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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zögerungszinsen bis zölen (Bd. 32, Sp. 27 bis 31)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zögerungszinsen, f., dasselbe wie verzugszinsen.
 
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zögling, m. , zuerst 1766 belegt: die vorrede des versuches über die reuterey, welcher an die zöglinge einer französischen kriegsschule gerichtet war allg. deutsche bibliothek 3, 1, 276, ferner bei Herder in den kritischen wäldern (1769) 3, 292. lexicalisch zuerst verzeichnet von Adelung. früher erscheint dafür, als preuszisch-baltisches provinzialwort, zügling: prior Marten Schnelle .., ein zügling der stad Dantzig Schütz hist. rer. pruss. (1592) 6 j iv f, neben zögling auch noch bei Hippel lebensläufe 2, 506 und Herder (in Riga) 1, 393; 3, 453 (andere bedeutungen von zügling ztschr. f. d. wortf. 4, 208). in gleicher bedeutung taucht auch züchtling auf, um bald zu verschwinden bei Loen (1749) ztschr. f. d. wortf. 2, 201 und Denis (1768) 12, 199. Frisch gibt für alumnus ziehkind register 6 gegen Campe zögling verd.-wb. 104a.
zögling trat literarisch zuerst als verdeutschung von frz. élève auf, wie liebling von favori th. 6, 972, s. den

[Bd. 32, Sp. 28]


ersten beleg oben, die freie übersetzung eines frz. buchtitels, und zwar wurde es entweder neugebildet, indem das von den reinigern gern benutzte -ling (s. Schottel haubtspr. 370 ff., ztschr. f. d. wortf. 4, 161—178) an das nach der grammatischen auffassung der zeit als stamm betrachtete zog angehängt wurde, oder es wurde ein in der mda. lebendes wort, mhd. *zügelinc, vgl. die belege für zügling, aufgenommen. élève wieder ist im 17. jh. nach it. allievo 'lehrling, schüler eines künstlers' gebildet, zunächst in der bedeutung 'einer der in einer kunst von einem meister unterwiesen wird und seiner art sich anschlieszt', dann 'jemand, der von einem erzieher oder in einer anstalt ausgebildet wird' Darmesteter-Hatzfeldt 1, 852. in dieser zweiten bedeutung wurde es zur zeit der 'hofmeister' und der gründung von erziehungsanstalten nach Deutschland übertragen, während sich lehrling auf das handwerk und die kaufmannslehre beschränkte, s. th. 6, 576. doch geht die übereinstimmung der verwendung weiter, besonders in der zeit von Herder bis in das 19. jh. hinein, wo das wort sehr beliebt ist; auch die erklärungen der deutschen wörterbücher stimmen manchmal wörtlich mit denen der frz., vgl. Littré 1325. während élève von beiden geschlechtern anstandslos gebraucht wird, widerstrebt das suffix -ling dem weiblichen geschlecht. zögling wird von diesem nur in deutlichen fällen gebraucht, oder weiblich hinzugefügt. Göthe, nach der italienischen reise, hat eine vorliebe dafür: Ottilie ist fast unser einziger zögling, über den ich mit unserer so sehr verehrten vorsteherin nicht einig werden kann 20, 38 Weim.; wer für eine tochter oder einen weiblichen zögling zu sorgen hat, schaut sich in einem weiteren kreise umher 312;

du vernimmst sie nicht mehr, die töne des wachsenden zöglings 1, 285 (Euphrosyne);

