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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zorniglich bis zörnlein (Bd. 32, Sp. 116 bis 117)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zorniglich, adv., mhd. zorneclich, zorneclîche mhd. wb. 3, 907b; Lexer 2, 1152; Diefenbach 43a. 148a; Alberus q q γa; Frisius 65b; Calepinus 768b; Stieler 2318; Kirsch 367a. nicht bei Adelung. wie im mhd., so auch im 16. jh. allgemein üblich, später veraltet, aber durch Luthers bibel erhalten und, theils absichtlich alterthümelnd oder nur als dichterisch, auch in neuerer zeit gebraucht: sein weip antwurt zornicklich zu disen dingen erste deutsche bibel 7, 8; (der könig) sah sie zorniglich an Esther 4, 5; (der teufel) greifft uns zorniglich und grimmig an Luther 34, 2, 380 Weim.,

(er) bald hin nach dem schultheis schicket,
und in gar zornigklich anblicket
H. Sachs 21, 257 Keller-Götze;

es stehet der erste bey dem spr still, sihet sich um, schnaubet zornigklich Heyden Plinius 91; das ist behender und zorniglicher zu lesen Terenz deutsch (1499) ixb;

da sprach der kaiser zorniglich
Arnim 13, 38;

und machen in schäumen ..
die fluthen des meeres
sich zorniglich bahn?
Fouqué altsächs. bildersaal 424;

da er (Artaxerxes) nun die augen aufhob, und sahe sie zorniglich an, erblaszte die königin D. v. Liliencron 8, 105.
vereinzelt und miszbräuchlich ist zorniglich als adj.: die röthe auf den wangen giebt ihm allein etwas zornigliches Heinse 7, 84.
nebenformen, nur in älterer sprache: zorniglichen, mhd. zorneclichen: aber sie ... wurdent mich als eynen Lutherischen verbrant und zorniklichen in die helle

[Bd. 32, Sp. 117]


geworffen haben Luther 19, 275 Weim.; wem troet er so czorniglichen Arigo decamerone 437. als adj.: wie dick hast du des zorneclichen richters gerechtigkeit understanden der ewigen wiszheit betbüchlin 39b; —
 
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zörniglich: czörniglich z im sprach dar er an den galgen ginge Arigo decamerone 43; und ist diser text zörniglich und grymmiglich zelesen Terenz deutsch (1499) 67a (glosse).
 
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zornkamm, m., wie beim hahn, auch von menschen: roth und röther wurde sein zornkamm Roon denkwürdigk. 2, 266. —
 
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zornkelch, m., vgl. bei zorn II 3, besonders beliebt in geistlicher dichtung: es wird eine solche flamme oder feuer seyn, wie ... der schwefel, kette, zornwein und zornkelch ist Dannhawer cat.-milch 6, 715;

an des abgrunds nacht staunten, schauerten wir nicht,
wo wagschal ertönt, nicht wo zornkelch sich ergieszet!
Klopstock Messias 20, 575;

dann tritt auf das gebirg von sünde
der rächer, der den zornkelch hält
J. A. Cramer sämmtl. ged. 3, 315.


 
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zornkind, n., s. bei zorn II 5: Dannhawer 6, 455;

daz ich ein zornkind bin, daz macht die schnöde sünde
Heermann bei Fischer-Tümpel 1, 311.


 
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zornkraft, zorneskraft, f.: diese zorneskraft ist nicht blosz ... ein theil von ihr, sondern die ganze gottheit Schelling 1/8, 299. —
 
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zornkräftig, adj. Fouqué altsächs. bildersaal 1, 214. —
 
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zornkrampf, zorneskrampf, m.: zeuge einer häszlichen scene, welche sogar die sanfte frau Lelia in zornkrämpfe versetzte Joh. Scherr novellenbuch 9, 247.

zwei barone
die aufeinander hau'n im zorneskrampf
Gries Bojardos verliebter Roland 1, 34.


 
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zornlast, f.: er lud auf sich .. die unerträglichen zornlast, und schuldpflicht Dannhawer cat.-milch 5, 959, —
 
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zornlaut, zorneslaut, m.:

die saite, die den namen
Hermanns bebt, wird entehrt,
wenn sie auch nur mit einem zornlaut
verurtheilt den verräther!
Klopstock oden 1, 210 Muncker-Pawel;

da tönte es dicht vor mir in dumpfem zorneslaut: zum d ..., kannst nit warte! Gotthelf 6, 113.
 
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zörnlein, n., südd., besonders schweizer. Seiler 327a; Heilig ostfränk. ma. 93, dem entsprechen die belege:

des zörnleins thuet er nit vernainen
H. Sachs 22, 521 Keller-Götze;

fiengen zu zeygen an ein zörnlein
Fischart jesuiterhütlein 258 Hauffen;

die wellen des mühsam erregten zörnleins Gotthelf 5, 275.

 

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