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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitwer bis zitz (Bd. 31, Sp. 1711 bis 1714)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitwer, m. , curcuma zedoaria Roscoe; kulturpflanze Südasiens aus der familie der zingiberazeen; ihr getrockneter, ingwerartiger wurzelstock (rhizoma zedoariae) wurde während des mittelalters durch die Araber nach Europa eingeführt und als arzneimittel und gewürz viel verwendet (Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 1269). arab. zidwār 'zitwerwurzel' Lokotsch wörter orient. urspr. 173a; mit wandel der auslautenden liquida altspan. cetoal, altkatal. sitoval, afrz. citoval, citöal, pl. citovaus u. ä. Meyer-Lübke rom. etym. wb. 3802b; Tobler-Lommatzsch afrz. wb. 2, 451, dazu mengl. zedewal, neuengl. setwall; r-auslaut bewahren demgegenüber mlat. zeduarium (in zahlreichen, stark volkssprachlich beeinfluszten formen, vgl. Diefenbach gl. 634b), frühmhd., mhd., frühnhd. zitawar, zit(e)war, m. < über it. zettovario Kluge-Götze 15905a; Lexer 3, 1141; Diefenbach gl. 634b u. ö.; mnd. seduwer, seduer Schiller-Lübben 4, 166a; nhd. zitwer sowie die formen der neueren rom., germ. und slaw. sprachen Lokotsch a. a. o.; A. Mayer

[Bd. 31, Sp. 1712]


dt. lehnwörter im tschech. 31; 42; 56. für sich bleibt im dt. vom 13. bis in das 17./18. jh. bezeugtes zitwan, frühnhd. auch zitwen mit nasalem auslaut (kontamination mit verwandten bezeichnungen auf -an wie galgan, saffran?). im gebrauch hat im dt. die etymologisch berechtigte r-form, ausgenommen während des 16. jhs., den vorrang, gestützt durch mlat. zeduarium und formal wie sachlich nahestehendes ingwer.
früheste belege: zinamin unt zitawar in der paradieses-beschreibung der frühmhd. genesis 487 Dollmayr (zitwar in der Milstät-Klagenfurter hs. 9, 7 Diemer); dazu glossen des 11./12. jhs. citavvar zuzur ahd. gl. 3, 512, 22 St.-S.; zîtvar(e), zitvar zvzvr 3, 485, 29; zitwar zuzur 3, 579, 58; tolle pensum untie citewares, untiam ingebers (rezept) 4, 649, 11; vgl. Graff 5, 640; Germania 8, 301; zs. f. dt. wortf. 6, 198. zitwan: zitwân unde zinemîn Konrad Fleck Flore u. Blanscheflûr 2082 S., entstellt citamme (:klamme) im jüngeren Titurel 1768, 2 Hahn. formale abwandlungen landschaftlich-mundartlichen charakters und umdeutungen neben den normalformen zitwar, zitwan in frühnhd. zeit häufig; gedehnter stammvokal: s. o. und ziedewan lesart des Augsburger druckes von 1475 zu zitwar Konrad v. Megenberg buch d. natur 426, 3 Pf.; ziedewan (Mainz, 15. jh.) Lexer 3, 1141; zȳtwan calamus (15. jh., obd.) Diefenbach nov. gl. 65b; diphthongiert (?) zeitwan (15. jh., md.-obd.) Diefenbach gl. 634b; Schmeller-Frommann 2, 1165; vereinzelt in (ost)md. texten b für w: zitber (ende des 14. jhs., md.), mlat. zitbarum, sedbar Diefenbach gl. 634b; czetebar (Olmützer stadtbuch) Jelinek mhd. wb. 987; zittber Lehmann hist. schaupl. (1699) 1002, vgl. zittwersamen ebda 827; als mittel der ausspracheerleichterung sprieszt zwischen den im wortinnern zusammenstoszenden konsonanten häufig ein silbenbildender mittelvokal (e, vereinzeltund ) auf, so bes. im nd. und md. spachgebiet in vorwiegend glossarischer bezeugung (s. o.); als hd. erscheinung seit dem 16. jh. nach übereinstimmendem ausweis der literarischen und lexikalischen belege nicht mehr feststellbar. gleiche zeitliche und räumliche kennzeichnungen gelten für den wandel i > e in der stammsilbe, der teils lautgesetzlich, teils unter einwirkung von mlat. zeduarium erfolgt sein wird; doch zetwer als hochsprachliche nebenform noch bei Kramer teutsch-it. 2 (1702) 1470b, vgl.zedwerwasser Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 83; weitere lautliche schwankungen (quantität und qualität des endsilbenvokals; d für t in der stammsilbe) sowie eine bis in das 19. jh. wahrnehmbare graphische unsicherheit gestalten die entwicklung der laut- und schriftform des wortes unruhig. völlig abseits stehen formen wie zwitwer (mit vorweggenommenem w der endsilbe?) calamus aromaticus (15. jh., obd.) Diefenbach nov. gl. 65b (vgl. Kramer-Moerbeek [1768] 436b) und zistwer (15. jh., md.) Diefenbach gl. 634b (vgl. Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 122), ferner umdeutungen wie czederwein, czede wort, czedarboum u. ä. Diefenbach nov. gl. 388a; gloss. 634b.
lex. bezeugung: zitwar, zitwan (zahlreiche lautliche und graphische varianten) Diefenbach gl. 81c; 88c; 94a; 355b; 623c; 624a; 634b; 639a; nov. gl. 65b; 383b; 388a; n-formen: zit(t)wen Alberus (1540) Ii 4b; Frisius (1556) 166a; zit(t)wan Frischlin (1586) 38b; Hulsius-Ravellus (1616) 432a; Widerhold (1669) 437b; r-formen: zit(t)wer, (zitwen oder) zitwer Decimator thes. (1608) 1486a; Schottel haubtspr. (1663) 280; Kramer teutsch-it. 2 (1702) 1470b; Frisch (1741) 2, 480b; Gottsched dt. sprachkunst (1748) 115; Adelung 5 (1786) 408.
1) als bezeichnung der zitwerwurzel: pei des krautes (zeduarium) wurzel wehset diu wurz, die wir zitwar haizen (1349/50) Konrad v. Megenberg buch d. natur 426, 5 Pf.; (man gibt) von negel, mussat plunen, galgan, kubeben, zymidplud, paneyskorn, zitwar vom  zu karbaliren (reinigen) 1 dn. (Nürnb. um