zöglinge weiblichen geschlechts Raumer gesch. d. Hohenstaufen 6, 445. vgl. zöglingin.
bedeutung:
in zögling stellt sich stets das verhältnis zwischen dem erzogenen und dem erziehenden dar; es geht immer über den kreis der bloszen unterweisung, im gegensatz zu schüler, auch lehrling, hinaus und bezieht sich auf das sittliche verhalten, sowie auch das handeln und leisten nach dem vorbilde des lehrmeisters.
I. zögling als gegenstand der erziehung
1) einer einzelnen person. er heiszt so auch, nachdem die ausbildung beendet ist: mein zögling 'der den ich erzogen habe' Adelung, wie 'c'est mon élève pour dire que c'est celui que j'ai instruit' dict. de l'ácadémie (1694) 1, 643a.
a) allgemein: Therese dressirt ihre zöglinge, Natalie bildet sie Göthe 23, 185 Weim.; als er (graf Stadion) den verwaisten Laroche ... zu seinem zögling erkor, forderte er von dem knaben gleich die dienste eines secretärs 28, 180.
b) zögling ist der erzogene in beziehung zu und verbindung mit der person, die mit der erziehung betraut ist, insbesondere gehört der zögling zum hofmeister: ein hofmeister sollt ein freund seines zöglings und nicht sein beherrscher ... sein Miller briefw. dreier akad. freunde 1, 95; ganz wie ein hofmeister, der seinen zögling zu einem interessanten schauspiel geleitet Ebner-Eschenbach 4, 253. ich sah ihn ..., da er unten an der mittagstafel mit seinem zögling sasz Storm 1, 138 (im schlosz). in freier übertragung die planeten als zöglinge der sonne: es ist als wolltest du noch eine sonne schaffen und neue zöglinge für sie, ein erdenrund und einen mond erregen Hölderlin 2, 98 Litzmann.
2) einer erziehungsanstalt, aber kaum noch gebraucht von schulen, besonders nicht von gymnasien u. ä., auch nicht, wenn sie geschlossene anstalten sind. der heutige werth des wortes ist am deutlichsten in der zusammensetzung fürsorgezögling: die zahl der zöglinge (in einem waisenhause) ist itzo 131 in 5 klassen allg. d. bibl. anh. zu bd. 37—52, 659; daher warfen sich einzelne zöglinge des Tübinger stifts, nachdem sie dem zwang entronnen

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waren, desto nachdrücklicher auf die seite freier bildung Gervinus gesch. d. d. dicht. 5, 124; nach kurzer pause begrüszte er (Moltke) .. die vor dem gebäude .. aufgestellten zöglinge der hauptkadettenanstalt Moltke 1, 305 (der herausgeber über den 90. geburtstag).
zögling wird auch gebraucht, wo es sich nur um lehre und unterricht handelt, wenn ein anderes wort fehlt, oder zum ersatz für schüler aus stilistischen gründen: ein zögling hiesiger universität Lichtenberg briefe 2, 266; alsbald sprang der schulmeister zu, und gab dem zögling eine maulschelle Grimm deutsche sagen 2, 38;

wo ihr gelahrter innungen (der facultäten) zöglinge
zur amtsbefugnis zünftiget
Voss sämtl. ged. (1802) 3, 203.


