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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zopfland bis zopfpracht (Bd. 32, Sp. 88)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zopfland, n.: endlich erreichten wir den hauptort unseres zopflandes (der Morlacken, wo die männer zöpfe trugen) Kohl reise nach Istrien 2, 186.
 
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zöpflein, n. ,
1) von mädchen:

o, wie weint die schöne braut so sehr!
muszt die zöpflein schlieszen ein
unterm goldnen häubelein
Brentano 1, 450;

es hätt' e' paar zöpfle, sie sind wie gold
Herder 25, 201;

da entstanden eine unzahl dünner zöpflein (auf den köpfen der bauernmädchen) Ebner-Eschenbach 5, 186.
2) von männern, scherzend, der zopf des 18. jhs.: 'beim henker', sagte Vult und streifte dem notarius das zöpflein herunter Jean Paul 20/23, 190; jetzt flecht' ich dir dein zöpflein mit ganz andern empfindungen und fingern als vorhin, pompöser krauskopf! 200;

manchmal ist sein humor altfränkisch, ein zierliches zöpflein,
das, wie der zauberer spielt, schalkhaft in rücken ihm tanzt
Mörike 1, 124 (Göschen).


3) von pferden: dieser klopfte den falben die starken hälse und legte ihnen die zöpflein der .. mähnen zurecht Ebner-Eschenbach 2, 49.
4) zöpfli pflanzenname im Berner oberland, lavendula officinalis Pritzel-Jessen 205; Stalder 2, 478.
 
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zöpfling, m.: meinen dienstfertigen zöpfling (Chinesen) Hildebrand reise 186.
 
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zopflos, adj.: Chinas männer trugen freies haar, bis 1644 die Mandschu den zopf .. zum symbol des loyalen neuchinesentumes erhoben . seitdem ist 'zopflos' infam Ratzel völkerk. 3, 554;

was sprecht ihr immer verächtlich von zöpfen,
als wäret ihr zopflos nach eigener wahl!
Grillparzer 3, 168;


 
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zopfmacher, m., ein gewerbe, capillaturae artifex Stieler 1195; früher auf dem lande ein besonderes handwerk, um künstliche prachtzöpfe für bräute herzustellen Jacobsson 8, 279b. allgemein: des rittmeisters reitknecht, der sonst ein guter zopfmacher is Ayrenhoff 4, 304. —
 
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zopfmode, f.: mit unordentlich durchein andergehendem, von aller zopf-, aller pudermode abweichenden ... haar Gutzkow ges. w. 4, 108. —
 
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zopfmonarch, m.:

auch die zopfmonarchen Chinas,
porzellanpagodenkaiser
Heine 1, 457.


 
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zopfnonne, f.: Gregorius X. schaffete die zopfnonnen ab (genus feminarum sacratarum) Hahn historie (1742) 5, 157;

disz hört man viel von alten weyben,
von zöpfnonnen und alten mannen
H. Sachs 6, 383 Keller.


 
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zopfperiode, f.: dann verloren sich die bildenden künste in die unnatur der zopfperiode Gutzkow 8, 420. —
 
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zopfperrücke, f., 'hinten mit einem zopf versehene perrücke' Heyse 2, 2105: als man den herrn buchhalter erblickte, in zierlichem rocke, seidenen strümpfen, schwarzen schuhen mit silbernen schnallen, auf dem kopfe eine weisz gepuderte zopfperrücke — überfiel alle ein schauer Zschokke 3, 298; wir glaubten, der Haydn mit seiner zopfperrücke sei einer von den biblischen heiden, die das gesetz nicht haben, und doch thun des gesetzes werk Riehl naturgesch. des volkes 4, 352. —
 
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zopfpracht, f.: die wirtschaftsgebäude in ihrer weiland klösterlichen rococo- und zopfpracht Riehl 4, 177. —

 

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