[Bd. 31, Sp. 1713]


1400) städtechron. 1, 100; item 4  czydwar (1402—04) handelsrechn. d. dt. ordens 169 Sattler; nym ein halp mosz gtz geprantz wins, th die nach benant(en) kraütter dar inn ...: ... galganu(m), zitwar, cuboben ... (1480) mittelalterl. hausb. XIX Bossert-St.; zedoaria, zitwer wirt für vergifften lufft vnd pestilentz gebraucht Ryff confectbuch (1548) d 1b; nimb ... galgant 2. lot, zütwer 2. lot Seutter roszarznei (1588) 10; so solle man wohl gedörreten rettich und guten frischen zitwer unter einander stoszen Walther pferde- u. viehzucht (1658) 32; zittwer: von einem groszen stein 1 gr. 10 pf. (zoll) (1660) Mylius corp. const. Marchic. 4, 1, 91; zitwer ... gehört mehr in die apothecken als in die kuchen Hohberg georg. cur. (1682) 1, 207; eingemachter zitwer zedoaria condita Kramer teutsch-it. 2 (1702) 1470b; (inhalt einer feldapotheke:) würtz-nelcken, zimmt, safran, galgant ..., muscaten-nüsse, zitwer, ingwer Fleming vollk. soldat (1726) 324b; die wurzeln oder samen dieser pflanzen sind das eigentliche gewürz, wie ingwer, zitwer Oken allg. naturgesch. (1839) 3, 492; du magst noch gafferzeltlein und a weng an zittwer und lemoni verlangen, und dem apotheker sage nur, es ist uns unser vorrat ausgegangen und wir kaufen uns rantweise das sachen nach Handel-Mazzetti Stephana Schwertner (1927) 2, 301; Wander sprichwörterlex. 5, 595.
2) die zitwerpflanze; zeduarium ... haizet zitwar. daz ist ain kraut daz wechst in den landen gegen der sunnen aufganch (1349/50) Konrad v. Megenberg buch d. natur 426, 3 Pf.; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 1269.
3) übertragungen auf andere pflanzen, insbes. wilder zitwer (vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 690): bryonia, viticella, vitis alba Diefenbach gl. 81c; 623c; 624a; nov. gl. 383b; byronia schmärwurtz, hundskürbs, wilderzittwen, teufelskirsen, wildrben Frisius (1556) 166a; Widerhold (1669) 437b; in latinischer zungen viticella oder vitis alba oder brionia und in tütscher sprach wilder zitwan oder hundskürbs genant Braunschweig buch d. rechten kunst zu distilieren (1500) 123a; 91a; viticella wilder zitwen, stickwurtz Gersdorff wundarzney (1517) XCV 2a (voc. herbar.); schwartzwurtz (sonst hundskürbsz oder wilder zitwen genannt) Sebiz feldbau (1579) 72; s. a. unten wildzitwer; calamus aromaticus (acorus calamus L.: deutscher zittwer Holl wb. dt. pflanzennamen [1833] 184b): hemelzitwar, heidenis zítewar in kräuterglossaren (13. jh.) ahd. gl. 3, 540, 1; 3, 540, 2; heimescidwar, hēnenzitwar (14. jh.) 3, 552, 68; 3, 552, 69; zwitwer, heydens ceduer, heimlicher zitwan, heimischer zitwan (15. jh.) Diefenbach gl. 88c; nov. gl. 65b; mnd. heydens sedewer Schiller-Lübben 4, 166a; cyperus: ciperus zitewar, cidewar (13./14. jh.) ahd. gl. 3, 52, 11; vgl.(mhd.?) wildzytbar cyperus longus L. bei Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 1301; caprifolium: cits (cit[w]er) (14. jh.) ahd. gl. 3, 528, 22; weiteres s. Holl wb. dt. pflanzennamen (1833) 82a; Pritzel-Jessen volksnamen der pflanzen 451.
 
