Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zubuhlen bis zuche (Bd. 32, Sp. 254 bis 256)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zubuhlen, v., refl.: es ist kein stadt, da sich unser herr gott .... also zubuhlet hat, als mit dieser stadt (Jerusalem) Luther 5, 420 Erl.zubühnen, v., bergm. 'einen schacht oder einen vom tage hineingegangenen bruch mit holz bedecken' v. Schönberg berginform. 2, 111; Veith 592. — zubürger, m. Jelinek 996 (Iglauer stadtrecht). — zubürsten, v., eine kahle stelle wegbürsten Campe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zubusze, f. , älter zubusz, mhd. zuobuoʒ, m., zuobuoʒe Lexer 3, 1190, mnd. tobote, f., Lübben-Walther 406a. frühnhd. ist zubusz allein üblich, wird mit dem 18. jh. durch zubusze verdrängt, Stieler 1902 hat zuebusze, zubusz noch Marperger kaufm. mag. 1424. zubusz als m. ganz vereinzelt: in dehme wier herrn ... von Minckwitz ... seithero seinen ordinari-zubusz vorlegen müssen acta publ. 1, 36 Palm. das wort ist abgeleitet von busze, s. th. 2, 570, es ist in der bergmannssprache geprägt und hat sich von da ausgedehnt. doch trägt es noch heute das zeichen seines ursprunges, wie auch die zusammensetzungen. das jüngere einbusze th. 3, 160 scheint in anlehnung daran und älteres einbüszen gebildet zu sein.
1) als wort der bergmannssprache bezeichnet es die zuschüsse, welche die 'gewerken' zum betrieb eines bergwerkes

[Bd. 32, Sp. 255]


zu zahlen hatten v. Schönberg berginform. 2, 111; Jacobsson 4, 718a; 8, 279b; Veith 593; Hoyer-Kreuter 1, 873; vgl. d. mhd. ged. vom 'feldbauer' d. texte d. ma. 17, 36ff., wo das wort nicht gebraucht wird: symbolum dare zubus geben, im bergwerck B. Faber (1587) 826b; zubusze ist, was die gewercken quartaliter uff ihre kuxe geben müssen, dass davon kan gebauet werden Junghans gräublein ertz (1680) f 3d; das sie die teil (anteile am bergwerk) etliche zeit gebaut hett, biz daz si zupuss schuldig belaib funf mark Jelinek 996 (aus Iglau);

obs gleich vil zubusz geben müssen
und sehr vil geltes mit einbüssen
(mann u. frau, die antheil an einem silberbergwerk haben)
H. Sachs 17, 384 G.;

mein lieber vatter ... mir erlaubt auf einer zeche zu schreiben, und nach freyburgerischer art, die zubusz wöchentlich einzumanen Mathesius Sarepta vorr. 3b; zubusze verlegen geschichet durch die gevollmächtigten oder verleger ... zubusze anlegen, anschlagen (die höhe des beitrags bestimmen) bergm. wb. (1778) 625; alle anstrengungen, mehr nutzen aus den ... gruben zu ziehen, schlugen fehl, alle 'zubuszen' waren vergeblich Doren Florentiner wolltuchindustrie (1901) 375. der geschäftsmann spricht von zubuszen zu einem bohrunternehmen. hierzu eine menge von zusammensetzungen in der bergmännischen sprache: zubuszbote, -einnehmer, -gewerke, -grube, -kux, -pfennig, -zeche, -stempel, -anschlag, -brief, -zettel.
2) überhaupt beisteuer zu einem unternehmen, aus dem man gewinn erzielen will Heynatz synon. wb. 2, 189a, wie zuschusz, einschusz, einlage (auch mit dem nebensinn der einbusze zu-busse danno, discapito Kramer 2, 1478a): in dem ... rechnet der Wilwolt mit seinem wirt ab und belaib im der wirt über alle zerung und zuebues anderhalp hundert gulden schuldig Wilwolt von Schaumburg 34; ich hörte nun von zubusze, wieder erstattetem verlag, und wenig von wahrem gewinne reden Steffens was ich erlebte 4, 225; und berechnend einbusze und zubusze — findest du keine zeit zu busze Rückert 11, 350. auch gelegentlich von material: dazu (zu einem schloszbau) werden ... erfordert: ... 165 rthlr. vor 44 000 mauerziegel zur zubusse des alten gebäudes allg. haush.-lex. 1, 95b.
3) zubusze ist eine meist regelmäszige zahlung zum unterhalt einer person, wie zuschusz: dasz sis mit irem taglon nit erhalten mögen, da solt man in mit einer zubsz die hand reychen S. Franck sprüchw. (1541) 2, 76b;

für mich und dich ich gelts gnug han.
mein frau mutter die lest mich mit.
wenn ich sie umb ein zubus bit,
so gibt sie mir, so vil ich darff
J. Ayrer 5, 3335 Keller (knabenspiegel);

