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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zornwüthigkeit bis zötchen (Bd. 32, Sp. 122 bis 123)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zornwüthigkeit, f. H. Sachs 3, 463 Keller.
 
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zornzeichen, n.: solche verechter göttlicher zornzeichen und drewung solte die oberkeit eines jeden ortes ernstlichen am leibe strafen Cyr. Spangenberg mansfeld. chron. 502a; soll ich mich nicht förchten für gottes zornzeichen Dannhawer catechismusmilch 1, 265. —
 
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zornzwinger, m.: die liebe nennet er (Bartas) domte-orgueil, zornzwinger Schottel haubtsprache 86.
 
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zorten, v., den darm entleeren: bis ich von schmertzens wegen das gefressen krute ganz widerumb zum hindern us gegeben und gezortet hatt Niclas v. Wyle translationen 261 Keller. bair. zort mist Schmeller 2 2, 1151, ags. tord Bosworth-Toller 1002b.
 
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zöschen, n., nebenform zu zeschen 'schleppend gehn, schleifen' Schmeller 2 2, 1158, Lexer kärnt. wb. 266, Vilmar 472, Reinwald 1, 201; 2, 148, Regel 293, Spiesz 292. auch transit.:

an den andren ein zuber hach,
den zösch auch also hindennach!
H. Sachs 17, 324 Keller-Götze;

in dem ein hündtlein sprang empor
erwischt ein kalbskopff bey eim ohr
raisz den herab, zöscht ihn darvon 9, 263.

dazu zöscher, züscher 'schleifer', volksthümlicher tanz im Hennebergischen Spiesz. ferner gezösch, n.:

si haben in mir ein gezösch,
als ob es weren lauter frösch
H. Sachs 5, 7 Keller.


 
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zöse, f., 'streiche, womit die landwolle zu tüchern gestrichen wird, mit 30 bis 60 reihen zähnen' Jacobsson 4, 717b.
 
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zöse, adv., adj. (?), 'weich, sanft', ursprünglich wohl 'weich, glatt', von wollenen tüchern und anderen geweben, s. d. v. w.: als eine zwar liebliche, ... jungfran, die so zärtlich und so zöse von ihrer mutter, der natur, ist auferzogen .. worden Zesen verm. t. Helikon 1, 117.
 
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zosen, v., streicheln (?):

wer slch verrümpt dunckt mit liebkosen,
den schmeichlers balg weidlich zu zosen,
verwirft oft unversehn die schantz
Kirchhof wendunmuth 1, 310,


 
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zoseln, v., glattstreichen (?):

ihr schurtz ist gleich geschnitten ab,
ein zipfel nauf der ander rab,
ihr hembd fein zoselt nach dem sitt,
als ob sies brotduch gfressen mit
Eyering prov. 1, 639.


 
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zossen, zosseln, v., nebenwort zu zotten, zotteln, schleppend einhergehen, herumstreichen Schmeller 2 2, 1154, Unger-Khull 654b. in Steiermark auch 'bergbau auf metalle betreiben', in Ostpreuszen 'die thätigkeit, durch welche bei der winterfischerei unter dem eise die

[Bd. 32, Sp. 123]


flügel des netzgarnes ausgebreitet werden' Frischbier 2, 498b f.
 
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zötchen, n. Adelung, selten zotchen, verkleinerungsform des folgenden: und wo er was zu suchen hat, da schickt er etliche zötgen voran C. Weise drei erznarren 175 neudr.; dasz er zötchen und anecdötchen drucken läszt, woran sich die alten weiber und die mamsellen kitzeln Lichtenberg briefe 2, 362;

(Melotchen) aus dem versteck
risz er sein pöszchen und sein zotchen
Immermann 13, 276.

 

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