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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zubitten bis zublinzeln (Bd. 32, Sp. 248 bis 249)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zubitten, v.: als nn der wind auffentstndt ..., liesz er alle patron und hauptleüt der schiff im zbitten Carbach Livius 177a; in Bayern hieszen die für die ernte zugebetenen helfer bittschneider Bücher arbeit u. rhythmus4 304.
 
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zublähen, v., sich aufblähen:

hilff gott, her keyser, seht irs nicht,
wie sich der abgott dort zubleht?
Just. Menius zum bapsttum k 5.


 
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zublasen, v. 1) im eigentlichen sinne: weilen ihnen der wind von norden zubliese M. Krämer leben und tapfere thaten (1681) 550;

der schmid der schrey: sitz darinn still;
erst ich weidlich zublasen will
H. Sachs 17, 292 G. (vgl. kinder- u. hausm. 2, 288);

eine lange reihe von nachtwächtern .., welche sich einander zublieszen Brentano 5, 148. durch blasen verschlieszen: das .. metall wird in .. zugeblasenen glasröhren aufbewahrt Liebig handb. d. chemie 446. 2) danach übertragen 'schüren, antreiben', meist zum bösen: zublasen inspirare, instigare Kirsch cornu copiae (1731) 367b; der teuffel stet do hynden und blest zcu wye eynn köler Luther 11, 24 W.; die gnädigen herren vettern und frauen basen ... haben so zugeblasen, dasz einstens ein groszes miszvergnügen unter den jungen leuten entsprang

[Bd. 32, Sp. 249]


Schwetschke ausgew. schr. (1866) 1, 59. 3) trans.: und bleset ihnen (den waldvögeln) der wind, der ir gehülff und capellmeister ist, lufft zu Gabr. Rollenhagen indianische reysen (1603) 120; die (berge) recken ihre kahlen scheitel einander entgegen und blasen sich nebelwolken zu Scheffel w. 2, 140. 4) übertragen 'einem gedanken eingeben', meist im sinne des bösen und heimlichen. der nachdruck liegt gegenüber zuflüstern auf der wirkung (anders Campe), von einblasen kaum unlerschieden, wie Heynatz 2, 186b versucht: einplasen zuplasen zuraumen (zuraunen) oder raten. suggerere i. submittere voc. theut. (1482) f viiib;

manic valscher red
wart im geblâsen zuo
Ottokar östr. chron. 58 985 Seemüller;

und glaubst nit jedem schmeichler, was
er dir zu-bliess
H. Sachs 1, 120 K. (fast gleich 15, 106);

es ist ganz merkwürdig, zu sehen, welche einwürfe und ausflüchte der erbfeind den kindlichen seelen (der wilden) zubläst Anzengruber 3, 173. 5) einem das fehlende wort zuflüstern, soufflieren, besonders bei schauspielern Campe 5, 885b, Heinsius 4, 1784b: sufflare einem heimlich etwas zublasen, wie die nechsten nachtbar in den schulen dem thun, die recitirt Corvinus (1646) 3452;

darmit die sach ich bessern thu,
dem wider-thail ich es zu-blasz,
und redt er etwas wieder das,
sag ichs dem ersten wieder an
H. Sachs 5, 330 K. (ähnlich 14, 306);

die worte bliesz mir Amor zu
Stieler geharnschte Venus 102 ndr.

sein nachbar aber ... wolte ihm die antwort zublasen, und sagte ihm in geheim zu medic. maulaffe 230. —
 
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zubläser, m., mhd. zuoblæser Lexer 3, 1190 1) wie zublasen 2: dasz auf mich, den agitator, den zubläser, den rädelsführer, die hälfte der schuld fällt Spielhagen 4, 643. 2) 'souffleur' Campe: dasz man .. nicht erst nach einem dic mihi oder zubläser sich umsehen dürfte Musäus physiognom. reisen 3, 199; wenn sie beim anfragen ihrer rolle einen zubläser nöthig gehabt hätte W. Raabe schüdderump 2, 149. selten zublaser Friedr. Arndt bei E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Deutschen 1, 54. —
 
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zublasung, f., mhd. zuoblâsunge Lexer 3, 1190; Diefenbach-Wülcker 915, nach zublasen 2: alle fantasey und zuplaszung des teuffels der herzmaner (1492) 47b. veraltet.
 
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zublenden, v., 'irgend einen raum durch eine blendwand verschlieszen' Mothes ill. baulex. 4, 522. —
 
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zubleien, v., mit blei zugieszen Campe.
 
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züblicht, adj., mit einer zube, ausguszrohr, 'schnauze', versehen; els. zubel Martin-Lienhardt 2, 891a;

ein hültzen am und ein zyblecht kennel Straszburger ged. vom hausrat d 1b Hampe (vgl. s. 50).


 
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zublicken, v. Campe 5, 585b, literarisch, zumeist poetisch. 1) intr.: wie sie uns zublickt! Hippel lebensläufe 3, 2, 124;

dem stillen hause. blick' ich zu
Uhland 1, 24.

2) trans.: wenn ein blick gen himmel dem vater so vieler kinder anbetung zugeblickt ... hat Lavater phys. fragm. 2, 32; Hildegard blickte dem fürsten zu, dasz die rolle anfinge ihr beschwerlich zu werden Heinse 5, 258. —
 
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zublinken, v. 1) wie zublicken:

dir blinken deine drachen mit klugen augen zu
Göthe 17, 44 W.;

ihr, die einst grüszend hat ihr blick durchflogen,
und leben euch leblosen zugeblinket
Rückert 1, 346.

2) mit den augen ein zeichen geben; weshalb Vowinkel dem freunde zublinkte, die sache fallen zu lassen Fontane I 6, 358. 3) die augen schlieszen: ich sah manch stolzes haus, das die augen über deine abkunft zugeblinkt hätte Göthe 11, 96 W.
 
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zublinzeln, v. 1) kurz anblicken: scheint die sonne, so sehe ich nur diese gelben augen, wie es mir zublinzelt (das gold) Tieck

[Bd. 32, Sp. 250]


4, 234. 2) heimlich anblicken u. zeichen geben: die bauern blinzelten einander verstohlen und schmunzelnd zu Ebner-Eschenbach 4, 218; 'jetzt hilft dir nichts mehr', blinzelte der Sandhock dem kleinen zu Rosegger I 7, 105; die frau blinzelte ihr standhaftigkeit zu Gutzkow zauberer von Rom 1, 327. —

 

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