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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zottbarchent bis zöttelchen (Bd. 32, Sp. 128 bis 133)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zottbarchent, m., 'eine gewisse gattung des barchentgewürks' Schmid schwäb. wb. 550 (aus einer Ulmer verordnung v. j. 1608).
 
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zöttchen, n., verkleinerung des folgenden wortes: er schildert ... ihr (der Tasmanier) haar als wollig und in zöttchen geteilt Ratzel völkerkunde 2, 97; die schleimhaut des uterus besitzt zu dieser zeit kleine pyramidale zöttchen Sömmering bau des menschl. körpers 7, 79.
 
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zotte, f. , ahd. zota, zata Graff 5, 633, mhd. zote, zotte mhd. wb. 3, 947b, Lexer 3, 1154. noch im 18. jh. auch zote geschrieben, sogar von Adelung, s. bei zote. es hat im nhd., zum theil wohl schon früher, das daneben vorhandene schwache masc. verdrängt, s. bei zott. da das wort überwiegend im plur. gebraucht wird, war das gramm. geschlecht meist nicht kenntlich. es ist möglich, dasz die nhd. ganz zur geltung gekommene verdoppelung des t von dem schwachen masc. stammt. in den übrigen germ. sprachen findet sich nur das masc., an. toddi, m. Fritzner 3, 709b, nd. tot Schambach 233a. die ursprüngliche form und das geschlecht von engl. tod ist nicht festzustellen. das an. m. tǫturr, nom. plur. tǫtrar Fritzner 3, 741b 'fetzen, lumpen' hat dieselbe ableitung wie ahd. zaturra, f., hure Graff. verwandt ist mhd.

[Bd. 32, Sp. 129]


zotte heuschwade Lexer 3, 1154b, noch in neuerer zeit angeführt bei Schmid schwäb. wb. 541. zu diesem gehört wieder an. tad, schw. dial. tad n. dünger Falk-Torp-Davidsen 1240. das entsprechende verbum ist mhd. zetten, nhd. verzetteln, an. teðja 'düngen' (verwandte verben in heutigen nord. dial. bei Falk-Torp-Davidsen). die germ. grundform war offenbar ein in der landwirthschaft besonders gebrauchtes verb und hatte die bedeutung, 'heu oder dünger gleichmäszig auf dem felde ausbreiten'. weiter zurück gehört es zusammen mit gr. δατέομαι. die allgemeine bedeutung 'gleichmäszig verteilen' liegt dem got. ungatass, adj., zugrunde, vgl. Fick 4 1, 451; 3, 167. der zusammenhang mit diesem verb zeigt sich am besten in dem Grubenhagener tot 'vom heu: ein maulvoll; en tot hû. ähnlich bei flachs, hede u. s. w., so viel als man mit einem mal faszt' Schambach. auch in engl. maa. ist tod 'ein bündel heu', engl. dial. dict. 14, 175b. es ist also ein ursprünglich bei der arbeit des heuens und düngens übliches wort auf andere vorkommnisse des bäuerlichen lebens übertragen. die ursprüngliche bedeutung war dann 'der einzelne griff beim streuen des heus oder düngers', dann 'die menge heu oder düngers, welche bei einem griff mit der gabel gepackt und ausgestreut wird'. so wird es wie zopf, s. oben sp. 83, zu einem masz, zunächst von waren, die sich ähnlich packen lassen, deutlich im engl. tod 'gewicht, im wollhandel üblich, meist 28 ' Skeat 647b; english dialect-dict. 14, 175b, weniger deutlich in an. toddi 'kleines stückchen', crustulum. dann ist es auch auf lebendes übertragen und bedeutete nun 'so viel wolle, wie man am schaf, oder so viel haare, als man am menschen mit einer faust fassen kann'. diese bedeutung gibt Schambach auch. so kommt man auf das deutsche zotte, m., f. es bedeutet nie schlechthin haarbüschel, wie etwa schopf und zopf, sondern immer unordentliches, zerzaustes oder, wie beim schaf, wollig verfilztes haar. den übergang vom zausen zum struppigen bietet auch zausbärtig: der alte zausbärtige schloszherr C. Hauptmann Einhart der lächler 2, 201.
diese entwicklung gehört mindestens dem westgerm. an. die mannigfachen bedeutungen von tod in den engl. maa. zeigen, dasz es nicht etwa ein lehnwort aus dem nord. ist. wahrscheinlich vom buschigen schwanz hat der fuchs den beinamen tod bekommen, daher auch ein brettspiel tod and lamb. tod als busch wird besonders von der eibe gebraucht ivy-tod Skeat, Jamieson scottish etym. lex. 4, 591. tod ist auch der wipfel eines gekröpften baumes, dann der ganze baum, schlieszlich, völlig vom ursprünglichen abliegend, ein baumstumpf engl. dial.-dict. 14, 175b. bedeutung:
1) zotte ist ein haarbüschel bei thieren, insbesondere die verfilzten, durch schmutz verklebten, wie zottel 1) und nordfries. tāder 'baumelnde kladde in den haaren des viehs, klabuster' Schmidt-Petersen 133a, vornehmlich bei solchen mit wolligem vliesz, wie schafen, ziegen, hunden, bären: villus, dependentes sine ordine pili haarzotte Frisch 2, 481c; 'eine anzahl herabhangender und zusammenklebender haare' Adelung, ähnlich Campe; die böck haltet man für die besten, die grosz und weitseittig seind, mit groszen hüfften, die voll dicker langer weiszer zotten hangen Mich. Herr feldbau 204b; der lewen seind zweierlei geschlecht, eins kurz und gestoszen, mit krauszen zotten Eppendorf Plinius 8, 51;

sie (die bären) schüttelten brummend
die um sich gieszenden zotten
E. v. Kleist 1, 175 Sauer;

wir schlummern in grotten,
umkräuselt von zotten
sicilischer vliesze
Matthison 1, 157;

Barry voran, obgleich in scheiben
und schollen sich die zotten reiben
Droste-Hülshoff 2, 62.

so von ähnlicher bewachsung bei thieren: von den underen kyffbaggen (des radfisches) hangend härab fleischlechte zotten, kurtz und lind Geszner thierbuch 3, 20a Herold-Forer. der heutigen naturwissenschaft ist das wort durchaus geläufig, vgl. auch unten bei 6): die ohren (der steppenantilope) .. innen mit ... zotten bekleidet Brehm 3 8, 414.

[Bd. 32, Sp. 130]



danach auch von weichen, wolligen stoffen: denn über disz .. müssen die fädene der werfte von fast unzehlbaren zotten gefaszt .. werden Lohenstein Arminius 2, 189b;

heftete über den rock mit einem hafte den weiten
doppelten mantel, weich und rauh von seidenen zotten
Stolberg 11, 332 (Ilias 10, 131);

sprachs und nahm vom haupte den schöngeformeten filzhut,
weisz und samtener weiche, mit bräunlichen zotten gerändet
Voss ged. 1, 134.


2) zotten sind haare von menschen.
a) die wüste behaarung wilder, verwilderter männer: unter den knien hangen ihnen (einer art wundermenschen) lange rauche zotten herab Prätorius anthropodemus plutonicus 1, 403;

doch wie kompts, hör, mein sauber Nas,
das weil du alls kanst riechen bas,
das dir nicht selbst in busen riechst
und deine groben zotten siehst (wortspiel mit zotten = zoten)
Fischart Dominici artlich leben 128 Kurz;

Lampard, der rauche heiszt der zweite mann,
denn zotten trägt sein leib im überschwange
Gries Bojardos verl. Roland 1, 28;

(glaubt ihr denn) dasz, weil zuweilen unter zotten schlägt
ein herz, wo grosze elemente schlafen,
deszhalb, wer eine feine wolle trägt,
unfehlbar zählt zu den merinoschafen?
Droste-Hülshoff 1, 70.


b) ungepflegtes, unordentlich herabhängendes haar von weibern:

mein magt die ist stutfaul,
die zotten hangen ir ins maul
Forster frische teutsche liedlein 195 neudr.

stehende wendung, so auch H. Sachs 22, 510 Keller-Götze.
3) wie die verschmutzt und verklettet herabhängenden zotten, besonders des kleinviehs, heiszen zotten die am boden schleifenden schmutzig-zerfetzten kleider, dann allgemein fetzen, lumpen: corruptela Diefenbach 153b, nov. gloss. 116a; fratilli 246a; quadrulus nov. gl. 310a; sarcimen nov. gl. 327a. mundartlich in südd. Schmeller 2 2, 1166; Lexer 266; Schöpf 765. auch in der literatur: da wandeln sich plötzlich vor den augen der mutter die kleider der töchter in zotten Grimm d. mythol. 4 2, 771. md. mehr zottel, s. d. wort. schwäb. hiesz früher zod auch schleppe Fulda versuch 603a; germ. wurzelwörter 295. vgl. an. tǫturr, s. o.
4) zotte ist daher ein schlumpiges, dann ein liederliches frauenzimmer, vgl. ahd. zaturra 'hure', an. tǫtrughypja ancilla Sveinbjörn 821a, huttl in Tirol, aus hutten hadern, fetzen Frommann 6, 157, zerrissenklaide oder hur oder ruffyanyn lena voc. theut. 1482 pp 6b. diese beiden, sich mischenden bedeutungen sind über das ganze festländische gebiet verbreitet Unger-Khull 654; Schmid schwäb. wb. 551; tutte, onnoozel, slordig vrouwpersoon, ook los, zedeloos vrouwspersoon Dijkstra 354b. vgl. auch bei zottel. literarische belege: die alte zoht, die herzoginn von Zell, breydt zu Paris ein geschrey ausz, so mich piquirt hatt Liselotte 1, 163 Menzel; damit der herr mit der zote ein vergnügtes leben führen kann Rosegger weltgift 28 (das wort ist unmittelbar aus der ma. genommen, daher einfaches t).
5) zotten sind auch putz der kleidung.
a) im 16. jh. die spitzen, herabhängenden lappen, besonders an den weiten hosen, mit lappen oft zusammen genannt: sonst möchten ihne die hundt an den zotten halten Fischart geschichtsklitterung 1, 247 neudr.;

wer jetzt nicht pluderhosen hat
die schier zu erden hangen
mit zotten, wie der teufels hat,
der kan nicht höflich prangen
Joh. Walther bei Ph. Wackernagel d. kirchenlied 3, 191;

so machte ich den frawen an die kappen
zoten und zerhaute lappen altd. passionssp. aus Tirol 270 Wackernell;

ein rote kapp mit vier farben, nemlich roten, gelben, weisen und graen zotten Thomas v. Absberg 198; ire hüet sind von weiszen filtz, gleich wie die griechischen priester tragen, allein dasz sie gerings herumb mit langen zotten und tollen ausz roszharen behenget sind Niclas Nicolai reysz in die türkey (1572) bbc.

[Bd. 32, Sp. 131]


seit man die engen schue erdacht
und zoten und lappen auf die cleider macht
Schmeller 2 2, 1166.


b) fransen: der ein grosze grüne sidene schnur als ein barfüszergürtel hat, mit groszen zotten, sydenen fasen Judas nazarei vom alten u. neuen gott 142 neudr.;

die andern reichten brot behend,
handtthücher rein, lang zotten dran
Murner Äneis (1543) 24b;

zwei hemden, eins mit knoten,
das ander aber hängt voll frantzen und voll zothen
Henrici ged. 1, 524.


6) an pflanzen und den inneren theilen der thiere: wahr ist es, dasz er (der hirs, die hirse) nicht dick darf gesäet werden, so bringt er schöne grosze kolben oder zotten (fruchtstände) Hohberg georgica curiosa 2, 42; Schmeller 2 2, 1166. als fachwort der botanik: apices, croci, zoten, sind spitzen oder zäsergen, welche gemeiniglich in den blumen an den sogenannten drätgen hangen Chomel 1, 564; zotten 'eine partie langer weicher haare, womit pflanzentheile bedeckt sind' Dietrich 10, 477, Bischoff 226. hiernach in freier anschaulicher bildung bartzotten: murmelnd und schäumend kam das wasser .. gehüpft, .., geheget von den fichten, so mit grauen bartzotten behangen wie alte riesen aussahen Wille Abendburg 45.
in der anatomie nennt man zotten die faserigen organe im inneren der därme, die bei der verdauung thätig sind allg. d. biblioth. 12, 2, 266; Sömmering bau des menschl. körpers 6, 891.
botanik und anatomie brauchen viele zusammensetzungen wie zottenbau, -bildung, -haut, -öffnung, -spitze, zottenförmig, -reich u. s. w.
7) in den maa. der deutschen Alpen ist zotte, zatte legföhre, knieholz, pinus mughus Schmeller 2 2, 1159, Lexer 266. daneben allgemeiner 'büschel' der (heidelbeeren) schwarzbeeren Schöpf 827. hierzu zette, zötte dirngestrüpp, gesträuch Schöpf, zettach, zöttach gestäude wie der heidelbeeren Schmeller. diese wörter berühren sich mit engl. tod und dem verb. zetten und dürfen als überbleibsel alter bedeutung und zugleich als beleg für den zusammenhang zwischen zetten und zotte angesehen werden.
 
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zotte, f., ausgusz, schnabel, schnauze an einer kanne oder ähnlichem gefäsz, schnabel am tonlämpchen alter art, aus dem der docht hervorsieht, brunnenröhre, in südwestd. maa. auch die brause an einer gieszkanne. zuerst belegt bei Alberus: bornrhor, oder zott, wasserrhor, dadurch der born springet; myxos, die zott an der ampel odder liecht, daraus das dacht brennt; zot fistula a a iii a. es galt früher als schriftdeutsch Hulsius-Ravellus 433a; zotte röre oder schnepfe an einer schleifkanne Stieler 2635; zotte f. tubus, die röhr an den kanden. zottkanne tubulatum poculum eine kanne mit einer röhr oder zotte Schottel haubtspr. 1449; noch bei Steinbach 2, 1121. aber schon Frisch bezeichnet es mit 'vulgo' 2, 481c, und jetzt wird es nur mundartlich gebraucht. es kommen zwei hauptformen vor, 1) mit kurzem o oder u, südwestd. und md. Meisinger 213, Autenrieth 156, Schmeller 2, 2, 1186 (aus Aschaffenburg u. von der Rhön), Crecelius 936, Kehrein 1, 456, Hertel 266 f. 2) mit langem û oder diphthong, allgemein nd. und nl. tūt, tǖt, teute Richey 307; brem.-ns. wb. 5, 56; Doornkaat-Koolman 3, 453; auch md. zeute, zeite Vilmar 466, ostfr. dsaude Heilig Taubergrund 40, vgl. Weigand 5 2, 1238. es wird ein altes wort sein, dessen zusammenhang mit isl. tota brustwarze nicht unwahrscheinlich ist Fick 4 3, 167. auffällig ist das ausbleiben der hd. lautverschiebung an der zweiten stelle, Wilmanns 1 § 47, anm. 3. ein anderes wort, als schallnachbildung auf nd. boden entstanden, ist tüte Richey 318, tūte, tūthorn, mit dem v. tuten.
 
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zottel, f. , ableitung von zotte, mit dem es auch in der anwendung ziemlich übereinstimmt, nur dass hier das unordentliche, verfilzte stärker zum ausdruck kommt. der bildung nach kann es ein altes wort sein, ist aber erst

[Bd. 32, Sp. 132]


spät. mhd. belegt Diefenbach nov. gl. 174a (für filacterium), Lexer 3, 1154.
1) büschel haare oder wolle, insbesondere die verkletteten oder durch schmutz verklebten: selten finden sich .. zotteln, wie am halse der ziegen Oken allg. naturg. 4, 331; wie grosz waren die hunde? gröszer als die elephanten, und voll langer zotteln Wieland Lucian 1, 179; mit der geschwungenen zottel des schweifes scheint sich das unthier zu ... wachsender furie zu peitschen (der wisent) Vischer auch einer 1, 239; er stand noch und streifte dem rappen die zoddeln aus H. v. Kleist 3, 148;

männern ziemet der bart und ein leib voll struppiger zotteln
Voss Ovid 2, 325.


