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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zubeilen bis zubereit (Bd. 32, Sp. 238 bis 242)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zubeilen, v.: darauf (wird) das fasz mit most gar zugefüllt, und ... also zugebailt, ... oder unverbailt stehen lassen v. Hohberg georg. curiosa 1, 365. —
 
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zubeisze, f., schles.?: etwas zubeisze für den heimweg G. Freytag 11, 72. —
 
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zubeiszen, v. 1) morsu petere Stieler 130; Alcibiades hatte einen finger seines überwinders mit den zähnen gefaszt und bisz so herzhaft zu Meissner Alcibiades 1, 25; herr Reimarus hat zugebissen und den mund voll spähne gekriegt G. Forster 7, 157. 2) den mund zusammenbeiszen:

drum magstu wol das maul zubeissen
Fischart nachtrab 19 Kurz;

mit einem tratzlichen angesicht und zgepisznen munde H. Boner Herodian (1531) 51b. 3) zum fleische brod zubeiszen Heinsius 4, 1784b;

viel besser brod zu brod, als käse zugebissen
Chr. Weise grünende jugend 141 ndr.


 
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zubekennen, v. 1) zuerkennen: der tätern land, lüt und gut, so in dem urteil dem rich zubekennt, namend die hertzogen von Oesterrich Tschudi chron. helv. 1, 250a. 2) bekennen: fromme, wolerzogene kinder, wenn sie schon irren, so bekennen sie gleich z Agricola 750 teutscher sprichw. (1558) 319b. —
 
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zubekommen, verb. 1) hinzubekommen Bismarck briefe a. s. braut u. gattin 295. 2) ankommen: nachdem sy der zukunft doctor Martinus Luther gewartet, das er verhanden und zubekomen wer Luther 15, 341 W.
 
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zubenamen, v., wie die folgenden zumeist als part. pass. in der apposition: so ist auch seine fraue Tite ... Arde ... zubenahmet worden Zesen rosenmand 217; W. ... S. ..., zubenahmt der heilige, führte .. die regierung .. alleine allg. d. bibl. 8, 104. —
 
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zubenamsen, v.: das geschicht aber darum, dasz dem blt das befesten des testaments zbenamset wirt Zwingli d. schr. 1, 245;

[Bd. 32, Sp. 239]


der grobe schulz im Tartarus,
Marks Pluto zubenamset
Schiller 1, 251 G.


 
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zubenennen, v.: Bethlen Gabor enthüllt sich als treuloser Mithridates, wie die welt ihn zubenennt H. Laube ges. schr. 10, 322; Philipp, zubenannt der gute, des erschlagenen herzogs von Burgund sohn Hebbel I 9, 232; die alte kirche St. Katharina, zubenannt 'in der Scharte' L. Steub drei sommer in Tirol 2, 202.
 
