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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zubiegung bis zublähen (Bd. 32, Sp. 247 bis 248)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zubiegung, f.: des arms uszstreckung oder zbyegung J. v. Gersdorff feldtb. d. wundartzney (1517) cap. vii.
 
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zubieten, v. 1) 'entbieten', auch 'androhen', mnd. tobêden Schiller-Lübben 4, 553: der künig forcht im, und schickt nach, er aber will nimmer kommen, da bot er im z ghen Prag z kommen Seb. Franck chron. Germ. (1538) 249b; hätte Ariovist ... dem Julius nicht spöttische antwort zugeboten Lohenstein Arminius 1, 21b;

dardurch er auch empfloh dem todt,
den im der köng hefftig zu-bot
H. Sachs 16, 238 K.-G.

2) 'darbieten': die schweigende miene des feldwebels, der mir das essen zubietet Schubart leben u. gesinnungen 2, 313. 3) beim handel 'bieten': vor allen ständen standen schon die leute, lobten und tadelten, boten ab und boten zu Hebel s. w. (1838) 3, 181. nicht mehr üblich.
 
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zubilden, v., von Herder geprägtes wort der classischen zeit, zu einem zweck oder verhältnis ausbilden, besonders von geistigen, auch sprachlichen beziehungen. 1) mit bezug auf dinge: zuerst erhellet, warum alle ihrem lande zugebildete sinnliche völker dem boden desselben so treu sind Herder 13, 261; bei weitem ist unsre sprache noch nicht so gebildet, jedem vortrage, jeder art des wissenswürdigen so zugebildet, als die sprachen unsrer nachbarn 17, 309; eine besondere art gneis, oder vielmehr eine granitart, die sich dem gneis zubildet Göthe 30, 23 W.; so machte es mir viel freude zu sehen, wie jüngere männer sich dieser hoffnungsreichen periode zubilden IV 24, 150 W. 2) zu personen: er hat sein zeitalter sich zugebildet Göthe 36, 317 W.; ein langer umgang hat mich ihm zugebildet Schiller 4, 272 G. 3) gelegentlich 'hinzubilden': wenn die vermutung von jüngern präpositionen, die der sprachgeist verwendet oder zubildet, auf ältere, dunklere gilt J. Grimm kl. schr. 4, 251. —
 
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zubildung, f.: hier ist die fuge noch erkennbar, wo die spätere zubildung sich an den älteren mythos anschlosz Laistner nebelsagen 326. —
 
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zubilligen, v., addicere Stieler 152. zugebilligt werden vortheile, rechte durch gesetz, vertrag oder verfügung einer oberen gewalt: die Sachsen ... gaben für, man solte ihn ausz vermüge des bundts ihr vaterlandt gantz und nicht halb widerumb zubillichen Bas. Faber Saxonia 20b; den deichgrafen ... blieb, ... was ihnen von jedem neuen besitzer oder aus dem sterbehause zugebilliget war J. Möser 1, 406; worauf denn demselben ... die summe von zweyhundert thalern als fixe besoldung zugebilligt ward Göthe IV 34, 25 W.; was die verfassung ihnen (dem abgeordnetenhaus) an rechten zubilligt, soll ihnen unverkürzt zukommen Bismarck pol. reden 2, 86 Kohl. vereinzelt von einer ungünstigen verfügung: das wird mir auch kein herr zubilgen, das ich euch den wagen gar bezahlen sol discurs v. d. zustand der kipper u. wipper (1611) a 4b. —
 
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zubilligung, f.: die z. eines solchen rechtes handwb. d. staatswiss. 2 7, 94. —
 
