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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zivisch bis zizisbeo (Bd. 31, Sp. 1737 bis 1738)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zivisch, adj., frz. civique; bürgerlich, bürgerhaft, civische gesinnungen Campe verdeutschungswb. (1813) 193a; die engen (bildungs)kreise vermehren sich und dehnen sich zugleich weiter aus ... ich würde diese epoche nennen die sociale oder civische (im unterschied zur idyllischen und universellen epoche geselliger bildung) Göthe I 41, 2, 361 W.
 
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zivismus, m., frz. civisme: zur zeit der frz. revolution (1790) 'dévouement au gouvernement établi'; später allgemeiner 'sentiments qui font le bon citoyen'; civismus 'bürgersinn' Campe verdeutschungswb. (1801) 229a; 'die bürgertugend, das bürgergefühl' Heyse verdeutschungswb. (1819) 103b: wahrscheinlich liegt es an meinem gefühle und an meinem wenigen civismus, wenn ich dergleichen aufzüge mesquin und lächerlich finde Fischer reise (1799) 56.
 
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ziwebe, f., s. zibebe, f., sp. 875.

[Bd. 31, Sp. 1738]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ziwí(tt), interj., der meisenschlag: ziwi ziwi Wackernagel voces var. animant. 26; ziwitt ziwitt Leithäuser Barmen 31; vgl. zizibe,
 
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zizenille, f.: 'nauisches bier, so zizenille genennet wird, ist auch ein gut, aber dabey starck und dick bier, dahero das sprichwort davon lautet:

wer zizenille trincken will,
der musz drey tage liegen still'
Hohberg georg. cur. 3 (1715) 2, 62b.


 
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zizi, interj. (vgl. zi sp. 874); lockruf für katzen, insbes. schweiz. Enderlin Kesswil 29; Vetsch Appenzell 67; zi, zitz Stalder 2, 470; Wackernagel voces var. animant. (1869) 37; auch bair. und hess. (s. u.); verschiedentlich nominaler bestandteil in (schmeichel-)namen für katzen: schweiz. id. 4, 479; 4, 1742; 4, 2003; vgl. die bezeichnungen des katzenweibchens hess. zitz, ziss, auch kitz, f. Crecelius 935; 496; bair. zisz Schmeller-Frommann 2, 1157; (hierher noch ostfries. ziet 'katze' Stürenburg 338 ?); das hess. ziss bezeichnet auch das weibchen von kaninchen, hasen, eichhörnchen Vilmar 471; vgl. DWB zatze, f. 'hündin' sp. 322 und altmärk. sīss lockruf für säugende fohlen, sīssföll'n neben tǖsföll'n 'weibl. fohlen' und tǖskalf, tȫz 'weibl. kalb' Danneil 193a; 229a; einzelne dieser formen wohl in (sek.?) berührung mit der wortsippe zitze, f., zitzen, vb. (s. d.).
 
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zizi, m., emberiza cirlus (L.) 'zaunammer', vgl. frz. zizi, m. 'bruant de haie': Naumann vögel (1822) 4, 251; Brehm tierl. 4, 344 P.-L.
 
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zizibe, [tsí-], interj. und subst., lautmalend, in wechselnden formen insbes. mundartl. verbreitet. 1) ruf der meise:

es (das meisel) singt allzeit, was gibst? was hast?
sein alten zitzeberg (varr. zitter-, zizerberg, zu zu zuberg)
(1 hälfte d. 17. jhs.) 'geistlich vogelgesang' eines südwestdt. verfassers bei
Wackernagel voc. var. anim. (1869) 126a.

ähnlich im schweiz. und schwäb. (formen s. unter 2); vgl. oben ziwi(tt) und Suolahti dt. vogelnamen 155.2) name der meise: zitzibăren, zitzibären, f. 'blaumeise' schweiz. id. 4, 1442; zitzigä(k) neben pfitzigäg, m. 'kohlmeise' Fischer schwäb. 6, 1248; zizigē, m. 'kohlmeise' Haltrich siebenb.-sächs. id. 68b;

(man hört) den kleinen vogel zizibee
sein dünnes liedchen zirpen
Brehm Apis u. Este (1931) 243.


 
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ziziese, s. 3ziese, sp. 1231.
 
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zizigall, m., der finkenschlag: zitzigall Hohberg georg. cur. 3 (1715) 2, 369a; Naumann vögel (1822) 5, 27.
 
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zizisbeo [-ḗ-], m., zizi(s)be [tsí-], m., f. 1) it. cicisbeo 'hausfreund, gesellschafter, auch liebhaber einer dame'; als bildungsfremdwort in ital. schreibung (und aussprache Campe verdeutschungswb. [1801] 226a) seit dem ende des 18. jhs. bezeugt Schulz dt. fremdwb. 1, 115; auch mit anpassung der aussprache an dt. lautungsgewohnheiten [tsītsisbḗō], dadurch veranlaszt die schreibung zizisbeo: die kammerherrin hielt ihn für so falsch wie ihren zizisbeo Jean Paul w. 7/10, 65 Hempel; mit abfall der fremden endung:

allein, wohin indesz mit ihrem cicisbe? (:canapee)
Wieland s. w. 11 (1839) 250;

dafür Campe a. a. o. mannvertreter, beimann; abgeschliffen zu zizisbe, zizibe in österr. ma. (Wien) Sonnleithner id. austr. (1824) 129; Jakob Wien 227a; auch Fischer schwäb. 6, 1249; formal mit 2 zusammenfallend. 2) it. cicisbēa 'kokette'; in einigen obd. und westmd. maa. spöttische bezeichnung (teilweise veraltet) eines gezierttuenden mädchens, insbes. in der wendung jungfer, fräulein zizibe 'geputzte schöne, puppe' Fischer schwäb. 6, 1249; zuzibē 'lustiges, affektiertes mädchen' Schmeller-Frommann bair. 2, 1168; zizibe Castelli österr. 273; Jakob Wien 227a;

[Bd. 31, Sp. 1739]


zizebee Kehrein Nassau 1, 454; zitzabē Heinzerling-Reuter Siegerland 340b; siebenb. zízipē Kisch vgl. wb. 254; Kramer Bistritz 144; zizibe 'alte weibsperson' Fischer a. a. o.

 

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