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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitterstrahl bis zitterwurzel (Bd. 31, Sp. 1707 bis 1709)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -strahl, m., (vgl. zitterglanz): kein stern mit seinem grünen zitterstrahle; kein mond blikt durch die luft Petersen Ossian (1782) 99; Hebbel s. w. (1891) 6, 22. —
 
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-taube, f., columba livia L., haustaube: die zittertaube die pfautaube, weil sie einiger maszen zittert, wenn sie ihren schwanz in die höhe gerichtet hat Campe 5, 877a; zittertaube soviel wie pfautaube Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 42. —
 
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-trespe, f., brachypodium pinnatum P. B., vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 635; zittertresp Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 49; Campe 5, 877a.
 
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zitterung, f. , seit dem 12. jh. belegtes, noch bis ins 19. jh. hinein gebrauchtes verbalabstraktum zu zittern; vgl. 4zitter. lexikalisch: frigor zitterunge (anf. 15. jh., obd.) Diefenbach gl. 247c; zitterung, bidmung, wegung tremor voc. theut. (Nürnberg 1482) pp 8a; die zitterung, das zittern Stieler stammb. (1691) 2638.
1) vom menschen, im sinne einer anschaulichen bewegung:

da (in der hölle) hörent si ain teufelisch gepelle
und inwendig ain peiszende consciencie
und ain zitterung aller dencie (lat. dentium)
Vintler pluemen d. tugent 10 042 Zingerle;

drausz (aus der trunkenheit) auch zitterung und ander schwacheiten volgen Ambach vom zusauffen (1544) C 4a; für zitterung der glieder nimb rosenöl Ruoff hebammenb. (1580) 240; eine krankhafte zitterung

[Bd. 31, Sp. 1708]


in allen gliedern Arndt schr. (1845) 3, 566. aufs seelische übertragen mit einer nuance im sinne von 'furcht': (sie) wurden getruobet, wurden beweget: diu bibenunge — ziterunge — begreif sie (vgl. vulg.: conturbati sunt, commoti sunt: tremor apprehendit eos ps. 47, 6) Windberger psalmen 212 Graff; also das der dinst niht sei an vorht und die frewd niht sei an czitterung (ut non sit servicium sine timore neque gaudium sine tremore) Johann v. Neumarkt schr. 1, 131 Klapper; pavor zitterung (ende 15. jh.) Diefenbach gl. 418a; forcht unnd zitterung zeleiden G. Alt buch d. cronicken (1493) 260b; (er) nam mit sich all schrecken, zitterung und unglück seiner bürger, und bracht solchs alles auff die feinde Lorichius pädag. princ. (1595) 216.
2) von gegenständen: zitterungen und vibrationen der sayten (vgl. zittern 3 a) Ramler schön. wissenschaften (1758) 1, 213; zitterung der luft Hamann schr. (1821) 1, 62; die zitterungen einer geschlagenen glocke Kant w. (1838) 8, 459. in der älteren fachsprache der astronomie das schwanken des firmaments zwischen nord und süd, die sog. präzession (vgl. zitterhimmel): der achtest himmel lauffet mit dem lauff trepidationis oder der zitterung von auffgang inn nidergang durch den antarcticum H. Frölich offenb. d. natur (1591) 59; der trepidation und zitterung lauff theatrum machinarum (1607) 1, 127.
 
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zittervogel, m., saxicola rubetra L.; zittervogel, der seine flügel unaufhörlich beweget, traguet, groulard Schrader dt.-frz. (1781) 1683c. wohl der gleiche vogel: tremblo oder zittervogel Hoffmannswaldau redeübungen (1702) 63. —
 
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-welle, f., (vgl. zittern 2):

fort! ihr edlen frohen gäste
in dem seeisch heitern feste,
blinkend, wo die zitterwellen,
ufernetzend, leise schwellen
Göthe I 15, 1, 133 W. —


 
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-wels, m., malapterurus electricus Gm., ein fisch, der wie der zitteraal elektrische schläge austeilt: zitterwels Oken allg. naturgesch. 6 (1836) 85; Forskal entdeckte den zitterwels im Nil Brehm tierl. 8, 242 P.-L.
 
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-woche, f., die zeit der ersten ehekonflikte nach den flitterwochen; begegnet nur als reimwort zu flitterwochen: aber unser herr gott kan inen das blettlein fein umbwenden, unnd ausz der flitterwochen eine zitterwochen machen theatrum diabol. (1587) 2, 27a;

jetzt sind vorbei die flitterwochen,
dann kommen auch die zitterwochen
Fischer schwäb. 6, 1248;

nach den flitterwochen die zitterwochen Gerhart Hauptmann ges. w. I 5, 429. —
 
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-woge, f., (vgl. zitterwelle):

blicke ruhig von dem bogen
deiner nacht auf zitterwogen
Göthe I 15, 1, 156 W.;

es träuft auf lauen zitterwogen
die linde luft dies lied daher
Strachwitz ged. (1850) 229. —


 
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-wurz, f. 1) eine art von rumex, die früher gegen hautkrankheiten verwendet wurde (vgl. zittrachkraut); zu 3zitter gehörig; vgl. DWB zetterwurz (sp. 824). meist wohl rumex acutus, crispus oder obtusifolius: rumex citterwurtz (15. jh.) Diefenbach nov. gl. 322a; grindtwurtz, grindtkraut, streyffwurtz, zitterwurtz Lonicerus kreuterb. (1577) 116a; lapathum acutum zitterwurtz Megiser thes. polygl. (1603) 1, 776a; zitterwurtz rumex Tabernämontanus kräuterb. (1687) 824a; grindwurz ist ein kraut, welches die grätze, den zitrich und andere mängel der haut vertreibet ... lapathum, rumex, la parelle ... die zitterwurz Popowitsch versuch (1780) 165; die zitterwurz oder zitterwurzel rumex acutus L. Campe 5, 877a. 2) helleborus niger, wohl entstellt aus sitterwurz; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 2, 800: zitterwurcze elleborus niger Closener voc. (1383, Schweiz) in: zs. f. dt. wortf.

[Bd. 31, Sp. 1709]


2, 185; elleborus niger zitterwrcze, swerwrcze (15. jh., obd.) Diefenbach nov. gl. 147b; helliborus nies-, zitter-, christwurz Prahn pflanzennamen (1909) 32. —
 
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-wurzel, f., rumex patientia L., wie zitterwurz 1 zu 3zitter gehörig: zitterwurzel Schrader dt.-frz. (1781) 1683c; Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 310; (Thüringen) Pritzel-Jessen volksnam. d. pflanzen 349b.

 

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