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zuber, m. , ahd. zubar Graff 3, 149, seltener zuibar Tat. 157, 2, gerula, tina zuuipar ahd. gl. 3, 11, 17 (Cass. gl.), mhd. zuber mhd. wb. 1, 142a; Lexer 3, 1162 f. über mitteld. zober und nd. tover s. bei zober. die erklärung zuui-par 'zweiträgiges gefäsz' gr. 2 2, 933 wird bezweifelt Graff, Weigand 5 2, 1340. Kluge 8 506 denkt an eine beziehung zu lat. tubus (vgl. bei zube); dem widerspricht aber die bedeutung, die doch auf die alte erklärung weist Pott Kuhns zschr. 26, 169; Weigand; Paul gr. 1, 238, wie auch die bezeichnung einbar den gegensatz zum zwibar schon voraussetzt. jedenfalls scheint das grosze gefäsz mit zwei handhaben zuerst auf oberd. boden mit dem wort benannt worden zu sein, das im as. allem anschein nach fehlte. von Oberdeutschland ist es als lehnwort in norditalienische maa. übergegangen Meyer-Lübke rom. et. wb. 734b, nr. 9631. zweimal ist es nach norden gewandert, einmal in früherer zeit als handwerkswort, woraus md. zober, nd. tower wurde, und in neuester zeit als literarisches wort, s. o. sp. 11 und hierunter bei 2 a.
der plur. ist heute unverändert Paul gr. 2, 12, doch ist der plur. züber vielfach im 16. und im 17. jahrh. belegt, noch Steinbach 2, 1123. nachher erscheint er nur vereinzelt maler Müller 1, 367; Brentano 5, 110; Oken allg. naturg. 3, 3, 1868 (s. u. 2 e). gelegentlich findet sich auch der sing. züber Platter 95 Boos; Heyden Plinius 293; nomenclator lat.-germ. in us. schol. Hamburg (1634) 92; v. Klein 2, 250.
1) zuber als tragbares gefäsz für flüssigkeiten.
a) zuber ist ursprünglich das grosze, von zwei männern mit einer oder zwei stangen zu tragende daubengefäsz für grosze wassermengen Schmeller 2 2, 1075, Müller-Fraureuth 2, 713, s. oben sp. 11, 1: wasser .., das die küchenknecht ferrer aus denselben kuffen in die küchen ... trugen in zweien newen zubern, ... dorzu 2 zuberstangen Tucher baumeisterbuch der stadt Nürnberg 302. weiterhin ein groszes tragegefäsz für wasser mit zwei handhaben Jacobsson 4, 716b; Weygand synon. 2, 255; v. Klein 250; Lexer kärnt. wb. 267; Seiler Basler ma. 327b. die handhaben sind für den zuber wesentlich: ansa ein handhab am zuber Diefenbach 36c; n. gl. 25a. hergestellt wird er vom böttcher, in Nürnberg puttner Tucher baumeisterbuch der st. Nürnberg 41, in Frankfurt machten die weiszbenner weisze züwwer aus tannenholz Askenasy 93. auch vereinzelt von metallenen gefäszen: den grossen silbernen zuber Xylander Polybius (1580) 224a. auch bei unbestimmter form ist es ein groszes gefäsz: legs uber ein grosz fasz oder zuber Thurneysser magna alchymia (1583) 48; 'groszes wassergefäsz' Schmid schwäb. id. 134; das vom schwitzen ihre hembder so nasz werden, und dermaszen trieffen, als hette man sie ausz einem zuber wasser gezogen theatr. diabolorum (1569) 259b; ja man sagt, es soll sogar noch stärker geschehen, wenn man in einem zuber wasser über ihn ausgieszt Bode Montaigne 3, 333.
b) zuber ist, besonders in älterer zeit, das tragbare wassergefäsz ohne rücksicht auf besondere form oder grösze: so ein mausz oder zwo in einen zber gefallen, darin wasser ist, bieten die andern solchen ire schwentzlin dar Heyden Plinius 293 (1565); nichts hatt ihn (den sohn) courirt, alsz den fusz in eyszkalt wasser zu stellen in einem zuber Elisabeth Charlotte von Orleans briefe 5, 260 lit. ver.; ein zuber wasser Kramer 2, 1478c; zum fewer leschen leitern, eymer von holtz und von leder, butten, zber J. J. Wallhausen kriegsmanual (1616) 95; die geschicht Thomyris, die dem könig Cyro sein abgeschlagen haupt in ein zuber voll

[Bd. 32, Sp. 240]


blut stoszet Kirchhof wendunmuth 2, 61 (zuber in allen wiederholungen dieser geschichte).
c) als das wassergefäsz schlechthin bezeichnet zuber auch eine leichtere, handliche form wie eimer: zuber et zober ... propr. antlia qua aquam e puteo haurimus et extrahimus Stieler 2637; wan ein fraw sol ein zuber mit wasser holen, so ist sie zwo stnden usz Pauli schimpf u. ernst 100 Österley; gehörnecht hasen, ... reutend hirsz (und andere monstra) machen dasz die mägd den korb und zuber müssen nidersetzen Fischart geschichtklitterung 18 ndr.; dasz ich ihr einen zuber voll wasser ... über den kopff abgosse Grimmelshausen 2, 460 K.;

an den lippen läuft, wie beim saufenden vieh,
wenn sie den kopf aus dem zuber heben,
das wasser hinab, auf hals und brust
Detl. v. Liliencron 1, 42;

