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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zofensorgfalt bis zogelich (Bd. 32, Sp. 20 bis 21)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zofensorgfalt, f.:

wer sah, mit zofen-sorgfalt, mich,
den schönsten zu gefallen, schmücken?
Göckingk ged. 1, 93.


 
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zofenstimme, f.: eine zofenstimme ertönt: 'die gnädige frau läszt bitten' Kotzebue sämmtl. dram. w. 31, 96.
 
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zoffen, v. , md., entsprechend dem schweizer. hinder sich zuffen, nit halden und beston tergiversari (von soldaten im kampf) Maaler 524a. zuffen ist eine nebenform zu dem in oberd. und md. mundarten verbreiteten zaufen 'zurückgehen, zurücktreten', besonders in dem zuruf an das zugvieh zauf, md. zōf (mündl. mitt.), s. DWB zaufen Schmeller 2 2, 1080.
1) zoffen für zögern: hertzog Georg und Opitius zofften ein wenig, letzlich sagten sie zu, sie wolten auf den folgenden tag antwort geben (bei der belagerung von Glogau) Rätel schles. chron. (1585) 2, 116. als zaffen: o lieber mensch, verzeuch, zaffe und kaffe bey leibe nicht. wer sich heute nicht bessert, wird morgen viel erger Mathesius (1586) Syrach 24b.
2) die für zoffmagd, s. d. wort und zofe, anzunehmende bedeutung hinterherzotteln, hinterherschleppen ist nicht unmittelbar belegt. doch zeigt dieselbe bedeutung das in der form nicht ganz deutliche bair. nachzaffen: daʒ in dy klaider nicht nachzaffen auf der erdt Schmeller 2 2, 1087.
 
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zoffmagd, f., ketsch-magd oder zoff-magd, pedissequa, Frisch 480c, danach Adelung, Brinkmeier, Heyse u. a. die 'nachtreterin', die hinter der herrin zofft, s. DWB zofe und DWB zoffen, nur aus dem 16. jh. belegt: die frau mus einen wagen, schlitten oder eigen reitsattel und einen trabanten und zoffmagd haben Mathesius Syrach

[Bd. 32, Sp. 21]


3, 39a; sie hat auch ihre zoffmeide gehabt, und gesinde so auf sie gewartet Barth weiberspiegel (1586) e 7a.
 
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zöflein, n., verkleinerung von zofe, ungebräuchlich. von dienstmägden schlechthin: hatten sich die burschen ins bräuhaus, auch etwan mit den zöflein in die bräupfanne gefunden Schweinichen denkwürdigkeiten 177.
 
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zögel, m.?, auch zagel, zogel, 'in eisenhütten das stück oder der vierte theil des gargemachten und wieder durchs feuer angefrischten teuls (ein stück geschmolzenen eisens), welcher vermittelst des setzeisens und groszen schmiedehammers vom abgewärmten stück geschroten worden' Hübner curieuses lex. 1722, Minerophilus bergwerckslex. 736; Herttwig bergbuch 434; Campe. wohl gleich zagel schwanz, obwohl zögel die übliche form ist. noch heute?
 
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zögelschirbel oder
 
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-schürbel, n., dasselbe.
 
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zögelzange, f., 'damit das zögel-schürbel aus dem gröbsten geschmiedet wird' Minerophilus.
 
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zoge, f., von ziehen, hundeleine: folgten 50 rieden, welche an zogen geführt wurden, wie gebreuchlichen (in einem jagdaufzug 1630) zeitschr. f. culturgesch. 5, 249. auf ein anderes wort, dessen bedeutung und form nicht klar sind, weisen zwei alleinstehende glossierungen: purste oder porste oder vischschup seta zoga purst voc. theut. 1482 aa 2b; zogen, pl., 'ein gattung hüte, den filzhüten entgegengesetzt' in Ulm Schmid schwäb. wb. 550.
 
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zogelich, adj., sachte, in der Schweiz Stalder 2, 477; Frommann 4, 153a: man musz mit den leuten gar zogelich umgehen Gotthelf 22, 307. anders in Hessen gezoglich: sich gezoglich gegen jem. stellen, 'zu thätlichkeiten übergehen'. zu gezog schlägerei und veraltetem zogen zerren (vgl. bei zögern) Vilmar 472.

 

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