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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zorntrunken bis zornwolke (Bd. 32, Sp. 120 bis 121)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zorntrunken, adj.: zorntrunkene pädagogen Bode Montaignes ged. u. mein. 1, 331;

ihr schicksalstag', ihr reiszenden, wenn der gott
stillsinnend lenkt, wohin zorntrunken
ihn die gigantischen rosse bringen
Hölderlin 1, 251 Litzmann.

[Bd. 32, Sp. 121]



 
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zornvoll, zornesvoll, adj.: ein hund wann er die zähne blecket, bedeutet er einen zornvollen und verbitterten Treuer deutscher Dädalus 1, 871;

Pontius sprichts mit geflügelten worten, und wendet sich zornvoll
Klopstock Messias 7, 842;

mit zornvollem angesicht Ranke 38, 181; zornesvoll rief sie, dasz man öffne Gotthelf 9, 155. —
 
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zornwaffe, f. meist pl. Dannhawer catechismusmilch 6, 89; Harsdörffer frauenz.-gesprechsp. 5, 226.
 
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zornwage, zornwähe, adj., andere formen zornwägig, zornwähig, zornweger, zornwaich Schmeller 2 2, 1151. spätmhd. belegt als zornwæhe mhd. wb. 3, 460a, doch ist die ursprüngliche form zornwæge 'zum zorn geneigt', vgl. bei wæge mhd. wb. 3, 647b f. das wort ist beliebt in der literatur des 16. jhs. aus alemannischem gebiet, jetzt aber, wie es scheint, auch in den maa. ausgestorben, es fehlt bei Martin-Lienhart 2, 914. von zorngäh wurde es unterschieden: bistu zornweh und gech und würst leichtlichen zu zorn bewegt Geiler irrig schaf (1508) 7a. lexicalische belege: zornwegig cerebrosus Dasypodius 467a; biliosus zornweg Golius 132; iracundus unwürsz zornmütig zornwegig Schöpper synon. b 6c. literarische: so sollen sie (die hähne) auch zornweg sein, gern und offt kräen Mich. Herr feldbau 176b; mit dem zornwähen fah kein hader an Brunfels pandectbüchlin 146a;

dann das er lang zyt wonen mst
bey eym zornwähen, bösen wib
Seb. Brant narrenschiff 54 Zarncke;

das der grosz Alexander, von wegen seiner hitzigen complexion, so zornwech, und des trinkens so begirig gewesen (vgl. den beleg bei zorngierig) Boner Plutarchus 2b; mit den uns genugsam verursachten arbeiten und hendlen, des zornwehen ♂ (Mars) Thurneysser magna alchymia 144;

da (im kriege) die leut doben, zittern sehr,
oder werden zornwägig sehr
Fischart artl. lob der lauten 356 Hauffen;

es ist nit mein laster, dasz ich zornwehig bin Mich. Herr sittliche zuchtbücher 85b; Amelia .. fieng an ... mit zornwegern worten zu reden Wickram 2, 212 Bolte;

. sunst hets (hatte sie) tugent nit zu vil,
war zorenwaich und wanckelmütig
H. Sachs 3, 421 Keller.

letzte belege bei Dannhawer: mein man ist gar zornweg, er wütet und tobet wie ein löw catechismusmilch 3, 336. —
 
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zornwehe, f.: vinculum iracundiae ein band der zornwehe Geiler sermones (1525) 72b. —
 
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zornweihigkeit, f. Mich. Herr sittl. zuchtbücher 150a.
 
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zornwein, m. Dannhawer catechismusmilch 6, 715; Herder 9, 63. —
 
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zornwelle, zorneswelle, f.: sprich ihm freundlich zu, bisz sich die zornwellen gelegt Dannhawer catechismusmilch 3, 336; der rache brand verschlang die zorneswellen des einzelnen Gotthelf 16, 80. —
 
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zornwetter, zorneswetter, n.: Thekla ... sah ein neues zornwetter am täglich getrübten ehehimmel aufsteigen Holtei erz. schr. 16, 277; dasz durch ihn, .., sich die göttlichen wolken und zorneswetter über der gemeinde gesammelt haben Nietzsche 4, 18. —
 
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zornwoge, zorneswoge: das gefühl, dasz es jetzt aus sei mit den beiden, liesz die zornwogen in seinem herzen ebben Melchior Meyr erz. aus d. Ries 2, 323; hochgehende zorneswogen Freytag 12, 216. —
 
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zornwolke, zorneswolke, f.: so sahe er doch aus des königs Syphax zornwolken ein grausames gewitter über ihn aufziehen Lohenstein Arminius 1, 849a; hinter ihr gottes schauderhafte zorneswolke Gotthelf 22, 56.

 

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