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zitwerbalsam, m., balsamum zedoariae Marperger kaufmannsmagazin (1708) 126. —
 
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-essig, m.: in pestzeiten ist der zitwereszig das allerbeste präservativ allg. haush.-lex. (1749) 3, 801b. —
 
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-kraut, n. 1) artemisia dracunculus L. 'estragon' (1600) Schwenckfelt lt. Marzell 1, 429. 2) das kraut der zitwerpflanze Campe 5 (1811) 877a. —
 
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-likör, m., zittwerliqueur über zittwersamen und zittwerkraut abgezogener feiner branntwein Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 42. —
 
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-rinde, f., melus (?) zedewynnesrynden (15. jh., md.) Diefenbach gl. 355b.
 
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zitwersaat,f., zitwersamen,m.
1) die als wurmmittel verwendbaren blütenköpfchen der artemisia cina und verwandter beifuszgewächse; zweifach irrige bezeichnung (same für blüte, zitwer für artemisia cina) einer alten, auch als hausmittel

[Bd. 31, Sp. 1714]


('wurmsamen') verbreiteten droge, vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 427. mundartl. in zum teil stark entstellter form vorwiegend auf nd. sprachgebiet (Ostfriesland, Oldenburg, Holstein, Westfalen, Mecklenburg, Brandenburg, Samland), doch auch für das obersächs. bezeugt, vgl. sêfkesâd Doornkaat Koolman ostfries. 3, 168b; sever(n)saad brem.-nds. wb. 4 (1770) 780; Böning Oldenburg 96; Schütze Holstein 4, 100; Mi Mecklenburg 74a; sevesaat Richey Hamburg (1755) 253; sippelnsd Woeste westfäl. 237b; ziftersoamen (Neu-Golm, mark Brandenburg) nd. jahrb. 48, 23b; zöbbast Fischer Samland 100; ziptersamen Müller-Fraureuth obersächs. 2, 710a: nimm ... venedischen wurmsamen, welchen man auch zitwersamen nennet Ryff spiegel d. gesundth. (1544) 216a; darnach ... soll man nehmen ... katzendreck, attich, zitwersamen, jedes 2 loth M. Böhme roszartzney (1618) 16; also ist im Jochimsthal von B. M. Häszlers tochter ein 3 elligter wurm durch zittwersaamen ausgetrieben worden Lehmann hist. schauplatz (1699) 827; allg. haush.-lex. (1749) 3, 801b; Schedel warenlex. (1834) 2, 732; Dorstewitz-Ottersbach drogenkde (1921) 55. 2) der same der zitwerpflanze Adelung 5 (1786) 408. —
 
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-wein, m., durch zusatz der aromatischen zitwerwurzel gewürzter (kranken-)wein, hauptsächlich für das 16. jh. in der form zitwenwein bezeugt: Maaler teutsch spr. (1561) 523a; zitwan wein ist gt denen, die da seind kalter complexion Dryander arzenei gemeiner inhalt (1542) 37b; Wirsung arzneib. (1588) 422; zitwer ... ist aber doch sehr gebräuchig ... den köstlichen und gesunden zitwerwein zu machen Hohberg georg. cur. (1682) 1, 207. —
 
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-wurz(el), f. 1) der wurzelstock der zitwerpflanze: zittwan, zittwenwurtz heiszet ... bey den arab. ärtzten zurumbet ..., die gemeinen ärtzt und apotecker nennens fälschlich zedoariam Wirsung artzneyb. (1588) reg.; Adelung 5 (1786) 408; Dorstewitz-Ottersbach drogenkde (1921) 16. 2) die zitwerpflanze selbst: zedoaria zitwer, zitwerwurtz Pancovius herbarium (1673) 424.
 
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zitz, m., s. zitze, f.
 