3) der zögling an sich, in theoretischen betrachtungen: sobald unser zögling nur etwas von den beugungen und andern änderungen der wörter begriffen hat Abbt verm. werke 5, 72; man kann und soll nicht mehr als den zögling rechtlich und nützlich ziehen Fr. Schlegel Athen. 2, 7; die innere kraft des zöglings .. zu entwickeln Fichte 1, 507.
II. zögling auszerhalb der eigentlichen erziehung, hierin ein beliebtes wort der classischen periode von Herder ab, jetzt als buchmäszig empfunden.
1) zögling ist einer, der in einer kunst ausgebildet wird, sei es von einem meister oder durch eine schule, besonders um die dauernde einwirkung auszudrücken: Phidias sollte diesem seinem zögling (Alkamenes) geholfen haben H. Meyer gesch. d. bild. künste (1824) 1, 83; er zeichnete ferner mit den anderen zöglingen Bertoldo's .. in der capelle Brancacci Grimm Michelangelo 1, 90; an der stelle, wo Sebastian Bach so oft seine hohe kunst ausgeübt hat, die jetzt sein geliebtester .. zögling, .. eingenommen hatte Schumann ges. schr. 3, 245; Cellini, einer der besten zöglinge der florentinischen schule Göthe 43, 3 Weim.
ebenso auch von einem wissenschaftlichen oder religiösen verhältnis: Markus, Petrus zögling Herder 19, 419; und der selbstlose mann (Alkuin), der jedem seiner zöglinge die wärmste theilnahme bewahrte, nahm auch die rechte eines vaters in anspruch, wo es ihm nöthig schien Freytag ges. werke 17, 330; die pfarre und superintendentur übernahm ein zögling der Wittenberger schule, doctor Nopp Ranke 4, 233.
2) als zögling eines mannes oder einer schule wird einer benannt, um seine eigenart oder parteistellung zu bezeichnen: Friedrich selbst (war) .. nicht nur seines vaters sondern auch Voltaire's zögling Nitzsch deutsche studien 105; und er wuszte recht wohl, dasz die berufenen deutschen kräfte des volkes .. nicht zuerst bei den zöglingen von Stahl und Gerlach zu suchen waren Bennigsen die nat.-liberale partei 11; Carl V. war ein kind und zögling jenes burgundischen hofes Ranke 1, 322; einer der punkte, wo die Schwarzwaldauer schule noch wenig am zögling Thalwieser langschläfrigkeit gebessert hatte Holtei erz. schr. 2, 258; ein zögling der aufklärung Scherer litteraturgesch. 403; zögling des siebenjährigen krieges Arndt 1, 171. fast formelhaft ist zögling der jesuiten Ranke 4, 24; Treitschke hist. u. polit. aufs. 1, 323. auch als ein wort: jesuitenzögling.
in freier weise ist der mensch auch ein zögling allgemeiner bedingungen: er (der mensch) ist lebenslang nicht nur ein kind an vernunft, sondern sogar ein zögling der vernunft anderer Herder 13, 351; der vater der menschen bildete den menschen ... ein fehlbar schwaches geschöpf; aber in seinen fehlern selbst ein zögling seiner güte 26, 316; der mensch ... ein zögling der luft 13, 31; zögling der einsamkeit Göthe 28, 208 Weim.; häufig zögling der natur Seume ged. 190.
3) zöglinge einer kunst, wissenschaft oder sonstigen fertigkeit, oder eines diese vertretenden mythologischen wesens sind personen, die sich ihr eifrig widmen, ähnlich wie jünger einer kunst: zöglinge der kunst (zeichnen) Göthe 48, 130 Weim.; zöglinge der musik Schubart

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ästhetik d. tonk. 48; grosze menschen .., dergleichen die neuere pädagogik unter ihren zöglingen erst aufweisen soll Europa 2, 58 Schlegel; dem trunkenen säugling und zögling einer muse und der philosophie Jean Paul 3, 125; zögling der grazien Justi Winckelmann 1, 152; zögling der kamönen Tiedge 3, 37; der hippokratische zögling Kretschmann sämtl. werke (1784) 5, 308.
auch sonst, meist scherzhaft: mit seinen buhlschwestern, und einigen zöglingen des Bachus Gottsched d. neueste aus d. anm. gel. 1, 368; zögling des pfriems (schusterjunge) Glaszbrenner Berlin wie es ist undtrinkt 2, 10; eseltreiber mit ihren grauen zöglingen Heine 3, 18.
4) man ist auch zögling des ortes, in dem man aufgezogen wurde: Kreuznachs zögling maler Müller 1, 360.
5) zögling erscheint in gelegentlichen zusammensetzungen: selbstzögling für autodidakt Jean Paul; feldzögling, dorfzögling Voss antisymb. 2, 137, vgl. ztschr. f. d. wortf. 4, 208. — zöglingsbaum, m. , ein künst-. lich gezogener baum:

obgleich von keinem jungen zöglingsbaume
mit ihrem purpur eine mohrenpflaume
mir durstigem zum brechen winkt
Seume gedichte 15.

zöglingsdasein, n. : ich (sah) ... mich plötzlich auf mein ... zöglingsdasein zurückgewiesen Keller 7, 308. — zöglingskleidung, f. : mannichfaltigkeit an farbe und schnitt der zöglingskleidung Göthe 24, 257 Weim.
 
