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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zopfer bis zopfkopf (Bd. 32, Sp. 87 bis 88)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zopfer, m.: tropaei die einen zopffen und ropffen, und sich flugs umbkeren, als haben sie es nit getan voc. 1618 bei Schmeller 2 2, 1145.
 
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zopffärber, m.: zopfferber die kein wüst nägel bekommen (etwas unmögliches) Fischart aller prakt. groszmutter 53 neudr.
 
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zopfflechte, f.: männer. .., weiber ..., beide tragen ihre haare in zopfflechten ... herabhängend Ritter erdkunde 7, 597. —
 
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zopfflechterei, f.: in wenig minuten bin ich gewaschen, gebadet, gekleidet und ohne viel zopfflechterei gekämmt, im freien Bog. Goltz jugendleben 2, 140. —
 
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zopfgesellschaft, f.: sie wird (die 2. gemahlin Albrechts III.) gleichwie herzog Leopold IV, .., und dessen gemahlin, ... mit einem gleichmässigen zopf, wie ihr gemahl, gemahlet: woraus fast wahr erscheinen will, ..., dasz herzog Albrecht eine gesellschaft des zopfs soll aufgerichtet haben. (am rande) zopfgesellschaft S. v. Birken spiegel d. hauses Österreich 391a. —
 
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zopfhaar, n., das in einen zopf gebundene haar Hulsius 1, 283; Heyse 2, 2105; 'fremde haare', zopfhare, caliendrum Stieler 766. —
 
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zopfhede, f., Prechtl 23, 101. —
 
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zopfholz, n., astholz, 'das aus den baumwipfeln geschlagene holz' Heyse 2, 2105; Beil 1, 674; nd. toppholt Woeste 273a; Bauer-Collitz 104.
 
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zopfig, adj. , zöpfig Castelli 1906, zopficht Diefenbach 123b, zöpficht Kramer 1, 584b.
1) wer einen zopf trägt: ob sie wohl von fernen zonen reden, ..., vom gelben zopfigen Chinesen, vom schönen stillen Hindu ..? Allmers marschenbuch 1/2, 283;

wo des zopfigen Chinesen
trank im silberkessel zischet
Droste-Hülshoff 1, 220.


2) was zum zopfstil gehört, im engeren sinne, von dem stil des endenden 18. jhs., in weiterem von dem stil der ganzen zeit des 17. und 18. jhs., von dem sich die neue zeit abwandte. es ist nicht immer deutlich, was gemeint ist; jedenfalls ist im allgemeinen, nicht genau kunstgeschichtlichen gebrauche, die weitere bedeutung die herrschende. dasselbe gilt für zopfperiode, zopfstil, zopfzeit und ähnliche wörter: die alte, einst byzantinisch angelegte, jetzt höchst zopfig überbaute kirche Gutzkow zauberer v. Rom 5, 8; nachdem wir ... gegangen, sehen wir ... plötzlich die drei thürme von Kitzbühel über die wiesen ragen — zwei ältliche und einen zopfigen Steub drei sommer in Tirol 1, 40; die symphonie hat mehr, als andere Haydn'sche, etwas zopfiges R. Schumann 4, 77; der überflüssigen zopfigen schnörkel thut sie (die orthographie) sich ab Scherer kl. schr. 1, 409.
3) in naher beziehung zum vorigen, das was veraltet ist
a) sachlich, ohne tadelnden klang: und was für ein heroisch-romantisches bergland ist dieses kleine zopfige Schwabenland Kürnberger 2, 151; sie (die verse) sind herzlich schlecht, aber geben auch mit ihrem zopfigen beigeschmack unverkennbar ein stück der Boyenschen natur wieder Meinecke Boyen 1, 77.
b) als veraltet, überständig, pedantisch: hatt' den kopf voll lateinischem, griechischem und anderem zopfigen teufelszeug Meszner ausgew. w. 26; universitäten, denen der könig in seinem vorurtheil gegen die zopfige deutsche gelehrsamkeit fremd blieb Prutz preusz. gesch. 3, 224; diejenigen liberalen wurden als flau und zopfig gescholten, welche das unternehmen (die vollendung des Kölner domes) .... mit zustimmung und freude aufnahmen Laube 16, 26.
4) grob, von geweben: ein gut par schu und new hosen von zopsigem (l. zopfigem) nollenthuch Fischart geschichtsklitterung 240 neudr.

[Bd. 32, Sp. 88]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zopfknoten, m., eine art knüpfarbeit Dillmont encyclop. d. weibl. handarb. 412. —
 
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zopfkopf, m.: nie waren zopf- und schwedenkopf, dreieckiger und runder hut, tuch- und zeugrock dichter an einander Jean Paul 19, 8. —

 

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