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zubinden, v., mhd. zuobinden, selten belegt, mhd. wb. 1, 130b, Lexer 3, 1181, frühnhd. allgemeiner Er. Alberus (1540) 36a; 36b; Frisius 92b. 1) durch binden verschlieszen, besonders v. säcken, paketen, kleidungsstücken: und man band die vasz uben veste zu Stolle thür. chron. 127; die schuh, den sack etc. zubinden Kramer 1, 115c; wann der sack voll ist, bindet (knüpfet) man ihn oben zu (am galgen) 2, 1208b; das packet manuscript ..,

[Bd. 32, Sp. 248]


welches mit einem braunen schmalen bändchen zugebunden ist Göthe IV 21, 65; ein schatz ..., welcher .. in einem zugebundenen socken steckte G. Keller 4, 225. mit einer verschiebung des objects: die nesteln zubinden Kramer 2, 131b; um das schuhband ihr zuzubinden Bettine die Günderode 1, 316. 2) die augen, den mund verbinden:

der kellner sey die blinde kuh!
dem wöll wir binden die augen zu
J. Ayrer 3, 2149 Keller;

sie sollen mir die augen zubinden und mich in der galerie zu Florenz herumführen Heine 3, 303 Elster; ich musz mir nur selbst predigen, damit ich andern leuten den mund zubinde Caroline 1, 19 Waitz. 3) kranke glieder einwickeln, blutgefäsze abbinden, wunden verbinden: salb in (den kopf) wol mit der salben, und bind ihn gleich darauff wol zu, lasz ihn also zugebunden tag und nacht O. Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 80 (ähnlich 2, 105); underhalb dem schaden, und nach seinem rechten aussgelauffnen blut bind zu Paracelsus op. (1616) 1, 723b; mit dem verschinen (verschienen) verruckt sich der bruch, dann das auff und zubinden mag nicht sein chir. (1618) 505c; drucke den safft in den schaden, und lege das kraut drauff, binde es zu Walther pferde- u. viehzucht (1658) 52; aber der verhaltene jubel sprengte ihm fast die zugebundene ader auf Jean Paul 7—10, 88. 4) durch binden lähmen, die bewegung rauben: wenn meinem geiste die flügel frey wären, die ich bey jeder arbeit für ein journal fest zubinden musz Heinse 9, 253 Schüddekopf; noch dasz die Holländer die deutsche lebensader, den Rhein, zubinden und sperren dürften E. M. Arndt für u. an s. l. Deutschen 3, 73. 4) ein ding an ein gebundenes anbinden: heute sollen ... die Wedekindschen preisschriften ihnen zugehn, drei stücke, sammt meiner abstimmung, die ich zugebunden habe J. Grimm an Dahlmann 1, 255. 5) in veralteter rechtssprache: ein urteil zubinden (bestätigen, rechtskräftig machen) Haltaus 2165; Campe 5, 885a; binde zu das zeugnis, versiegele das gesetz meinen jüngern Jes. 8, 16. 6) veraltet in kirchlicher sprache: czubindet ir ruwe alligat contriciones eorum Diefenbach-Wülcker 915; dieselben sünd mag geistliche oberkait wol auflösen, aber nit zepinden anders dann mit der pes Berthold v. Chiemsee 627. —
 
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zubindung, f.: in zubindunge in obligatione Diefenbach-Wülcker 915 (Frankfurter stadtb. 2, 26), s. zubinden 5. —
 
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zubisz, m., wie imbisz:

dabei ein brödchen, nicht zu grosz,
als kräftgen zubisz mit verzehren
K. E. Ebert fromme gedanken (1859) 165.

auch nd. tobiet 'zuspeise' Stürenburg 284. —
 
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zubitten, v.: als nn der wind auffentstndt ..., liesz er alle patron und hauptleüt der schiff im zbitten Carbach Livius 177a; in Bayern hieszen die für die ernte zugebetenen helfer bittschneider Bücher arbeit u. rhythmus4 304.
 
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zublähen, v., sich aufblähen:

hilff gott, her keyser, seht irs nicht,
wie sich der abgott dort zubleht?
Just. Menius zum bapsttum k 5.

 

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