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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zotenschreiber bis zottbarchent (Bd. 32, Sp. 127 bis 128)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zotenschreiber, m. Stieler 1923. —
 
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zotenvoll, adj.: zotenvolle gedichte allg. d. biblioth. anh. zu 37—52, 358.
 
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zoterei, f.: sphäre der zoterei nord u. süd 43, 354.
 
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zoticht, zotig, früher auch zottig, adj., die erste form heute nicht mehr üblich: der könig aber nannte diese zusammenkunft mit dem königsmörder nach seiner zotigen weise 'den verlust seiner jungfernschaft' Gervinus gesch. des 19. jahrh. 1, 150; das zotige und schmutzige ist sehr arg gesch. d. d. dichtung 1, 205. zotiger witz, stil, zotige reden, geschichten.
 
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zotisch, adj.: dumm und trivial und zotisch müssen wir sein, um jeden preis — es ist ja carneval! Rosegger II 11, 180.
 
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zötlein, n., feine, weniger grobe zote, früher 'derbes wort': aber freude mit guten fromen leuten in gottes furcht, zucht, und ehren, ob gleich ein wort oder zötlin zu viel ist, gefellet gott wol Luther 6, 169a Jena.
 
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zötschen, v., zwitschern. dazu zötschicht pipiens Stieler 2649. vielleicht nach dem folgenden wort gebildet.
 
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zötscherlein, n., der leinfink, birkenzeisig, fringilla linaria, nach Suolahti wohl entlehnung aus poln.-tschech. čečetka vogelnamen 123: aegisthus ... ein zötscherlein Faber thesaurus 16b; Diefenbach 15;

die mosz-sperck und das zötscherlein,
pyrnmaisz, thonmaisz kam auch drein
H. Sachs 4, 282 Keller.


 
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zötscherling, m., dasselbe Corvinus 14.
 
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zott, m. , selten zote, flectiert zotten: zott (der) haarfotz Maaler 523b. im bair.-österr., wie allgemein beim schwachen m., ist der nom. sing. zotten Schmeller2 2, 1166. obwohl die sicheren belege eines schwachen masc. als nebenform des fem. zotte nur der obd. literatur des frühen nhd. und den heutigen obd. maa. angehören, so ist dies wort zweifellos alt. im mhd. kommt es zwar nur im plur. vor, den man meist als f. deuten wird, aber im ahd. ist wenigstens die eine glosse zato juba Graff 5, 633 sicher, aus der bei dem sonstigen wechsel der a- und o-formen ein m. zoto sicher erschlossen werden kann. zoto ist bis auf den einfachen consonanten gleich an. toddi m. das masc. ist auch im nd. bezeugt als tot Schambach 233a. entweder gab es auf der germ. stufe zwei wörter neben einander, oder das fem. ist erst eine

[Bd. 32, Sp. 128]


deutsche neubildung. über die muthmaszliche vorgeschichte der bedeutung und das verhältnis zu zatte, f., und zetten, n., s. bei zotte.
1) obd. zott, bair.-österr. zotten, heute zod gesprochen, bedeutet dasselbe wie DWB zotte: Maaler (siehe oben); zoten haarbüschel Loritza 148; 'büschel haare, abgenützte fasern an einem kleide', dir hangt ein ganzer zoten nach Höfer 3, 340;

und á bám is nix meh,
wos á haar áf dan kopf,
und da ganz 'lange wald'
is á zodn von mán zopf
Stelzhamer ausgew. dicht. 1, 112;

am linken ohr hängt ihm herab
ein à la mode zotten
Arnim 14, 470.


2) in der älteren zeit, bis über das ende des 17. jhs. hinaus, dient es als sing. zu zotten, zoten, s. bei zote: jocus scurrilis, ein grober zoten Corvinus 754; ein zott i. e. unflätige rede register oder reim- u. wörterbüchl. (Lübeck 1665) 53;

ist aber jemands undern allen,
dem solcher zott (ins gesicht husten) nicht wol gefelt,
und sich darüber zornig stelt
Scheit Grobianus v. 327;

das ist doch zu gar ein fauler zote Luther 8, 66a Jen., der gaist gottes leret alweg in der biblia, aber nit alweg in dynem talgen (dalketen) und losen zotten Eberlein v. Günzburg 1, 202 neudr.; alsdenn erzehlet irgend ein knecht einen prawen zoten G. Schmidt gestriegelte rockenphilosophia 2, 388. einen lamen zotten reiszen, einen groben zotten vorbringen.
3) der form nach könnte man hierher ziehen Luthers zu zotten, zu zotte gehn 'im schwange sein', nur ist es da, wo es gebraucht wird, eine einheitliche wendung ohne bewuszte beziehung zu einem bestimmten subst. vgl. in die wicken, flöten gehn. es kann daher die ursprüngliche grammatische form ganz verwischt sein. erklären läszt es sich entweder aus dem verb zotten 'schlendern', vgl. auch 1zotte 4), oder es geht auf die bei zotte vermuthete bedeutung 'griff dünger oder heu' beim ausbreiten über das feld. es wäre etwa 'zerstreut werden', 'sich ausbreiten'. die erhaltene form der wendung kann nach dem muster der vielen wendungen mit gehn sich gefestigt haben. belege: daraus denn folgen mussen solch unzeliche schwinde böse griff und tuck, die itzt unter den kaufleuten zu zotten gehn Luther 15, 304 Weim.; videte was vor eyn schinderey uffm margkt zu zote gehet 27, 418; aber den ewigen zanck, der im römischen hofe und anderswo unter den geistlichen zu zote gehet, .. wollen sie nicht sehen Flacius von waren u. falschen mitteldingen h 2b;

und andre unlust mancherley,
so in der welt zu zotte geht,
im himel nicht zu finden steht
Ringwaldt christ. vermahnung D IIa.


 
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zottbarchent, m., 'eine gewisse gattung des barchentgewürks' Schmid schwäb. wb. 550 (aus einer Ulmer verordnung v. j. 1608).

 

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