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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zuachten bis zubauen (Bd. 32, Sp. 234 bis 235)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zuachten, v., synon. mit zurechnen, zueignen, zuschätzen Schöpper (1550) e 4c; Schwartzenbach (1564) 100a, spätmhd. (nicht im mhd. wb., noch bei Lexer) u. frühnhd., mnd. toachten Schiller-Lübben 4, 553a; und mich gerchest, dinen uzerwelten frúnden z ze ahtende Seuse 491 B.; diweyl di scham ... ainer yeden frayntschafft zghörig, zgeacht würt Schwarzenberg Cicero 77b; ich weisz, das vil herren des hoffs sind, die mich benyden umb den stant, der mir von dem küng zgeachtet ist buch d. beisp. 45 lit. ver.
 
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zuackern, v.: inarare Stieler 18; hin und wieder gruben zu ackern hinc et inde foveas aratro complanare Steinbach 1, 9; und das zuackern ... mit der egge, das war wie eine keusche einhüllung des geheimnisvollen werdens, das nun beginnen sollte Rosegger laszt uns von liebe reden 105. —
 
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zuarbeiten, v. 1) auf etwas hin arbeiten: es wird solange auf eine seele zugearbeitet, bis endlich der zweck erhalten ist Zinzendorf Lond. pred. 2 (1757), 15. 2) einem zur hand arbeiten, bei der arbeit helfen: wenn als denn gute leute im zuarbeyten, ... solche trewe leute sind je lobens und danckenswerdt C. Spangenberg cithara Lutheri (1571) 183a; es bilden sich vorstände für ganze classen verwandter geschäfte, die sich von untergeordneten handwerkern und handlangern zuarbeiten lassen J. Grimm d. rechtsaltert. 4 1, 350. 3) verstärktes arbeiten, s. sp. 150, 3 a: da doctor Sphex recht kräftig zuarbeitete (beim magnetisieren), entschlief er doch Brentano 5, 360. 4) werkstücke zur zusammensetzung oder einfügung bearbeiten Karmarsch-Heeren 1, 684 (böttcherei); (zimmermannsarbeit) 4, 155; (schmirgelschleifen) 7, 683. 5) noch dazu, über die zeit arbeiten: sie wollen mich nicht fortlassen und vierzehn tage musz ich 'zuarbeiten' nach handwerksbrauch J. Meszner 83. 6) fertig arbeiten, bestellen: und sullen die vorgenanten weingerten vor sand Jorgentag zuegearbait haben mit snit mit hawen und was weingartenarbait recht ist urk. u. regesten zur gesch. v. Göttweig 2, 153. —
 
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zuathmen, v., dichtersprache, s. sp. 155f.:

es athmen die gefällgen linden
aus dank den schmeichlerischen winden
der blüten süsze düfte zu
J. A. Schlegel verm. ged. 1 (1787), 61.

ähnlich grafen Stolberg ges. w. 1, 93; Wieland I 1, 359 ac.
 
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zuäugeln, v.: sie nahm das juwel an, .. äugelte dem ausspender dankbar zu Musäus volksm. 4, 18. ähnlich Heine 2, 362 E.
 
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zuäuszerst, adv.:

[Bd. 32, Sp. 235]


Amadis 64 K.; zu äuszerst an der brücke Steinbach 2, 1122;

die beede schiff nach krieges sitten
zu eusserst stunden
Spreng Ilias 99b.


 
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zubach, m.: die Gruna, ein zubach der Rippach Fr. L. Jahn 2, 382. zubäche Ritter erdkunde 2, 114; Rückert 3, 278. —
 
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zubacken, v. 1) durch aneinanderkleben sich verschlieszen Campe 5, 884, vgl. DWB backen 2, th. 1, 1065. vorwiegend von kranken augen: zugebackene augen graminosi oculi Calvisius (1666) 491; wann die augen einem zugebacken Becher hausvater (1714) 356. in der form zubachen: was anlanget das zubachen und zudorren der augen Bartisch augendienst (1583) 105b. 2) noch hinzubacken Campe, daher in nordd. umgangspr. 'viel geld erfolglos in ein geschäft stecken'. —
 
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zubannen, v. 1) durch zauber verschlieszen: ich wuste andern ihre rohr zuzubannen Grimmelshausen 2, 673 K. 2) als fluch zutheilen:

es ist, als wär's mir zugebannt! (dasz sie den Robert immer vor augen hat, sagt Ännchen)
Tiedge (1823) 6, 60.


 
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zubau, m., plur. zubauten, zubaue anscheinend auf Östreich beschränkt Stifter 14, 257; Scheuchenstuel id. d. östr. berg- u. hüttenspr. 109; mitt. d. hist. ver. f. Steiermark 37, 171. 1) anbau zu einem gebäude: das blockhaus erhielt einen zubau, der viel gröszer ausfiel als das ursprüngliche gebäude P. Rosegger II 6, 271. das thor das mit einem riesigen grauen thurm, mehreren kleinen thürmen und anderen zubauten fast wie eine kleine stadt aussah E. v. Handel-Mazzetti Jesse u. Maria 272; so sind (in d. citadelle) ... so manche reste von mauern und thüren übrig geblieben, die mit den modernen zubauten malerisch contrastiren Ritter erdk. 10, 473. 2) als collectiv: ein kloster mit kirchlein und garten und allem nöthigen zubau Brentano 4, 137. 3) der vorgang des zubauens: die .. behörde wahrt .. bei dem zustandekommen von neu-, um- und zubauten die interessen des .. staates Lueger 1 2, 48. 4) hilfsbau, bergmännisch Veith 592; Scheuchenstuel 109. —
 
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zubauen, v. 1) hinzubauen, vgl. DWB zubau: laset unser jeden ... auch unsere die zeit her ungeachtete häuser stattlich aufbauen, ja so vil möglich, denselbigen zubauen Fischart phil. ehzuchtb. 123 Hauff.; ein alter thurn mit einem zugebauwnem geheusz Stumpf Schwytzerchr. (1606) 394b; 2 klöstern, Troizkoi ..., zu welchem schon einige 50 häuser zugebaut waren Ritter erdk. 3, 71. 2) dasselbe absolut: (er) erinnerte sich wieder daran (an das haus) und wollte darin wohnen ... er liesz auch zubauen Stifter 4, 1, 191. 3) durch bauen verschlieszen, zubauen Campe 5, 584b; nun die offenen gallerien zugebaut sein Elisabeth Charlotte v. Orleans briefe 5, 76; sofern man nicht gar ganz Europa, welches sich von tag zu tag mehr zubaut, bereits eine stadt nennen will Grabbe 4, 258 Blumenthal; die schöne aussicht nach dem Siebengebirge war nicht mehr, sie war zugebaut worden Hoffmann v. Fallersleben 7, 230. 4) das land fertig bestellen Schöpf 32; wenn der bauer seine felder zugebaut und die saat vollendet hat Böhme gesch. d. tanzes 1, 169. 5) im bergbau: hammerarbeit im zubauen Schönberg ausführl. berginformation 1, 5. —

 

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