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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zubüszen bis züchner (Bd. 32, Sp. 256 bis 257)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zubüszen, v. , mnd. toboten Schiller-Lübben 4, 555 'einen lappen drauf setzen', wie assuere zbüezen Diefenbach 56a, s. th. 2, 572, beruht sonst in den hd. anwendungen auf zubusze.
1) bergmännisch: Veith 594; 599; hat mancher gewercke und bürger ein ehrliches zugebüszet Meltzer chron. von Schneeberg (1684) zeitschr. f. d. wortf. 13, 116.
2) beisteuern, zuschieszen, anlegen in weiterer anwendung: er hat müssen sein aygen gelts 1 sch. czupüssen Jelinek 996 (Iglauer stadtbuch); entbrekt en, wi scolen toboten und den scaden wederlegghen nd. jb. 46, 7b (Mecklenb. urkundenb. 9078); die bereitwilligkeit aus eignen mitteln zuzubüszen W. Schlegel Athenäum 2, 310; korn zubüszen 'öffentlich vertheilen' Bauer-Collitz 184. etwas anders, mit zu- und verbringen sich berührend: sein eigen gut zubüszen, verpfänden Calvisius (1666) 652. nicht selten ist der nebensinn des verlustes u. der einbusze: es hat mancher sein haus und hof verkauft, ist zur gemeine gezogen und hat seine sache entweder da verzehret, oder hat es auf verschickungen und reisen zugebüsset A. Volck entdecktes geheimnis (1750) 2, 308;

wenn das vermögen ist verwüst
und alle mittel zugebüszt
Arnim 13, 254;

alles was wir verloren und zugebüsset J. Pomarius grosze postilla (1590) 1, 28b;

ich habe manche liebe stunden
in leerer hoffnung zugebüst
Chr. Weise d. grünend. jugend überflüss. ged anken 34 ndr.


3) etwas anders als zubusze 3 wird zubüszen meist von dem gesagt, der zu seinem eigenen unterhalt noch etwas hinzuthut: wiewol nun Juba .. zu denen wartegeldern ... noch zubüszen musste; wolte er doch ehe sein euserstes dran setzen, als einen fuszbreit sandichter erde verlieren Lohenstein Arminius 1, 474b; wohlhabender leute kinder, die etwas von ihren mitteln zuzubüssen haben v. Fleming d. vollk. t. soldat 204; in den 5 klafftern flöszholtz, so ich alsz professor academicus bekommen, und ins schulholz nicht gehören, und gleichwol darunter mit zugebüszet Jac. Thomasius aufzeichn. (1670—84) 60 Sachse. 4) militärisch 'reserven einsetzen': so ist auch lange zeit, ein hefftiger harter und zweiffelhafftiger streit gewesen, denn alle zeit der könig mit frischem volck zugebüsset hat, und ander frisch volck in die spitzen gebracht Hennenberger preusz. landtaffel (1595) 447.
 
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zubuszfaden, m., faden zum ersatz eines zerrissenen kettenfadens Beil technol. wb. 1, 674. —
 
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zubuszgarn, n., dass. Beil; Jacobsson 3, 116b.
 
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zubuttern, v., zusetzen, zubüszen, nordd. allg., wohl an nd. toböten angelehnt. md. auf dem Eichsfeld Hentrich 101, auch in Hessen.
 
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zubutzen, v. 1) flicken, zunähen resarcire, s. DWB butzen 11 th. 2, 594; Dentzler (1716) 2, 365a: knüpffe in nit hinden mit einem fadenende oder schnur, gespaltenen binde ... sonder binde ihn mit einem reinen laszbündli (binde zum aderlasz), und dann zugebutzt und nicht knüpfft Würtz practica d. wundartzn. (1612) 167. 2) einen zubutzen deponere aliquem vino Dentzler 2, 365a, obruere, opprimere Aler dict. (1727) 2, 2257b.
 
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zuche, f., hündin, schlechtes weibsbild, wie zohe Wachter 1979. dafür zieche Campe nach Nemnich. s. DWB zucke.
 
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züche, f., dasselbe wie zieche 'bettüberzug' Stieler 2631; Steinbach 2, 1123: züchen ..., aus flächsenem garne — rautenweise oder zwilligartig gewebte zeuge Schedel waaren.-lex. 2, 750.

[Bd. 32, Sp. 257]


beim verkauf der letzten wolle
kam so mancher in die rolle,
der beynah den halben tag
sicher auf der züche lag
E. C. Semper ged. (1761) 456.


 
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zücherleinwand, f., dasselbe Schedel.
 
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zücher, m., verfertiger von züchen, leinweber.
 
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zücherkater, m., hängt irgendwie mit dem vor. wort zusammen: (er) legte sie (die fliegen) so verstümmelt unserm groszen zücherkater vor Johanna Schopenhauer jugendleben 1, 25.
 
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züchner, m. 1) dasselbe wie zücher. 2) in der Steiermark jährlich wechselnde dienstboten, ziachna (brieflich von dr. S. Rosegger): hinterher alle anderen, wäldler und bergler, hirten, holzer, steinklauber, züchner Rosegger I 14, 233.

 

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