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zitz, m., der name eines ursprünglich in Ostindien hergestellten, mehrfarbig bemalten baumwollgewebes; seit dem ausgang des 18. jhs. allgemeine bezeichnung in Europa maschinell gewebter und bedruckter kattunsorten feinerer qualität.
wort und sache werden durch die handelstätigkeit der engl. und ndl. Ostindischen Kompanie seit dem 17. jh. in Europa bekannt. die bezeichnung des stoffes im hindi chīṇt ergibt engl. chint, aus dessen im kaufmännischen verkehr vorwiegender pluralform chints ('zitzsorten') sich im 18. jh. ein neuer singular chintz (pl. chintzes) abspaltet und verselbständigt (Murray s. v.). daneben steht ndl. chits, sits, zurückzuführen auf bengal. chits oder auf die maharaschtriform chīt (gleich chīṇt und chits zu skr. citrá-ḥ 'bunt' gehörig). im dt. erscheint die ndl. form (sits) in literarischer bezeugung des 18. jhs. als zitz, vereinzelt ziz, einmal zitze (leinewand, chites oder zitze [pl.?] genannt Noel Chomel öcon.-phys. lex. [1750] 2, 1088), mehrfach im pl. zitze, zizze (auch schwach flektiert verfertigung der zitzsen allg. dt. bibl., anh. zu bd. 25/36, 3338); lex. zahlreiche varianten, auch für die lautung belangvolle wie sitz frauenzimmerlex. (1773) 3933; Schwan 2 (1784) 1111; chits [kits] Jacobsson technol. wb. 1 (1781) 368a; chits [tšits] Schiffner allg. dt. sachwb. 10 (1831) 550b. als handelsausdruck hat sich die hochsprachliche form bis in das 19. jh. hinein nicht voll durchgesetzt; kaufmännische fachwörterbücher bevorzugen das englisch wirkende chits (daneben chints dank der führenden stellung Englands in der europ. zitzproduktion bis zur festlandsperre), vgl. Schedel warenlex. (1797) 1, 256; (1863) 1, 169a; handelslex. 3 (1847) 378. mundartl. geläufig bereits vor ausgang des 18. jhs., bezeugt für das schwäb., bair., rheinfränk. (Saarbrücken),

[Bd. 31, Sp. 1715]


mittelfränk. (Siegerland, Köln, Aachen), ostfränk. (Würzburg), nordthür. (Stiege), Estland, für teile des nd. (Waldeck, Schleswig-Holstein) sowie für das fries.
im dt. eingebürgert in der ersten hälfte des 18. jhs.; noch nicht bei Marperger kaufmannsmagazin (1708), wo jedoch bereits klage geführt wird über die verdrängung der einheimischen leinwand durch die gütemäszig überlegenen baumwollstoffe Ostindiens a. a. o. 263; lexikalisch zuerst 1748: zitz ein bunter baumwöllener zeug Gottsched dt. sprachkunst 103; vgl.: die bunten cattunen kommen aus dem königreich Bengala, und werden daselbst chites genennet haushaltslex. 1 (1749) 305a; zitz ebda 3 (1751) 801b. literarische belege:

bald will sie reiches band, bald eine theure spitze,
bald peltz und bald contouch vom allerfeinsten zitze
Henrici ernst-, scherzh. u sat. ged. 4 (1737) 345;

für 4 ell. besten zitz zur schürze à 2 thlr. Möser s. w. 1, 153 Abeken; manufakturen von haute- und basselisse-tapeten, von reichen brokaten, von feinen zizzen Nicolai reise d. Deutschl. u. d. Schweiz (1783) 1, 253; das frauenzimmer trägt schleier von buntgeblümtem indianischen zitze Bürde erz. e. gesellschaftl. reise (1783) 253; sehr schöne zitze und andre gedruckte leinwandarten werden in einer ansehnlichen fabrike verfertigt Zöllner br. über Schlesien (1793) 2, 173;

(die dorfmädchen) zierten sich wie jungfern in kleinen städtchen,
trugen kattun und zitz statt leinwand
Kortum Jobsiade (1799) 3, 21;

ein stück des feinsten Augsburger zitzes, von allen möglichen farben, begleitete ihn Pfeffel pros. versuche (1810) 9, 30; Jean Paul w. 11/14, 256 Hempel; schlafrock von buntem ziz E. T. A. Hoffmann s. w. 15, 81 Gr.;

es ist, ihr Deutschen, eure scene
so malerisch wie bunter zitz
Platen w. 1, 539 Hempel;

(ein haus,) das nach dem bunten muster englischen zitzes angestrichen war Pückler-Muskau südöstl. bildersaal (1840) 2, 282; das sofa mit seinem überzug von feingeblümtem zitz stimmte wohl zu den lebhaften farben der tapete Storm s. w. 2, 68 Köster; die mit zinnoberrotem zitz bezogene ruhegelegenheit sog ihn ein H. Seidel Krüsemann (1935) 89.

 

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