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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zuchtregent bis zuchtschüler (Bd. 32, Sp. 277 bis 278)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuchtregent, m., erzieher: seine alte zuchtregenten Fischart gesch.-klitt. 251 ndr.
 
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zuchtrichter, m. 1) als amt: alles bei straff nach ermäszigung unserer zuchtrichter der stadt Straszburg policey-ordn. (1628) 5, vgl. DWB züchter 6. 2) sittenrichter: ob der poetische kunstrichter zuerst ein zuchtrichter seyn solle? Herder 3, 274 S.
 
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zuchtrichtung, f., in der pferdezucht die richtung, die man bei der zucht verfolgt: der hengst (wird) .. je nach der zuchtrichtung gewählt v. Alten hdb. f. heer u. flotte 2, 206; arabische z. 3, 908. s. auch 1, 44; 323; hdwb. d. staatswiss. 4, 246; 5, 133.
 
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zuchtruthe, f., Stieler 1597, im 17. jh. in aufnahme gekommen, meist als einheitlicher begriff, indem der zweite theil seine eigene bedeutung verliert und nur zur verstärkung des ersten dient. 1) die 'ruthe' ist als solche deutlich: sich selbsten mit der zucht-ruhte (aus andacht) straffen (kasteien) Kramer 2, 1480a; wenn er zuweilen sein durchzärteltes söhnlein ... die väterliche zucht-ruth wil schmecken lassen H. Lindenborn Diogenes 1, 291: (gott der herr) zeigt uns die zuchtruthe wohl ..., aber ich habe das feste vertrauen, er steckt sie wieder hinter den spiegel Bismarck br. a. s. braut u. gattin 135. 2) weiter spricht man von einer eisernen z. G. Forster 6, 257, von einer schweren z. E. Curtius lebensbild 335, einer blutigen z. K. Fr. Becker weltgesch. 3, 453, und bezeichnet dinge aller art, besonders auch menschen damit: sie (die bürger Antwerpens) ... erhielten vom staatsrath die erlaubnisz, diese arge zuchtruthe (die citadelle) ... zu zerstören Moltke ges.

[Bd. 32, Sp. 278]


schr. u. denkw. 2, 20; der putz unsrer weiber ist die zuchtruthe des himmels, womit wir weidlich gestäupet werden J. Möser 1, 154; die zuchtruthe musz nun schon über alles gehen, was deutsch ist Schleiermacher leben 2, 75; soll'n sie's (eine nation) werden, so bittet gott, dasz er ihnen erst eine rechte zuchtruthe send — so einen Holofernes, einen Attila Bauernfeld ges. schr. 6, 218. 3) es bezeichnet zunächst, was zur erziehung dient: da er sich als sein schüler willig unter meiner zuchtruthe schmiegte E. Th. A. Hoffmann 1, 169 Grisebach; armseliger schulknabe! wirst du nie der zuchtruthe entrinnen? 14, 80; unter der z. des mönchthums allg. d. bibl. 115, 300, der militärischen disciplin Jhering geist d. röm. rechts 1, 336. besonders in der hand gottes, wovon die allgemeine verwendung ausgegangen ist: gott fürchten heisset ferner, sich göttlicher zuchtruht gedultiglich untergeben Dannhawer catech.-milch 1, 268; wenn die zuchtruthe des herrn über sie kommt Alexis ruhe ist die erste bürgerpflicht 5, 81. als z. gottes galt der komet: wenn auch ... sterne blutig über mein haupt herab winkten und durch eine angedeutete zuchtruthe der himmel mich bedräuen liesze: was liegt daran? maler Müller 3, 317. 4) z. bezeichnet jede unterdrückung, besonders politische: ein volk, welches nicht unter der zuchtruthe seiner tyrannen alle spannkraft ... verloren hat v. Gaudy 12, 31; unter der zuchtruthe der vorurtheile B. v. Arnim dies buch gehört dem könig 1, 151. überhaupt für etwas lästiges: dieser mensch ... mit einer mittelmäszigen stimme und ganz unvortheilhaftem äuszern ist meine wahre zuchtruthe E. Th. A. Hoffmann 4, 18 Grisebach. 5) im 18. jh. von literarischer kritik: die zuchtruthe irgend eines gründlichen kunstrichters Gottsched beytr. z. krit. hist. 8, 143; kritische z. neuestes aus d. anmuth. gelehrs. 9, 919; Breitinger crit. dichtk. 2, 241. später: grammatische z. Gutzkow ges. werke 5, 19, z. der grammatik Heine 7, 382 E.
 
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zuchtsam, adj. 1) zahm, von thieren Heyden Plinius 98; 168. 2) züchtig, sittsam: zuchtsam verschleiert (v. e. braut) Pöhnl deutsche volksbühnensp. 1, 245. —
 
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zuchtscheu, adj. Kramer 2, 507b: mit den arbeits- und zuchtscheuen .. armen V. A. Huber reisebr. 1, 79. —
 
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zuchtschiff, n., für engl. hulk, 'worauf züchtlinge verwahrt werden' J. Beckmann ält. reisebeschr. (1807) 1, 203. —
 
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zuchtschlag, m.: auch die rutten, mit den die juncfrauwen czuchtschlege hatten genomen, gar demutiglich und aus innikeit koste Hedwig legende (1504) c 2a. —
 
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zuchtschranke, f.: innerhalb der zuchtschranken Fischart phil. ehzuchtbüchl. 308 Hauffen.
 
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zuchtschule, f. 1) anstalt zur aufzucht von vieh oder pflanzen: ich finde in den kuhställen die zuchtschule nicht nützlicher schles. landwirth (1771) 2, 30; billich soll man allzeit eine baum- oder zucht-schul von diesen bäumlein (maulbeerbäumen) in vorrath haben (für die seidenraupenzucht) v. Hohberg georgica curiosa 2, 412. 2) erziehungsanstalt, mit anfang 17. jh. wie zuchthaus 1 auszer brauch gekommen, nach Kramer für seminario: darbey man abnemen mag, das es erstlich zuchtschlen seind gewesen, darin man die jugend in künsten und gottsforcht hat auffzogen S. Franck chron., zeytbuch (1531) 373a; in den fecht- und zuchtschulen Xylander Plutarchus (1580) 23b. wieder aufgenommen von Zschokke 30, 36; die bühne als z. E. Th. A. Hoffmann 1, 128 Grisebach. 3) zwangsweise erziehung Kramer 2, 1480a:

das hab ich, mein getrewer bul,
geleret in ewer zuchtschul
H. Sachs 20, 280 G.;

in der zuchtschl Christi S. Franck sprichw. (1545) 1, 91b; der druck des mittelalters ist für den deutschen bauernstand eine zuchtschule des lebens geworden Riehl naturgesch. d. volkes 2, 53; eine kritische z. G. Keller nachgel. schr. 59. —
 
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zuchtschüler, m.: zuchtscheler und lernjunger J. v. Watt 1, 113; Stumpf Schwytzerchron. 356b. —

 

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