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zöglingin, f., zur ergänzung von zögling zuerst von Voss gebildet und gelegentlich nachgeahmt, aber nicht in die sprache aufgenommen Campe 5, 878a; ztschr. f. d. wortf. 4, 169; 12, 116: 'ich weisz, dasz einer ein ehrlicher und verständiger mann sein kann, wenn er gleich den nächsten und besten weg zum heil seiner seele verfehlt hat', konnte eine zöglingin des Ignatius Loyola wohl nicht sagen Schiller 6, 88 (über Egmont).
 
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zohe, f., hündin, ahd. zôha Graff 5, 600, auch zoka 'canicula' ahd. gloss. 3, 685, mhd. zôhe, von den wörterbüchern mit o angesetzt mhd. wb. 3, 945b; Lexer 3, 1146, neuerdings allgemein mit ô Fick 4 3, 151; Falk-Torp 1297; Weigand 5 1336; mnd.Schiller-Lübben 4, 551a; neuisl. tôa füchsin Falk-Torp. in den mundarten dafür formen mit au. zauche bair. Schmeller 2 2, 1080; schwäb. Schmid 544; schles. Weinhold 78; zaugg Stalder 2, 466; zauke kärnt. Lexer 263; schles. Weinhold 107. mit labialem stammauslaut, mitteld.: ostfr. dsaub Brenner Baierns mdaa. 2, 329; schwäb. (fränk.?) zaup Schmid; elsäss. zupp, zaup Martin-Lienhart 2, 910b; westerwäld. zaubel Schmidt 337; waldeck. tsoufə Bauer-Collitz 106; zaupe 'mutterhund' Schottel 1447. mit kurzem vocal: preusz. zock, zocke u. ä. Frischbier 2, 497a; in Fulda zopp Vilmar 471; henneb. zöpp Spiesz 292. vielleicht hierzu tache Schambach 223a. die bedeutung ist durchweg 'läufische hündin', 'mutterhund' und dann 'liederliches weib'. wahrscheinlich zu ziehen, wie in zucht und züchten, s. Falk-Torp; doch ist bei zuche u. ä. in Preuszen übernahme von oder anlehnung an poln. suka nicht ausgeschlossen Frischbier, vgl. auch bei zoche. das wort ist in der form zohe schon früh verschwunden, länger hielt sich zohensohn, ahd. zagensun Graff; mhd. zohensun mhd. wb. 2, 732b; Lexer; Birlinger schwäb.-augsburg. wb. 440a als gemeines, von der obrigkeit verpöntes schimpfwort. schon im 18. jh. wurde dies fälschlich als 'schweinesohn' verstanden Schmid schwäb. wb. 320; Estor rechtsgelahrtheit 3, 614.
 
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zöhre, f., elender gaul, klepper, in wörterbüchern nicht verzeichnet. D. v. d. Werder übersetzt damit zweimal das it. ronzino:

und schau, es kompt darauf ein alter, ohne wehre,
zum thor in eil' heraus, auf einer dürren zöhre hist. vom ras. Roland 22, 59, 2.

ähnlich 23, 52, 8. als schimpfwort:

pfuy lose debb (têwe hündin) lose zör
Baumgart judicium Salomonis (1561) ka.