das rieseln der milch in den zuber P. Rosegger I 2, 184. dazu wasserzuber haustrum, milchzuber mulctra Stieler 2637.
2) besondere verwendungen.
a) zuber ist das gefäsz zum einweichen und spülen der wäsche, auch das waschfasz, vgl. DWB sechtenzuber und DWB sechtelzuber th. 9, 2795f. oberdeutsch weit verbreitet, aber auch in Berlin Kretschmer wortgeogr. 71; 74. in gegenden, wo es sonst dem hausgebrauch fremd ist, gerade in dieser bedeutung schriftdeutsch gebraucht: (die mädchen der Nausikaa) trgen es (das gewand) in die züber Schaidenreiszer Od. 24a; die frau ... stellte sich an eine butte und wusch bis zu tages anbruch, wo sie den zuber aufs haupt nehmend, an den bach trat, das gewaschne gewand auszuspülen J. Grimm kl. schr. 5, 400; für die grosze wäsche .. waren .. einige züber hinausgerollt E. Strausz freund Hein 40. so gehören zuber zum sauberen hausstand: da scheuerte er die kessel, wusch die schüsseln, säuberte eimer und zuber Grimm d. sagen 1, 55. dazu spulzuber ackermann aus Böhmen 55 Bernt; waschzuber Stieler 2637, Kramer 2, 1478c, Ludwig (1715) 2606.
b) badewanne M. Heyne d. hausalterthümer 3, 41, jetzt durch wanne verdrängt, wobei das material eine rolle spielt: labrum ein zber, oder bütte darinn man badet Golius 405; die natürlichen bäder seind, die da allein ausz natürlichem wasser oder dämpfen seind, on zsatz etlicher anderer ding, und diser seind mancherley, etliche von gewärmten zübern odder stuben, mit heiszen dämpffenden wassern Dryander der ganzen arzenei gem. inhalt (1542) 43b (dazu bild einer länglichen bütte mit dauben, reifen u. zwei handgriffen); ein schweiszbad in einem zuber Gäbelkover artzneyb. 1, 328; die mutter, welche ... ihr jüngstes kindlein in einem zuber badete kinder- u. hausm. 1, 103; wir gleichen badgästen, die aus dem heiszen zuber in die sommerstube springen Jean Paul 6, 59. auch vom taufgefäsz: die gevattern geben dem pfaffen 9 wachslichterlein, die er anzündet und an den zuber, so voll wasser mitten in der kirchen stehet, creutzweise klebet Olearius vermehrte reisebeschr. (1696) 144a; als ... der fürst (Rathold von Friesland) mit dem einen schenckel in zuber und tauff getretten, und aber den anderen schenckel noch drauszen hat Stumpf Schwytzerchronik 221b. dazu badzuber W. Brack (1488) d 3b; Kramer 2, 1478c; badezuber Stieler 2637; Ludwig (1718) 2106.
c) zuber im bergbau: wird er (der bergmann) wassernöthig, hält ers mit zubern, bulgen, pumpen Kirchmaier institutiones metallicae (1687) bei Veith 592. wasserzuber ist darinne man wasser zeucht 563. vgl. sp. 11, 2.
d) in zubern werden lebende fische bewahrt und verkauft, als wort der fischersprache belegt aus Schlesien, zschr. f. d. phil. 20, 494: Petrus het eyn zcuber vol (fische) gebetten Luther 341, 576 W.; wenn du einen zuber fische keuffest, dir die grossen auslesen Mathesius Syrach (1586) 3, 44a; zuber fisch H. v. Schweinichen denkwürdigkeiten 155 Österley. s. bei zober 4.

[Bd. 32, Sp. 241]



e) zuber bei der weinlese u. -bereitung: zuber labrum vinarium Maaler 523b; une cuve, un cuveau, eine kufen, weinkufen oder zuber Duez (1656) 86; vorlauf: heiszt dasjenige, was aus dem zuber von den trauben, ehe sie noch gestampfet oder getreten werden, von selbsten abläuft allg. haushalt.-lex. 3, 622; die herbstbutten und zuber (zur zeit der lese) Göthe III 1, 10 W.;

die bütten, züber, fasz und herbstgeschirr zu binden
Weckherlin 2, 382.

