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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zopfen bis zopfhede (Bd. 32, Sp. 85 bis 87)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zopfen, v.
1) nebenform von zupfen, literarisch einzeln bis ende des 18. jhs. belegt, besonders aus dem südwesten. Stieler bringt es vor zupfen wegen der alphabetischen ordnung, die anführungen haben alle u 2633.
a) für zerren, zupfen:

mag auch bei keinem krancken knochen
auch nit den kindern zopffn und lausen
H. Sachs 17, 65 Keller-Götze;

seins vaters kleine hund und katzen asen ausz seiner schüssel, er auch selbs mit ihnen, zopfft sie beim

[Bd. 32, Sp. 86]


schwantz Fischart geschichtsklitter. 201 neudr.; bald werden sie gezopffet, und wissen doch nicht woher es kömpt Prätorius vom Katzenveite I 2 r;

etliche härlin auch ausz geropffet
und von der ochsen stirnen zopffet
Spreng Äneis 112a;

prenez vous par le nez zopffet euch selbst bey der nasen Duez div. prov. 29; zopf den schläfer dort an der nase Klinger theater 2, 315; zoppe sie sich an ihrer nas Askenasy Frankfurter mundart 29; es thut nichts, wenn du sie gleich bei dem schurze zopfst Gottsched deutsche schaubühne 5, 455.
b) greifen, insbesondere vom schergen Dentzler 364b:

das kind nit mer nach messern zopfft,
wen mans niet auff die hend geklopft
Eyring prov. 1, 44;

der scherg hat einen gezopft ihn heimlich ergriffen Schmeller 2 2, 1145; prehenso ... einem nachgehen und ihn zopffen Corvinus 656.
c) pflücken, besonders veilchen und hopfenblüten zupfen in Schwaben Schmid 550; Schmeller 2 2, 1145; Meisinger Rappenauer mundart 213: feyelen zopfen germ. 27, 86; man zopft nun den hopfen auf dem felde oder zu hause ab Metzger landwirthsch. pflanzenkunde 1, 386.
2) einen zopf machen, allgemeiner die haare in ordnung bringen, wie zöpfen in diesem sinne, süddeutsch: Judith strälet und zopffet ir haar Züricher bibel buch Judith 10, 3, wo Luther übersetzt und flochte ir har ein; zopfen, das haar flechten expedire comas Spieser 4, 434a; jetzt thu dich waschen und zopfen, dasz du sauber zum anschaun bist Ganghofer gartenlaube 1905, 671b (der mann im salz).
 
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zöpfen, v. ,
1) das haar in zöpfe flechten, in ordnung bringen, vgl. th. 4, 2, 10. Lexer kärnt. wb. 266; Hertel 260; cirratus ghetoppet Diefenbach nov. gloss. 93a: mein rauhes har gezöpfet ward Wickram 5, 268;

thut euch ein weil zöpffen und strelen
H. Sachs 14, 54 Keller-Götze;

ihre arm und der hals waren mit zahlperlen geziert und der kopff gezöpfft und auffgebeudelt Grimmelshausen 4, 618 Keller; 'kann ich mich irgendwo .. frisch zöpfen?' Auerbach 1, 55; da fühlte er eine hand in seinen locken. zuerst schüttelte er den kopf, dann sagte er rauh: 'was willst du?' 'dich zöpfen.' 'nein, lasz!' 'aber zusammenbinden will ich deine locken' Schmitthenner neue novellen 359. dafür auch zöpfeln Schmeller 2 2, 1145.
2) in der forstsprache 'den wipfel aushauen' Hoyer-Kreuter 873b, auch in nd. mundarten töppen Woeste 273a; töpen Bauer-Collitz 104. von zopf II 3.
3) in der falknerei in nicht ganz deutlicher bedeutung (zu mhd. schüpfen?): drauff wird das käutzlein gesetzet (als lockvogel), und fürters an das lederne riemlein eine zimliche schnuer an eine rolle eingebunden, dasz man ihn zöpffen, und flattern machen kan Aitinger jagd- u. weidbüchlein 225.
 
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zopfende, n. , förster- und zimmermannswort.
1) am gewachsenen baum das wipfelende des stammes, der wipfel: vom zimmerholz bleibt im holz übrig wipfel, äst und zopfende, die schopfgleichen äste unter dem wipfel Frisch 2, 481b; Heyse 2, 2105; Beil 1, 674; und soll die claffter drey ellen hoch und breit gesetzt, und die scheibe drey ellen langk von dem keuffer selbst gehawen, auch zopfende und zelge mit uffgehawen werden Schwappach handb. d. forst- und jagdgesch. 1, 466 (preusz. forstordn. v. 1590); nach dem abhauen der bäume liegen verbliebene zopfenden Fleming vollk. teutsche jäger 73; (die eben 'gesetzten' jungen hirsche) liegen dan 3, 4 oder 5 tage unter einem dicken gebüsche oder zop-ende (!), auch wohl, unter einem umbgefallnen .. baume Täntzer Dianen jagtgeheimn. 1, 71; die rinde ist sogar ... besonders am zopfende, der der kiefer zum verwechseln ähnlich Ratzeburg waldverderbnis 2, 46.
2) am gefällten, zurecht gehauenen baume das obere, schmalere ende, im gegensatz zum stammende Stosch

[Bd. 32, Sp. 87]


versuch 2, 541; Jacobsson 8, 279b; Benzler deichlexikon 2, 298; Blaschke wb. d. technik 144; gespaltene .. lattstämme werden über die balken so gelegt, dasz .. stamm und zopfende abwechseln Karmarsch-Heeren 32, 594. in der turnsprache werden stamm- und zopfende am schwebebaum unterschieden Jahn 2, 55; Kregenow-Samel geräthkunde 100.
 
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zopfeneisen, n., 'art grobeisen' Unger-Khull 653.
 
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zopfer, m.: tropaei die einen zopffen und ropffen, und sich flugs umbkeren, als haben sie es nit getan voc. 1618 bei Schmeller 2 2, 1145.
 
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zopffärber, m.: zopfferber die kein wüst nägel bekommen (etwas unmögliches) Fischart aller prakt. groszmutter 53 neudr.
 
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zopfflechte, f.: männer. .., weiber ..., beide tragen ihre haare in zopfflechten ... herabhängend Ritter erdkunde 7, 597. —
 
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zopfflechterei, f.: in wenig minuten bin ich gewaschen, gebadet, gekleidet und ohne viel zopfflechterei gekämmt, im freien Bog. Goltz jugendleben 2, 140. —
 
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zopfgesellschaft, f.: sie wird (die 2. gemahlin Albrechts III.) gleichwie herzog Leopold IV, .., und dessen gemahlin, ... mit einem gleichmässigen zopf, wie ihr gemahl, gemahlet: woraus fast wahr erscheinen will, ..., dasz herzog Albrecht eine gesellschaft des zopfs soll aufgerichtet haben. (am rande) zopfgesellschaft S. v. Birken spiegel d. hauses Österreich 391a. —
 
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zopfhaar, n., das in einen zopf gebundene haar Hulsius 1, 283; Heyse 2, 2105; 'fremde haare', zopfhare, caliendrum Stieler 766. —
 
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zopfhede, f., Prechtl 23, 101. —

 

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