[Bd. 32, Sp. 31]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zolch, m. , mhd. zolk, zolcher, zolker mhd. wb. 3, 946b; Lexer 3, 1148; in denselben formen und als zolgge, zolgen, zolkle in der Schweiz, im Elsasz, in Schwaben, Baiern. Nordböhmen, Oberlausitz, als zulch in Hessen Vilmar 473 nachgewiesen, s. die nachweise beider bedeutungen. seiner form nach gehört es einerseits zu got. tulgus 'fest, stark', as. tulgo, slav. dlŭgŭ, griech. δολιχός, apers. dareghō, ai. dīrghas, lit. ìlgas 'lang', auf der andern seite zu mhd. zelch, zelge, m. 'zweig', zelge, f. 'pflugarbeit zur saat' mhd. wb. 3, 868b; Lexer 3, 1052; mnd. telge Schiller-Lübben 4, 523. heute durchaus lebendig. zweifelhaft ist ahd. zuelga bei Tatian 73, 2; 146, 1. diese wörter für 'zweig' (mit ausnahme von mhd. zelge, f.) hängen zusammen mit einem in den nord. sprachen verbreiteten wort für 'schneiden, behauen', neunorw. telgja, schwed. tälja, dän. telge, tælle Falk-Torp 1252. danach ist telge, zelge das abgeschnittene, und enthält als letzten bestandtheil die wurzel *del — *dol des idg. verbums für 'holz schneiden, bearbeiten', über die bei zoll 1 zu vergleichen ist. dies zeigt sich deutlich in dem norw., auch in Deutschland bekannten tollekniv (gegen dän. tælgekniv, schwed. täljkniv), s. Falk-Torp. die abbiegung der bedeutung von got. tulgus u. s. w. ist nicht so befremdlich, weil es sich um wörter des täglichen handgebrauchs handelt. das germ. grundwort der hd. gruppe zolch kann etwa 'pflock, klotz' bedeutet haben, wovon eine spur in nd. tulk 'zapfen am fasz' Schambach 236a stecken mag. sonst hat sich die bedeutung in naher beziehung zu zoche, zolp, zollen, zotte entwickelt, am auffälligsten in dem nebeneinander von 'grobe stelle im flachs, im faden' und 'schnauze an einem gefäsz', auch das verb zolken, zolkern wie zotteln, zottern u. ä. bedeutung.
1) zweig, nur mhd.: zolcher ramex Diefenbach 483b. hierzu auch zolch mentula, zungenzolch feststehende zungenwurzel Höfler 857.
2) wulst, dicke stelle im faden, im flachs, im haar: Schmeller 2 2, 1117; Seiler 327; Martin-Lienhart 2, 903b; zulcher herabhängender fetzen am kleide Weinhold 100; in Nordböhmen Frommann 2, 240. auch 'zu langer docht', 'hängender rotz' Seiler; Martin-Lienhart.
3) schnauze an einem gefäsz Stalder 2, 477 (mit vielen ableitungen); zolgkle, n. Schmid schwäb. wb. 551 (aus der Schweiz belegt). 'ablaufröhre am fasztrichter' u. ä. Martin-Lienhart: er hat einen zolgken dadurch die win irn gang in die vass nemend Riederer spiegel d. rhetorik t iia; da risz und schält man den wein ausz potten, ausz pinten .. zolcken (aufzählung curioser trinkgefäsze) Fischart geschichtsklitt. 123 neudr.
4) als schimpfwort 'klotz, grober kerl' Schmeller; Schmid; Fulda vers. 604; Kuen oberschwäb. bauernspr. 57a (zoag); Neubauer egerl. mda. 109b: wider di groben zolker M. Beham Wiener 62, 22; da faszt den groben zolgen Kurz sonnenwirth 63. in Mitteldeutschland 'liederliches weibsbild' zulch Vilmar; zolker Anton Oberlausitzer wörter 6, 9.
hierzu verben zolken 'grob handeln', schwäb. Fulda versuch 604; 'hinterherlaufen von kindern' Stalder 2, 478; nachzolgen, langsam einhergehen, müszig herumstreichen zolken Frommann 5, 462 (Iglau); zulchen Vilmar: Gretchen soll in die stadt zolken Friedel, Christel u. Gretchen 59 nach Paul ztschr. f. d. wortforsch. 12, 69. zolkern, zulkern nachschleppen Weinhold; Frommann 2, 240:

der mantel hängt mir wunderlich und zolkert sich
Neukirch 6, 23.

schlieszlich in der Oberlausitz 'schmutzige reden führen' Anton.
 
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zölen, v., sich begatten, von hunden, zu nd. töle hündin. aus älterer zeit und mundartlich nur aus der Schweiz belegt Stalder 2, 477: die hünd hebent gemeinklich an zu zölen so si järig worden sind Gesner thierbuch 86 Herold-Forer; die indianer wöllen, es sol die hündin auch mit den tigerthieren zölen Heyden Plinius 202.

 

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