dazu trettzber calcatorium W. Brack (1488) d 4b, urcei vinarii weinzuber Golius 408, mostzuber Kramer 2, 1478c. ferner zubermasserei ein rheinweinmasz von 30—40 eimern (Östr.) v. Klein 2, 250.
f) im zuber wird etwas bereitet, angerichtet:

diu (nachbarin) wolte des morgens bachen
unde ir teig machen,
dô muoste siu ir zuber hân gesamtabenteuer 2, 306 (d. ritter unter d. zuber 327);

die breytschaft ist schon abgewegen.
drumb mögt irs wol inn zuber legen
Wickram 5, 128 (das narrengieszen, auf dem holzschnitt s. 121 sieht das gefäsz aus wie ein eimer);

da sagt der gerber zu dem knecht:
'sied gar den zuber voll leders recht'
Fischart Eulenspiegel v. 7264 Hauffen;

das quecksilber gerinnt zu tropfen und fällt im zuber nieder (nach abbildung ein gefäsz wie ein eimer ohne henkel) Lichtenberg briefe 2, 17; dazu der beleg aus Döbel jäger-practica sp. 11 oben. in gleicher anwendung in der bierbereitung Muspratt chemie (1888) 1, 1415, in der chemie Stöckhardt chem. feldbriefe f. d. landw. 1, 114, in der käsebereitung Martiny wb. d. milchwirtsch. 141. dazu gerberzuber vocabul. theut. (1482) k viiia; lederzuber Kramer 2, 1478c.
3) in volksthümlichen vergleichen und sprichwörtlichen wendungen bezeichnet zuber eine ungewöhnlich grosze menge, s. DWB zober 7 a oder etwas groszes: dasz jhr nemlich eben so wohl in floribus sauffen könnet alsz ein ochs: ... ebensowohl ein zuber voll ausziehen als ein kuh Moscherosch gesichte (1650) 2, 235; es würde mir täglich einen zuber voll wohlriechendes wasser kosten, wenn J. Möser sämtl. w. 2, 98; wann sie mich und die meinigen in einem löffel hätten können ersäufen, sie hätten keinen zuber dazu genommen v. Schweinichen denkw. 279 Österl. (dieselbe wendung Holtei erz. schr. 21, 122); was ein löffel verrichten kann darzu braucht man keinen zuber Kern sprichw. (1718) 54; es regnet als obs mit zübern gösse Kramer 2, 1478e; dâ zerinnet ê der vaʒʒe ê des ölbrunnen dîner gotlîchen güete, diu uns dâ vliuʒet ûʒ dem zuber dîner blüenden gotheit David v. Augsburg d. myst. 1, 381 Pfeiffer; ein maul so grosz als ein zuber volksb. v. dr. Faust2 80 ndr. die sogenante botenfrau (zwischen Naumburg und Schulpforta) ... schlepte ganze zuber voll fleisch und brod mit nach hause K. Fr. Bahrdt gesch. s. lebens 1, 85.
4) zuber ist in verschiedenen verhältnissen ein genaues hohlmasz geworden, vgl. sp. 12, 5: die züber sind alle gleich, halten 8 fülleymer, ein fülleymer 8 kanden Mathesius Sarepta 125b; in Görz gingen im 16. jh. 4 eimer auf einen zuber Görzer statutbuch 127 Gnirs; zuber, ein kohlenmaasz im königreiche Würtemberg. vier zuber gehen auf einen eimer Behlen forst- u. jagdkunde 6, 539. zuber wurde in Baden bei einführung des decimalsystems verwendet: ein zuber, dies ist das gröszte fruchtmasz, hat ... 10 malter P. Hebel 2, 261 Behaghel.
5) zuber für ein auf dem rücken zu tragendes gefäsz ist nicht deutlich belegt, gegen sp. 12, 5.
zuberbaum, m., die stange zum tragen eines zubers, s. DWB zoberbaum: Isaac Merci ... ward aber mit einem zuberbaum von den kauffgesellen also empfangen, dasz ihme die hirnschale zerschellert Olearius vermehrte reisebeschr. 50b. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
züberchen, n. Kramer 2, 1478c; Schwan nouveau dict. 2 (1784) 1114b: zuberchin und budchin Elsen von Holzhusen inventar (Frankfurter archiv 1410).

[Bd. 32, Sp. 242]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zubereit, adj., das verkürzte part. erscheint gelegentlich als deutliches adj., wie bereit, vgl. zubereiten III: do fandt sie ... ein schiffe gantzs zbereit V. Warbeck die schöne Magelone 51; wo aber ein melancolisch kopff ist, da hat der teuffel im ein zubereittes badt Nigrinus von zäuberern, hexen 168;

dasz am morgen alle gäst'
...
finden alles zubereit
Tieck 1, 165.

 

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