ndr.; biscuit, tarten, pastetgen und zuckernaschereien J. v. Breitenfels Swift 1 (1756), 138. —
 
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zuckernasz, adj.: muskatellerbirn .. kan auch zuckernasz und trucken eingemacht werden allg. haush.-lex. 2, 382b. —
 
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zuckernusz, f., art zuckerwerk Lindenborn Diogenes 2, 616; Holtei erz. schr. 5, 155.
 
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zuckerpalme, f. Krünitz öcon. lex. 242, 351; Oken 3, 675; Karmarsch-Heeren 43, 149. —
 
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zuckerpapier, n., das blaue packpapier für zuckerhüte Jacobsson 4, 719a; Adelung: prächtiger saal mit zuckerpapier tapeziert Eichendorf w. 11, 289 Kosch; mit einem kleinen, in blaues zuckerpapier genähten buche Fontane I 5, 180. kommt mit der sache auszer brauch. anders in Wien papier, auf welchem die zuckerbäcker ihr biskuit backen J. F. Castelli memoiren 1, 27. —

 

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