davon sind 60 für den bruder Carl in Leipzig, als auf zwey quartale der ausgesetzten zubusze Lessing 17, 201 M.; der nicht genügend besoldete lehrer ... übernimmt lectionen an instituten, um sich eine zubusze zum einkommen zu verschaffen P. de Lagarde d. schr. 437; (das stift Matron) wurde ... jeweils einem domprobst .. als zubusze verliehen L. Steub wander. im bayr. gebirge 128. zufuhr: unterdessen das Portugall seine zubusze weiter her müsste kommen lassen Th. Abbt 2, 2, 216.
4) weiter allgemeiner 'zugabe': ein subtiles süple mit zubuss dreyer .. knackwürst Guarinonius grewel der verwüstung 1285; so die rät nit vorhanden, soll man uff die zwen oberisten tisch jedem vier becher mit wein zu einer zubusz geben dtsche hofordn. (Baden) 2, 136 Kern. zubusze zum futter bei thieren, haferzubusze v. Alten handb. f. heer u. flotte 4, 553. übertragen: doch möchte er daneben das podagra zur zubusz bekommen Joh. Kepler 1, 390; wenn sie (die kupfer) nun geordnet ... sind, werden sie in der kupferstichsammlung als angenehme zubusze erscheinen Göthe IV 32, 141 W.
5) militärisch 'reserve', vgl. DWB zubüszen 4: auss diesen nemmen sie zur zubss gemeinlich auss dem reisigen zeug den dritten theil Xylander Polybius (1574) 337;

[Bd. 32, Sp. 256]


die menge der gesellen ist ... zufsz gleich dem römischen heer, allein das die zubsz mangelt. aber zu rosz seindt der gesellen zwey mal so viel, deren dritter theil auch zur zubsz ist hingenommen (im röm. lager) 338; wann sie (die reiter) sich aber etwas des nachzugs besorgen, bleibt das ander alles wie vor, allein das die auszgeleszne zubsz der gesellen, an staht des vorzugs den nachzug bekommet 348.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zubüszen, v. , mnd. toboten Schiller-Lübben 4, 555 'einen lappen drauf setzen', wie assuere zbüezen Diefenbach 56a, s. th. 2, 572, beruht sonst in den hd. anwendungen auf zubusze.
1) bergmännisch: Veith 594; 599; hat mancher gewercke und bürger ein ehrliches zugebüszet Meltzer chron. von Schneeberg (1684) zeitschr. f. d. wortf. 13, 116.
2) beisteuern, zuschieszen, anlegen in weiterer anwendung: er hat müssen sein aygen gelts 1 sch. czupüssen Jelinek 996 (Iglauer stadtbuch); entbrekt en, wi scolen toboten und den scaden wederlegghen nd. jb. 46, 7b (Mecklenb. urkundenb. 9078); die bereitwilligkeit aus eignen mitteln zuzubüszen W. Schlegel Athenäum 2, 310; korn zubüszen 'öffentlich vertheilen' Bauer-Collitz 184. etwas anders, mit zu- und verbringen sich berührend: sein eigen gut zubüszen, verpfänden Calvisius (1666) 652. nicht selten ist der nebensinn des verlustes u. der einbusze: es hat mancher sein haus und hof verkauft, ist zur gemeine gezogen und hat seine sache entweder da verzehret, oder hat es auf verschickungen und reisen zugebüsset A. Volck entdecktes geheimnis (1750) 2, 308;

wenn das vermögen ist verwüst
und alle mittel zugebüszt
Arnim 13, 254;

alles was wir verloren und zugebüsset J. Pomarius grosze postilla (1590) 1, 28b;

ich habe manche liebe stunden
in leerer hoffnung zugebüst
Chr. Weise d. grünend. jugend überflüss. ged anken 34 ndr.


3) etwas anders als zubusze 3 wird zubüszen meist von dem gesagt, der zu seinem eigenen unterhalt noch etwas hinzuthut: wiewol nun Juba .. zu denen wartegeldern ... noch zubüszen musste; wolte er doch ehe sein euserstes dran setzen, als einen fuszbreit sandichter erde verlieren Lohenstein Arminius 1, 474b; wohlhabender leute kinder, die etwas von ihren mitteln zuzubüssen haben v. Fleming d. vollk. t. soldat 204; in den 5 klafftern flöszholtz, so ich alsz professor academicus bekommen, und ins schulholz nicht gehören, und gleichwol darunter mit zugebüszet Jac. Thomasius aufzeichn. (1670—84) 60 Sachse. 4) militärisch 'reserven einsetzen': so ist auch lange zeit, ein hefftiger harter und zweiffelhafftiger streit gewesen, denn alle zeit der könig mit frischem volck zugebüsset hat, und ander frisch volck in die spitzen gebracht Hennenberger preusz. landtaffel (1595) 447.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zubuszfaden, m., faden zum ersatz eines zerrissenen kettenfadens Beil technol. wb. 1, 674. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zubuszgarn, n., dass. Beil; Jacobsson 3, 116b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zubuttern, v., zusetzen, zubüszen, nordd. allg., wohl an nd. toböten angelehnt. md. auf dem Eichsfeld Hentrich 101, auch in Hessen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zubutzen, v. 1) flicken, zunähen resarcire, s. DWB butzen 11 th. 2, 594; Dentzler (1716) 2, 365a: knüpffe in nit hinden mit einem fadenende oder schnur, gespaltenen binde ... sonder binde ihn mit einem reinen laszbündli (binde zum aderlasz), und dann zugebutzt und nicht knüpfft Würtz practica d. wundartzn. (1612) 167. 2) einen zubutzen deponere aliquem vino Dentzler 2, 365a, obruere, opprimere Aler dict. (1727) 2, 2257b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zuche, f., hündin, schlechtes weibsbild, wie zohe Wachter 1979. dafür zieche Campe nach Nemnich. s. DWB zucke.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: