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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zoterei bis zotte (Bd. 32, Sp. 127 bis 128)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zoterei, f.: sphäre der zoterei nord u. süd 43, 354.
 
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zoticht, zotig, früher auch zottig, adj., die erste form heute nicht mehr üblich: der könig aber nannte diese zusammenkunft mit dem königsmörder nach seiner zotigen weise 'den verlust seiner jungfernschaft' Gervinus gesch. des 19. jahrh. 1, 150; das zotige und schmutzige ist sehr arg gesch. d. d. dichtung 1, 205. zotiger witz, stil, zotige reden, geschichten.
 
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zotisch, adj.: dumm und trivial und zotisch müssen wir sein, um jeden preis — es ist ja carneval! Rosegger II 11, 180.
 
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zötlein, n., feine, weniger grobe zote, früher 'derbes wort': aber freude mit guten fromen leuten in gottes furcht, zucht, und ehren, ob gleich ein wort oder zötlin zu viel ist, gefellet gott wol Luther 6, 169a Jena.
 
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zötschen, v., zwitschern. dazu zötschicht pipiens Stieler 2649. vielleicht nach dem folgenden wort gebildet.
 
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zötscherlein, n., der leinfink, birkenzeisig, fringilla linaria, nach Suolahti wohl entlehnung aus poln.-tschech. čečetka vogelnamen 123: aegisthus ... ein zötscherlein Faber thesaurus 16b; Diefenbach 15;

die mosz-sperck und das zötscherlein,
pyrnmaisz, thonmaisz kam auch drein
H. Sachs 4, 282 Keller.


 
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zötscherling, m., dasselbe Corvinus 14.
 
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zott, m. , selten zote, flectiert zotten: zott (der) haarfotz Maaler 523b. im bair.-österr., wie allgemein beim schwachen m., ist der nom. sing. zotten Schmeller2 2, 1166. obwohl die sicheren belege eines schwachen masc. als nebenform des fem. zotte nur der obd. literatur des frühen nhd. und den heutigen obd. maa. angehören, so ist dies wort zweifellos alt. im mhd. kommt es zwar nur im plur. vor, den man meist als f. deuten wird, aber im ahd. ist wenigstens die eine glosse zato juba Graff 5, 633 sicher, aus der bei dem sonstigen wechsel der a- und o-formen ein m. zoto sicher erschlossen werden kann. zoto ist bis auf den einfachen consonanten gleich an. toddi m. das masc. ist auch im nd. bezeugt als tot Schambach 233a. entweder gab es auf der germ. stufe zwei wörter neben einander, oder das fem. ist erst eine

[Bd. 32, Sp. 128]


deutsche neubildung. über die muthmaszliche vorgeschichte der bedeutung und das verhältnis zu zatte, f., und zetten, n., s. bei zotte.
1) obd. zott, bair.-österr. zotten, heute zod gesprochen, bedeutet dasselbe wie DWB zotte: Maaler (siehe oben); zoten haarbüschel Loritza 148; 'büschel haare, abgenützte fasern an einem kleide', dir hangt ein ganzer zoten nach Höfer 3, 340;

und á bám is nix meh,
wos á haar áf dan kopf,
und da ganz 'lange wald'
is á zodn von mán zopf
Stelzhamer ausgew. dicht. 1, 112;

am linken ohr hängt ihm herab
ein à la mode zotten
Arnim 14, 470.


2) in der älteren zeit, bis über das ende des 17. jhs. hinaus, dient es als sing. zu zotten, zoten, s. bei zote: jocus scurrilis, ein grober zoten Corvinus 754; ein zott i. e. unflätige rede register oder reim- u. wörterbüchl. (Lübeck 1665) 53;

ist aber jemands undern allen,
dem solcher zott (ins gesicht husten) nicht wol gefelt,
und sich darüber zornig stelt
Scheit Grobianus v. 327;

das ist doch zu gar ein fauler zote Luther 8, 66a Jen., der gaist gottes leret alweg in der biblia, aber nit alweg in dynem talgen (dalketen) und losen zotten Eberlein v. Günzburg 1, 202 neudr.; alsdenn erzehlet irgend ein knecht einen prawen zoten G. Schmidt gestriegelte rockenphilosophia 2, 388. einen lamen zotten reiszen, einen groben zotten vorbringen.
3) der form nach könnte man hierher ziehen Luthers zu zotten, zu zotte gehn 'im schwange sein', nur ist es da, wo es gebraucht wird, eine einheitliche wendung ohne bewuszte beziehung zu einem bestimmten subst. vgl. in die wicken, flöten gehn. es kann daher die ursprüngliche grammatische form ganz verwischt sein. erklären läszt es sich entweder aus dem verb zotten 'schlendern', vgl. auch 1zotte 4), oder es geht auf die bei zotte vermuthete bedeutung 'griff dünger oder heu' beim ausbreiten über das feld. es wäre etwa 'zerstreut werden', 'sich ausbreiten'. die erhaltene form der wendung kann nach dem muster der vielen wendungen mit gehn sich gefestigt haben. belege: daraus denn folgen mussen solch unzeliche schwinde böse griff und tuck, die itzt unter den kaufleuten zu zotten gehn Luther 15, 304 Weim.; videte was vor eyn schinderey uffm margkt zu zote gehet 27, 418; aber den ewigen zanck, der im römischen hofe und anderswo unter den geistlichen zu zote gehet, .. wollen sie nicht sehen Flacius von waren u. falschen mitteldingen h 2b;

und andre unlust mancherley,
so in der welt zu zotte geht,
im himel nicht zu finden steht
Ringwaldt christ. vermahnung D IIa.


 
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zottbarchent, m., 'eine gewisse gattung des barchentgewürks' Schmid schwäb. wb. 550 (aus einer Ulmer verordnung v. j. 1608).
 
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zöttchen, n., verkleinerung des folgenden wortes: er schildert ... ihr (der Tasmanier) haar als wollig und in zöttchen geteilt Ratzel völkerkunde 2, 97; die schleimhaut des uterus besitzt zu dieser zeit kleine pyramidale zöttchen Sömmering bau des menschl. körpers 7, 79.
 
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zotte, f. , ahd. zota, zata Graff 5, 633, mhd. zote, zotte mhd. wb. 3, 947b, Lexer 3, 1154. noch im 18. jh. auch zote geschrieben, sogar von Adelung, s. bei zote. es hat im nhd., zum theil wohl schon früher, das daneben vorhandene schwache masc. verdrängt, s. bei zott. da das wort überwiegend im plur. gebraucht wird, war das gramm. geschlecht meist nicht kenntlich. es ist möglich, dasz die nhd. ganz zur geltung gekommene verdoppelung des t von dem schwachen masc. stammt. in den übrigen germ. sprachen findet sich nur das masc., an. toddi, m. Fritzner 3, 709b, nd. tot Schambach 233a. die ursprüngliche form und das geschlecht von engl. tod ist nicht festzustellen. das an. m. tǫturr, nom. plur. tǫtrar Fritzner 3, 741b 'fetzen, lumpen' hat dieselbe ableitung wie ahd. zaturra, f., hure Graff. verwandt ist mhd.

[Bd. 32, Sp. 129]


zotte heuschwade Lexer 3, 1154b, noch in neuerer zeit angeführt bei Schmid schwäb. wb. 541. zu diesem gehört wieder an. tad, schw. dial. tad n. dünger Falk-Torp-Davidsen 1240. das entsprechende verbum ist mhd. zetten, nhd. verzetteln, an. teðja 'düngen' (verwandte verben in heutigen nord. dial. bei Falk-Torp-Davidsen). die germ. grundform war offenbar ein in der landwirthschaft besonders gebrauchtes verb und hatte die bedeutung, 'heu oder dünger gleichmäszig auf dem felde ausbreiten'. weiter zurück gehört es zusammen mit gr. δατέομαι. die allgemeine bedeutung 'gleichmäszig verteilen' liegt dem got. ungatass, adj., zugrunde, vgl. Fick 4 1, 451; 3, 167. der zusammenhang mit diesem verb zeigt sich am besten in dem Grubenhagener tot 'vom heu: ein maulvoll; en tot hû. ähnlich bei flachs, hede u. s. w., so viel als man mit einem mal faszt' Schambach. auch in engl. maa. ist tod 'ein bündel heu', engl. dial. dict. 14, 175b. es ist also ein ursprünglich bei der arbeit des heuens und düngens übliches wort auf andere vorkommnisse des bäuerlichen lebens übertragen. die ursprüngliche bedeutung war dann 'der einzelne griff beim streuen des heus oder düngers', dann 'die menge heu oder düngers, welche bei einem griff mit der gabel gepackt und ausgestreut wird'. so wird es wie zopf, s. oben sp. 83, zu einem masz, zunächst von waren, die sich ähnlich packen lassen, deutlich im engl. tod 'gewicht, im wollhandel üblich, meist 28 ' Skeat 647b; english dialect-dict. 14, 175b, weniger deutlich in an. toddi 'kleines stückchen', crustulum. dann ist es auch auf lebendes übertragen und bedeutete nun 'so viel wolle, wie man am schaf, oder so viel haare, als man am menschen mit einer faust fassen kann'. diese bedeutung gibt Schambach auch. so kommt man auf das deutsche zotte, m., f. es bedeutet nie schlechthin haarbüschel, wie etwa schopf und zopf, sondern immer unordentliches, zerzaustes oder, wie beim schaf, wollig verfilztes haar. den übergang vom zausen zum struppigen bietet auch zausbärtig: der alte zausbärtige schloszherr C. Hauptmann Einhart der lächler 2, 201.
diese entwicklung gehört mindestens dem westgerm. an. die mannigfachen bedeutungen von tod in den engl. maa. zeigen, dasz es nicht etwa ein lehnwort aus dem nord. ist. wahrscheinlich vom buschigen schwanz hat der fuchs den beinamen tod bekommen, daher auch ein brettspiel tod and lamb. tod als busch wird besonders von der eibe gebraucht ivy-tod Skeat, Jamieson scottish etym. lex. 4, 591. tod ist auch der wipfel eines gekröpften baumes, dann der ganze baum, schlieszlich, völlig vom ursprünglichen abliegend, ein baumstumpf engl. dial.-dict. 14, 175b. bedeutung:
1) zotte ist ein haarbüschel bei thieren, insbesondere die verfilzten, durch schmutz verklebten, wie zottel 1) und nordfries. tāder 'baumelnde kladde in den haaren des viehs, klabuster' Schmidt-Petersen 133a, vornehmlich bei solchen mit wolligem vliesz, wie schafen, ziegen, hunden, bären: villus, dependentes sine ordine pili haarzotte Frisch 2, 481c; 'eine anzahl herabhangender und zusammenklebender haare' Adelung, ähnlich Campe; die böck haltet man für die besten, die grosz und weitseittig seind, mit groszen hüfften, die voll dicker langer weiszer zotten hangen Mich. Herr feldbau 204b; der lewen seind zweierlei geschlecht, eins kurz und gestoszen, mit krauszen zotten Eppendorf Plinius 8, 51;

sie (die bären) schüttelten brummend
die um sich gieszenden zotten
E. v. Kleist 1, 175 Sauer;

wir schlummern in grotten,
umkräuselt von zotten
sicilischer vliesze
Matthison 1, 157;

Barry voran, obgleich in scheiben
und schollen sich die zotten reiben
Droste-Hülshoff 2, 62.

so von ähnlicher bewachsung bei thieren: von den underen kyffbaggen (des radfisches) hangend härab fleischlechte zotten, kurtz und lind Geszner thierbuch 3, 20a Herold-Forer. der heutigen naturwissenschaft ist das wort durchaus geläufig, vgl. auch unten bei 6): die ohren (der steppenantilope) .. innen mit ... zotten bekleidet Brehm 3 8, 414.

[Bd. 32, Sp. 130]



danach auch von weichen, wolligen stoffen: denn über disz .. müssen die fädene der werfte von fast unzehlbaren zotten gefaszt .. werden Lohenstein Arminius 2, 189b;

heftete über den rock mit einem hafte den weiten
doppelten mantel, weich und rauh von seidenen zotten
Stolberg 11, 332 (Ilias 10, 131);

sprachs und nahm vom haupte den schöngeformeten filzhut,
weisz und samtener weiche, mit bräunlichen zotten gerändet
Voss ged. 1, 134.


2) zotten sind haare von menschen.
a) die wüste behaarung wilder, verwilderter männer: unter den knien hangen ihnen (einer art wundermenschen) lange rauche zotten herab Prätorius anthropodemus plutonicus 1, 403;

doch wie kompts, hör, mein sauber Nas,
das weil du alls kanst riechen bas,
das dir nicht selbst in busen riechst
und deine groben zotten siehst (wortspiel mit zotten = zoten)
Fischart Dominici artlich leben 128 Kurz;

Lampard, der rauche heiszt der zweite mann,
denn zotten trägt sein leib im überschwange
Gries Bojardos verl. Roland 1, 28;

(glaubt ihr denn) dasz, weil zuweilen unter zotten schlägt
ein herz, wo grosze elemente schlafen,
deszhalb, wer eine feine wolle trägt,
unfehlbar zählt zu den merinoschafen?
Droste-Hülshoff 1, 70.


b) ungepflegtes, unordentlich herabhängendes haar von weibern:

mein magt die ist stutfaul,
die zotten hangen ir ins maul
Forster frische teutsche liedlein 195 neudr.

stehende wendung, so auch H. Sachs 22, 510 Keller-Götze.
3) wie die verschmutzt und verklettet herabhängenden zotten, besonders des kleinviehs, heiszen zotten die am boden schleifenden schmutzig-zerfetzten kleider, dann allgemein fetzen, lumpen: corruptela Diefenbach 153b, nov. gloss. 116a; fratilli 246a; quadrulus nov. gl. 310a; sarcimen nov. gl. 327a. mundartlich in südd. Schmeller 2 2, 1166; Lexer 266; Schöpf 765. auch in der literatur: da wandeln sich plötzlich vor den augen der mutter die kleider der töchter in zotten Grimm d. mythol. 4 2, 771. md. mehr zottel, s. d. wort. schwäb. hiesz früher zod auch schleppe Fulda versuch 603a; germ. wurzelwörter 295. vgl. an. tǫturr, s. o.
4) zotte ist daher ein schlumpiges, dann ein liederliches frauenzimmer, vgl. ahd. zaturra 'hure', an. tǫtrughypja ancilla Sveinbjörn 821a, huttl in Tirol, aus hutten hadern, fetzen Frommann 6, 157, zerrissenklaide oder hur oder ruffyanyn lena voc. theut. 1482 pp 6b. diese beiden, sich mischenden bedeutungen sind über das ganze festländische gebiet verbreitet Unger-Khull 654; Schmid schwäb. wb. 551; tutte, onnoozel, slordig vrouwpersoon, ook los, zedeloos vrouwspersoon Dijkstra 354b. vgl. auch bei zottel. literarische belege: die alte zoht, die herzoginn von Zell, breydt zu Paris ein geschrey ausz, so mich piquirt hatt Liselotte 1, 163 Menzel; damit der herr mit der zote ein vergnügtes leben führen kann Rosegger weltgift 28 (das wort ist unmittelbar aus der ma. genommen, daher einfaches t).
5) zotten sind auch putz der kleidung.
a) im 16. jh. die spitzen, herabhängenden lappen, besonders an den weiten hosen, mit lappen oft zusammen genannt: sonst möchten ihne die hundt an den zotten halten Fischart geschichtsklitterung 1, 247 neudr.;

wer jetzt nicht pluderhosen hat
die schier zu erden hangen
mit zotten, wie der teufels hat,
der kan nicht höflich prangen
Joh. Walther bei Ph. Wackernagel d. kirchenlied 3, 191;

so machte ich den frawen an die kappen
zoten und zerhaute lappen altd. passionssp. aus Tirol 270 Wackernell;

ein rote kapp mit vier farben, nemlich roten, gelben, weisen und graen zotten Thomas v. Absberg 198; ire hüet sind von weiszen filtz, gleich wie die griechischen priester tragen, allein dasz sie gerings herumb mit langen zotten und tollen ausz roszharen behenget sind Niclas Nicolai reysz in die türkey (1572) bbc.

[Bd. 32, Sp. 131]


seit man die engen schue erdacht
und zoten und lappen auf die cleider macht
Schmeller 2 2, 1166.


b) fransen: der ein grosze grüne sidene schnur als ein barfüszergürtel hat, mit groszen zotten, sydenen fasen Judas nazarei vom alten u. neuen gott 142 neudr.;

die andern reichten brot behend,
handtthücher rein, lang zotten dran
Murner Äneis (1543) 24b;

zwei hemden, eins mit knoten,
das ander aber hängt voll frantzen und voll zothen
Henrici ged. 1, 524.


6) an pflanzen und den inneren theilen der thiere: wahr ist es, dasz er (der hirs, die hirse) nicht dick darf gesäet werden, so bringt er schöne grosze kolben oder zotten (fruchtstände) Hohberg georgica curiosa 2, 42; Schmeller 2 2, 1166. als fachwort der botanik: apices, croci, zoten, sind spitzen oder zäsergen, welche gemeiniglich in den blumen an den sogenannten drätgen hangen Chomel 1, 564; zotten 'eine partie langer weicher haare, womit pflanzentheile bedeckt sind' Dietrich 10, 477, Bischoff 226. hiernach in freier anschaulicher bildung bartzotten: murmelnd und schäumend kam das wasser .. gehüpft, .., geheget von den fichten, so mit grauen bartzotten behangen wie alte riesen aussahen Wille Abendburg 45.
in der anatomie nennt man zotten die faserigen organe im inneren der därme, die bei der verdauung thätig sind allg. d. biblioth. 12, 2, 266; Sömmering bau des menschl. körpers 6, 891.
botanik und anatomie brauchen viele zusammensetzungen wie zottenbau, -bildung, -haut, -öffnung, -spitze, zottenförmig, -reich u. s. w.
7) in den maa. der deutschen Alpen ist zotte, zatte legföhre, knieholz, pinus mughus Schmeller 2 2, 1159, Lexer 266. daneben allgemeiner 'büschel' der (heidelbeeren) schwarzbeeren Schöpf 827. hierzu zette, zötte dirngestrüpp, gesträuch Schöpf, zettach, zöttach gestäude wie der heidelbeeren Schmeller. diese wörter berühren sich mit engl. tod und dem verb. zetten und dürfen als überbleibsel alter bedeutung und zugleich als beleg für den zusammenhang zwischen zetten und zotte angesehen werden.

 

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