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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zornwoge bis zöschen (Bd. 32, Sp. 121 bis 122)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zornwoge, zorneswoge: das gefühl, dasz es jetzt aus sei mit den beiden, liesz die zornwogen in seinem herzen ebben Melchior Meyr erz. aus d. Ries 2, 323; hochgehende zorneswogen Freytag 12, 216. —
 
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zornwolke, zorneswolke, f.: so sahe er doch aus des königs Syphax zornwolken ein grausames gewitter über ihn aufziehen Lohenstein Arminius 1, 849a; hinter ihr gottes schauderhafte zorneswolke Gotthelf 22, 56.
 
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zornwort, zorneswort, n.: das ward der stamm des worts: die nase sitz des zorns: das ganze geschlecht der zornwörter und zornmetaphern schnauben ihren ursprung Herder 5, 70; damit nicht die ruthe dem kinde ein richtschwert wird und das zornwort ein donner Jean Paul 44, 76; verzweiflungsvolle zornworte C. F. Meyer der heilige 16; auf bittere vorwürfe, auf heftige zornesworte war sie gefaszt Alexis Isegrim 3, 206. —
 
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zornwürdig, adj.: es erwiesen aber Philemon und Menander

[Bd. 32, Sp. 122]


in einer so zornwürdigen sach, mehr gedult theatr. amoris 186. —
 
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zornwuth, zorneswuth, f.: er starb a. 1450 vor der stadt Croja, aus groszer zornwut, dasz er sie nicht erobern können Birken verm. Donaustr. 154; die zornwuth der zänkischen weiber Musäus volksmärchen 2, 108;

zornwuth und liebe,
verzweifelnd an einander gehetzt,
beiden das auge voll thränen
Mörike 3, 123;

er reit't in zorneswuth,
als schon der morgen tagte
Freiligrath 4, 186.


 
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zornwüthig, adj.:

deshalb das volck gantz zornwütig
denckt gar von dem könig zu stelln,
ein andern könig im zu wehln
H. Sachs 10, 394 Keller-Götze;

im kampfe mit einer kindischen und zornwüthigen mutter Nietzsche I 2, 314; zornwüthig ergriff der treue Günther ein holzscheit und drang fluchend auf die magd ein Kürnberger novellen 1, 83. von thieren: ur oder dur, das ist, ein wilder zornwütiger stier genennet Stumpf Schwytzerchron. 419b; ich will behaupten ..., dasz es (das nashorn) .. nicht ein so zornwüthiges .. geschöpf ist Brehm thierl.3 3, 117. vom wasser: also rwet der zornwütig Rheyn im Bodensee Stumpf Schwytzerchron. 606a. —
 
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zornwüthigkeit, f. H. Sachs 3, 463 Keller.
 
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zornzeichen, n.: solche verechter göttlicher zornzeichen und drewung solte die oberkeit eines jeden ortes ernstlichen am leibe strafen Cyr. Spangenberg mansfeld. chron. 502a; soll ich mich nicht förchten für gottes zornzeichen Dannhawer catechismusmilch 1, 265. —
 
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zornzwinger, m.: die liebe nennet er (Bartas) domte-orgueil, zornzwinger Schottel haubtsprache 86.
 
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zorten, v., den darm entleeren: bis ich von schmertzens wegen das gefressen krute ganz widerumb zum hindern us gegeben und gezortet hatt Niclas v. Wyle translationen 261 Keller. bair. zort mist Schmeller 2 2, 1151, ags. tord Bosworth-Toller 1002b.
 
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zöschen, n., nebenform zu zeschen 'schleppend gehn, schleifen' Schmeller 2 2, 1158, Lexer kärnt. wb. 266, Vilmar 472, Reinwald 1, 201; 2, 148, Regel 293, Spiesz 292. auch transit.:

an den andren ein zuber hach,
den zösch auch also hindennach!
H. Sachs 17, 324 Keller-Götze;

in dem ein hündtlein sprang empor
erwischt ein kalbskopff bey eim ohr
raisz den herab, zöscht ihn darvon 9, 263.

dazu zöscher, züscher 'schleifer', volksthümlicher tanz im Hennebergischen Spiesz. ferner gezösch, n.:

si haben in mir ein gezösch,
als ob es weren lauter frösch
H. Sachs 5, 7 Keller.

 

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