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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zubringer bis zubrüsten (Bd. 32, Sp. 253 bis 254)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zubringer, m. , nicht mhd. belegt, aber mnd. tobringer Schiller-Lübben.
1) von personen, anwerber von arbeitern, gesindevermittler: zubringer altgesell, welcher den meistern gesellen in die arbeit bringt Schrader d.-frz. wb. 2, 1787; ein viertel bekommt der zubringer, ein viertel der herbergswirt, ein viertel der arbeitgeber, und das letzte viertel seines verdienstes er, der arbeiter selbst Kürnberger d. Amerikamüde 137. dann auch 'kuppler', s. ztschr. f. d. wortf. 12, 69: perductores ... zuführer, zubringer Corvinus (1646) 286; der Hecker aber warf einen .. blick nach dem spitzbubengesicht des neapolitanischen 'zubringers', wofür er ihn sogleich erkannte J. Meszner 101 (bibl. d. schriftst. aus Böhmen 7). der 'zutrinkende': nachdem der zubringer sein glasz ausgetrunken hat, stürtzt er das glasz umb auf den nagel des daumens medic. maulaffe (1719) 329. verschwender: prodigus, profusus ein durchlas, verzerer, zubringer, der zuviel verthut Basilius Faber (1587) 651a; tobringers, supers, loie lude unde kyvers sint gerne arm Tunnicius nr. 1281 Hoffmann; Schiller-Lübben 4, 556a. s. auch zschr. f. d. wortf. 15, 300a.
2) von allerlei maschinenzubehör, besonders zum zubringen von wasser für feuerspritzen ztschr. f. d. maa. 1913, 131; Mothes illustr. baulex. 4, 522; Hoyer-Kreuter 1, 873, mundartl. in Obersachsen Müller-Fraureuth 2, 713b, inselfries. tbringer Schmidt-Petersen 139b: die spritze kommt bald, ich lasse sie mit einem zubringer machen Göthe IV 10, 49 W.; auf dem walle lagen hart am stadtgraben mehrere zubringer, welche das wasser in die, auf der höhe des walles haltenden sprützen pumpten H. Schleiden gesch. d. Hamburger brandes 193. in anderer anwendung 'ein kanal, der das wasser einem schifffahrtskanale zuführt' (speisegraben) Lueger 1 7, 417. auch sonst vorrichtungen zum zuführen, z. b. bei gewehren v. Alten handb. f. heer u. flotte 4, 599, bei der baumwollspinnerei Karmarsch-Heeren 3 1, 333, bei einer torfmaschine 9, 159, bei elektrisiermaschinen allg. d. bibl. 114, 151. dazu unzählige zusammensetzungen in der technischen sprache, wie zubringerbahnen Lueger 1 6, 234; zubringerfeder v. Alten 4, 601; zubringerkasten 599; zubringerplatte, f. Lueger1 4, 636.
zubringerin, f., mhd. zuobringerin Lexer 3, 1190. 1) die gesindevermietherin Schrader d.-frz. wb. 2, 1687; v. Berg teutsch. policeyrecht 2, 268; Nicolai reise d. Deutschland 2, 464: meine zubringerin hat mich versichert, dasz diese person schon in Frankreich in den vornehmsten herrschaftshäusern gedient hat n. samml. v. schausp. (Wien 1764ff.) 6, 103 (d. haushaltung nach der mode). 2) kupplerin Hätzlerin lxviii; Fischart geschichtklitt. 437 ndr.: er hette die zbringerin die stiegen hinnab geworffen Schumann nachtbüchl. (1559) 326 Bolte. beides nicht mehr üblich. zuss. mägde-zubringerin Kramer 2, 10c. — zubringerische, f. , verschwenderin: da ist ... der mann ein durchbringer, das weib ein zubringerische, ein ausztragerische S. Artomedes christl. auslegung u. erkl. der sontags u. festevang. (1609) 2, 182. — zubringling, m. , in die ehe zugebrachtes kind Zinkgref (ztschr. f. d. wortf. 2, 201b; 4, 208).

[Bd. 32, Sp. 254]



zubringung, f., mhd. zuobringunge Lexer 3, 1190, selten, heute nicht üblich. 1) wie zubringen 2 b: Frisius 393a; diser fürst hatte durch alle die zeit seines lebens mit ... zubringung newer fürstenthummen an sein hausz .. dasselbige hoch erleuchtet Dreyfelder hist. desz .. hauses Este 46a; in wilchem sproche dem genanten Hennen von Huebtfelden eyne zcubrengunge gewiset (ist) quellen zur rechtsgesch. d. st. Marburg (1450) 1, 165. 2) wie zubringen 7: consummatione verzehrung, zubringung, vollnziehung Hulsius (1618) 2, 104a. 3) wie zubringen 8: das freundtliche beywohnen und zubringung des lebens Barth weiberspiegel (1565) n 1a.
 
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zubröckeln, verb, in kleinen bröckeln zutheilen: könnte denn ein solcher mann nicht bedenken, es sei kein unterschied, ob er sich von der zeit und dem raum den frühling, wie einen zerlegten gliedermann, glied vor glied zubröckeln lasse? Jean Paul 5, 10; was man mir hin und wieder von eurem thun und treiben zugebröckelt hat E. Th. A. Hoffmann 11, 57 Grisebach.zubrocken, v., kosten aufwenden, geld zusetzen: zubrocken, zubüszen, zusetzen Schrader d.-frz. wb. 2, 1687; ... ich das verdiente botenlohn wieder zubrocken musz (aus Dornburg 1749) Diefenbach-Wülcker 915; etwas zuzubrocken haben Campe 5, 886a; Heynatz 2, 674. — zubrot, n., mhd. zuobrôt Lexer 3, 1190, zukost zum brode Stieler 2653; Kramer 2, 1478a; Schottel t. haubtspr. 665; v. Alten handb. f. heer u. flotte 1, 82. auch in maa. Bauer-Collitz 104b; inselfries. tbruad Schmidt-Petersen 139b: zubrodt nennt der gemeine mann fleisch und zugemüse Kindleben studentenlex. 224 ndr.; (der mutterwitz) ist gleichsam das zubrod dem täglichen brode, das dessert zur arbeit B. Goltz zur physiognomie 48. in engl. maa. tobread in abweichender bedeutung 'a piece of bread or a biscuit given in' engl. dial. dict. 6, 172a. — zubrötung, f.: ein mann .. der hat ein weib, etwa sechs oder acht kinder, wie viel mus er wol jetziger zeit am trockenen brot haben? wo bleibt zubrötung, trincken, schue, kleidung, hausszins, schatzung? H. Roth catechismus-predigten (1573). — zubrücke, f.: und weil .. zwischen beide (treppen) ein truckner ausz dem velsen gehawener graben ist, so rings umbs hausz hergehet, kompt man von dem spacio uber eine hültzene zubrücke in das hausz G. Braun beschr. u. contrafactur d. vornehmst. stätt (1574) 5, 61a. — zubrühen, v., wasser in der bierbereitung Lueger 21, 388. — zubrüsten, v. 1) das gestein ebnen, ehe man ein bohrloch ansetzt Veith 592; Junghans gräublein ertz f 3d; v. Schönberg berginform. 2, 17. dazu zubrüstel, n. Veith. 2) auf schmelzhütten, die vorwand des ofens verwahren und verschmieren bergm. lex. (1738) 625; Mothes illustr. baulex. 4, 522. 3) brüstung in eine fensteröffnung einsetzen Mothes.

 

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