2) büschel und ähnliches an pflanzen: die männlichen kätzchen (der schwärzlichen weide) ... besitzen ... 2 lange, die zotteln der schuppen überragende staubgefäsze Schlechtendal flora v. Deutschl. 10, 67. 'in einigen gegenden kätzchen der weiden' Campe. in Nassau' der mit nadeln versehene zweig der gemeinen kiefer Kehrein 1, 455. auch von ähnlichen organen an thieren: seine kurtzen züttel oder hörner braucht er (der kuttelfisch) zu jagen und fassen Gesner fischbuch 113a Forer; zotteln wie am halse der ziegen (lappenförmige gebilde) Oken allg. naturg. 4, 331.
3) fetzen am kleide, nur mundartlich Autenrieth 156; Martin-Lienhart 2, 920; Hertel 266; Follmann lothr. maa. 560.
4) unordentliches, auch leichtsinniges frauenzimmer, aus der vorigen bedeutung entstanden, vgl. DWB zotte 4); Kluge studentenspr. 136; Albrecht 241b; jeder hoddel findt sini zoddel Martin-Lienhart; was gehen sie die nachbarn an, sie neugierige zottel sie? Sudermann das hohe lied 62.
5) quaste, troddel: Jagemann 2, 2, 1429b; der schneider .. mit .. hirschledernen beinkleidern, halbstiefeln und zotteln daran Hebel 2, 223 Behaghel; der leibgürtel .. ist .. oft mit quasten und zotteln bunt behangen Ratzel völkerkunde 1, 423.
6) von männlichen wesen gebraucht wird zottel masc.
a) für tropf, taugenichts, landstreicher, nur obd., Unger-Khull 654a; Martin-Lienhart; züttel Seiler 329b. von umher zotteln, sonst könnte man auf troddel m. verweisen: so herrische zodeln, die nix zu thun haben und alleweil nur so herumsteigen Rosegger III 8, 64.
b) langhaariger hund: cirratus canis, ein zottichter wasserhund (zottel) (unter einer reihe von hunderassen) Pomey indiculus (1698) 42; zur zeit kam uns ein hund ins haus .. ein schöner, stattlicher, rot- und weiszgefleckter zottel Rosegger Alpensommer 145.
c) ein langer zug, zu nachzotteln: ich will mich nicht weiter bemühen, einen ganzen zodel von gesunden personen und kranken zuständen allhero zu setzen Scheuchzer Schweizerland 2, 102. es ist eine verkürzung von zottlete 'reihe von leuten, die trändelnd hinterdrein traben' Stalder 2, 478.
 
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zottelaffe, m., pithecia hirsuta Brehm 3 1, 240. —
 
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zottelbär, m., Campe, volksthümlich für bär: weilen ich grosze schaaf gesehen, welche 7 klafter lang wollerne schweif hatten, und waren so grosz als die zottlbern in Moscau Stranitzky lustige reyszbeschreibung 26 neudr.;

zottelbär und pantherthier
hat der pfeil bezwungen
H. v. Kleist 4, 33.

auch für einen in den haaren oder der kleidung unordentlichen menschen: bei den langen haarbündeln, welche ums haupt hängen, welche man so oft durch den friseur musz glätten und schmieren lassen, wenn man .. nicht einem zottelbär ähnlich sehen will Gotthelf 9, 27; Martin-Lienhart 2, 920b; Brendicke 196a; Hertel 266. daher vielleicht der neckvers:

Joggi hi, Joggi här,
Joggi isch e zottelbär
Seiler 327b (mit anderer erklärung).

[Bd. 32, Sp. 133]


der vers auch bei Laukhard leben und schicksale 2, 241; als kindervers aus der Lausitz germ. 22, 308. —
 
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zottelbart, m., ( Campe) unordentlicher, langer bart: du sollst diesen .. zottelbart (der stoiker) .. bald verschwunden .. sehen Wieland Lucian 5, 103;

und alles floh, was ungrisch fluchen kann,
und in die March, dasz ihre zottelbärte
wie schilfgras aus gedämmtem wasser ragten
Grillparzer 6, 28;

es war ein mann in langem hemd über dem gewande, einen ledergurt um die lenden, schwarzen zottelbart um kinn und wangen (Adam im Adam und Eva-spiel) Joh. Ranke erinnerungen 17. —
 
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zottelbärtig, adj. Campe: zottelbärtige männerchen (philosophen) Wieland Lucian 1, 276. —
 
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zottelbock, m. ,
a) ziegenbock:

die sennerin; aus voller schürze gleitet
ihr alpenros' und blauer speik, den rasch
der zottelbock vom boden raubt
Pichler marksteine 222.


b) unordentlicher, zerzauster kerl Schmeller 2 2, 1168, 'landstreicher' Unger-Khull 654a, Frommann 5, 466.
 
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zöttelchen, zottelchen, n. :
a) haarbüschelchen: der junge herr drehte an seinem blondbärtchen, das in zwei dünnen zottelchen über die mundwinkel herabfiel Sudermann das hohe lied 25;

als er (Napoleon) ....
der fürsten winz'ge wirbelzöpfe schnürte,
so fest, dasz sich kein zöttelchen mehr rührte
Baggesen 4, 274.


b) kleine troddel: im blauen frack mit gelben metallknöpfen, in suwarowstiefeln mit zöttelchen Vischer altes u. neues 3, 253.

 

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