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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zuchtwild bis zuck (Bd. 32, Sp. 280 bis 281)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuchtwild, n.: das weydwerck zu land ... begreifft zweyerley zuchtwild (in thiergärten und forsten) Sebiz feldbau 562. —
 
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zuchtwille, m.: tugend- und zuchtwille Stieler 2537. —
 
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zuchtwillig, adj., folgsam Stieler 2539; Kramer 2, 1391a; Ludwig t.-engl. lex. 2608. —
 
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zuchtwillkommen, m., die prügel zum empfang im zuchthaus; in zweideutigem sinne bei Bürger 90b Bohtz (Veit Ehrenwort). —
 
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zuchtwirker, m.: dieses des italiänischen landes z. Grotnitzen Tacitus (1657) 429. —
 
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zuchtwort, n.: beüg dein oren z den zucht worten deines vatters Diettenberger christl. vermanung der heyl. stat Rom an das Teutschland (1523) a 3a. —
 
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zuchtwürdig, adj. 1) der strafenden zucht würdig: der corrigendus und zucht-würdige keine privat-zucht und vermahnung annehmen wil Dannhawer cat.-milch 10, 283. 2) zur zucht geeignet: zuchtwürdige thiere und pflanzen Peschel völkerk. 397.
 
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zuchtzeichen, n., zeichen der zucht gottes, der noth: zucht-zeichen des träber-brods (bei einer hungersnoth) v. Hohberg georg. curiosa aucta 3, 138a. —
 
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zuchtzeit, f.: es ist ... zur zuchtzeit nicht gut händel anfangen mit gottes kindern Zinzendorf Jeremias 247. —
 
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zuchtzwang, m.: es seie ein sehr gefährlicher schritt ...; von dem ersten zuchtzwang auf die hohen schulen aller zucht entnommen wandern Harsdörfer Heraclitus u. Democritus 71.

[Bd. 32, Sp. 281]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuck, m. , mhd. zuc mhd. wb. 3, 931b; Lexer 3, 1164, nd. tuck Schiller-Lübben 4, 627, Doornkaat 3, 443b, gehört zu zucken. wie bei diesem ist der früher lebendige zusammenhang mit ziehen gegenüber einer lautbildlichen auffassung zurückgetreten.
1) im mhd. und frühnhd. bezeichnet es ein kräftiges ziehen, reiszen, auch für haustus Diefenbach 273c;

des gîres smac, des raben slunt, des aren grif, des wolves zuc
Marner 15, 54 Strauch;

bald griff ich in die täsch ein zuck
und erwuscht gleich die zehen stuck
Wickram 6, 260 Bolte.

in neuerer zeit nur gelegentlich: an dem zuck des fremden fadens Jean Paul 27—29, 408; er zieht mit einem gewaltigen zuck das schwert aus dem stamme R. Wagner ges. schr. 6, 22.
2) bei den mystikern ist zuck 'verzückung', s. DWB zucken I 2 c: Pauli zuc was kûme als ein halbe stunde Hermann v. Fritzlar d. myst. 1, 75; raptus ... zückung vel ein zuck des geists voc. predic. (1486) y 5a.
3) heute ist es vor allem eine heftige, krampfhafte bewegung, besonders des gesichts, bei schmerz oder schreck: ein krampfhafter, wie unwillkürlicher zuck mit dem finger O. Ludwig 2, 439; unter der unerschrocknen stirn, die noch wie ein fels steht, indesz die oberlippe rechter seite im zuck ist Heinse 9, 332 Schüddekopf;

hin trat sie an den korb, und sah — ein zuck
des schrecks durchfuhr sie
Rückert 3, 181.

von der durchreiszenden wirkung eines kommandos: ein zuck regte die ganze obligate kompagnie dieser auf zwei füsze gestellten schafe auf Jean Paul 1, 51. so wird es zum ausdruck eines augenblicklichen vorgangs: ein zuck, da fiel er maler Müller 1, 41. gern in verneinenden wendungen: kein sterbenswörtchen soll er von mir hören, aus keiner miene, keinem zuck soll er's errathen können Melch. Meyr erz. aus d. Ries 2, 183; das mädel bückte sich nach dem fisch, der keinen zuck mehr that Ganghofer gartenlaube 1905, 631b (d. mann im salz). mannigfach in reimformeln: raptim in einem zuck oder juck Frisius 1116b; dem schmerz so ohne zuck und muck zu trotzen Kügelgen erinn. e. alten mannes 201; jedesmal ... gab es dem baron einen gelinden zuck und ruck Holtei erzähl. schr. 3, 4; zuerst giebt es nun ein paar tüchtige rucke und zucke (beim ringen) E. M. Arndt für u. an s. l. Deutschen 4, 383; wenns (das pferd) im pariren diese zück oder tück thät J. Fayser hippokomike (1623) 153; sonder thuck, sonder smuck Tappius 142b, s. o. sp. 233, 5.
4) volksthümlich für reiszende oder klopfende schmerzen Höfler 859b, nd. tuck Frischbier 2, 414: ein fliegender zuck der natur E. M. Arndt 1, 91, ebenso zuckerle, zuckerer gliederreiszen, zipperlein in Österreich Höfler.
5) von zucken 'kräftig ziehen' leitet sich ab das schwäb. zuck 'ort wo ein flosz ans land gezogen wird' Schmid schwäb. wb. 552; Buck flurnamenb. 313, vgl. J. Grimm rechtsaltert. 14, 68.
6) zuck wird zur interjection, vgl. den beleg aus maler Müller bei 3: ich bin zu nah in der atmosphäre — zuck! so bin ich dort Göthe 19, 58 W. es stellt das traben dar, s. zuckeln:

zuck, zuck, zuck na Mölen,
de Hanne up dat fölen,
de Line up de bunte koh,
so ried se beid na Mölen to spruch aus Holstein

(man läszt zwei kinder auf den knien reiten), ähnlich C. Schumann volks- u. kinderreime aus Lübeck 20.

 

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