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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zöpfen bis zopfholz (Bd. 32, Sp. 86 bis 87)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zöpfen, v. ,
1) das haar in zöpfe flechten, in ordnung bringen, vgl. th. 4, 2, 10. Lexer kärnt. wb. 266; Hertel 260; cirratus ghetoppet Diefenbach nov. gloss. 93a: mein rauhes har gezöpfet ward Wickram 5, 268;

thut euch ein weil zöpffen und strelen
H. Sachs 14, 54 Keller-Götze;

ihre arm und der hals waren mit zahlperlen geziert und der kopff gezöpfft und auffgebeudelt Grimmelshausen 4, 618 Keller; 'kann ich mich irgendwo .. frisch zöpfen?' Auerbach 1, 55; da fühlte er eine hand in seinen locken. zuerst schüttelte er den kopf, dann sagte er rauh: 'was willst du?' 'dich zöpfen.' 'nein, lasz!' 'aber zusammenbinden will ich deine locken' Schmitthenner neue novellen 359. dafür auch zöpfeln Schmeller 2 2, 1145.
2) in der forstsprache 'den wipfel aushauen' Hoyer-Kreuter 873b, auch in nd. mundarten töppen Woeste 273a; töpen Bauer-Collitz 104. von zopf II 3.
3) in der falknerei in nicht ganz deutlicher bedeutung (zu mhd. schüpfen?): drauff wird das käutzlein gesetzet (als lockvogel), und fürters an das lederne riemlein eine zimliche schnuer an eine rolle eingebunden, dasz man ihn zöpffen, und flattern machen kan Aitinger jagd- u. weidbüchlein 225.
 
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zopfende, n. , förster- und zimmermannswort.
1) am gewachsenen baum das wipfelende des stammes, der wipfel: vom zimmerholz bleibt im holz übrig wipfel, äst und zopfende, die schopfgleichen äste unter dem wipfel Frisch 2, 481b; Heyse 2, 2105; Beil 1, 674; und soll die claffter drey ellen hoch und breit gesetzt, und die scheibe drey ellen langk von dem keuffer selbst gehawen, auch zopfende und zelge mit uffgehawen werden Schwappach handb. d. forst- und jagdgesch. 1, 466 (preusz. forstordn. v. 1590); nach dem abhauen der bäume liegen verbliebene zopfenden Fleming vollk. teutsche jäger 73; (die eben 'gesetzten' jungen hirsche) liegen dan 3, 4 oder 5 tage unter einem dicken gebüsche oder zop-ende (!), auch wohl, unter einem umbgefallnen .. baume Täntzer Dianen jagtgeheimn. 1, 71; die rinde ist sogar ... besonders am zopfende, der der kiefer zum verwechseln ähnlich Ratzeburg waldverderbnis 2, 46.
2) am gefällten, zurecht gehauenen baume das obere, schmalere ende, im gegensatz zum stammende Stosch

[Bd. 32, Sp. 87]


versuch 2, 541; Jacobsson 8, 279b; Benzler deichlexikon 2, 298; Blaschke wb. d. technik 144; gespaltene .. lattstämme werden über die balken so gelegt, dasz .. stamm und zopfende abwechseln Karmarsch-Heeren 32, 594. in der turnsprache werden stamm- und zopfende am schwebebaum unterschieden Jahn 2, 55; Kregenow-Samel geräthkunde 100.
 
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zopfeneisen, n., 'art grobeisen' Unger-Khull 653.
 
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zopfer, m.: tropaei die einen zopffen und ropffen, und sich flugs umbkeren, als haben sie es nit getan voc. 1618 bei Schmeller 2 2, 1145.
 
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zopffärber, m.: zopfferber die kein wüst nägel bekommen (etwas unmögliches) Fischart aller prakt. groszmutter 53 neudr.
 
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zopfflechte, f.: männer. .., weiber ..., beide tragen ihre haare in zopfflechten ... herabhängend Ritter erdkunde 7, 597. —
 
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zopfflechterei, f.: in wenig minuten bin ich gewaschen, gebadet, gekleidet und ohne viel zopfflechterei gekämmt, im freien Bog. Goltz jugendleben 2, 140. —
 
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zopfgesellschaft, f.: sie wird (die 2. gemahlin Albrechts III.) gleichwie herzog Leopold IV, .., und dessen gemahlin, ... mit einem gleichmässigen zopf, wie ihr gemahl, gemahlet: woraus fast wahr erscheinen will, ..., dasz herzog Albrecht eine gesellschaft des zopfs soll aufgerichtet haben. (am rande) zopfgesellschaft S. v. Birken spiegel d. hauses Österreich 391a. —
 
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zopfhaar, n., das in einen zopf gebundene haar Hulsius 1, 283; Heyse 2, 2105; 'fremde haare', zopfhare, caliendrum Stieler 766. —
 
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zopfhede, f., Prechtl 23, 101. —
 
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zopfholz, n., astholz, 'das aus den baumwipfeln geschlagene holz' Heyse 2, 2105; Beil 1, 674; nd. toppholt Woeste 273a; Bauer-Collitz 104.

 

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