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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitterschwurz bis zitterwels (Bd. 31, Sp. 1707 bis 1708)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitterschwurz, zitterswurz, f., dass. wie zitterwurz 1 (s. d.). kompositum zu zittersch(e), zitters(e): zyterschwurtz Brunschwig kunst zu distilieren (1500) 78b; wyld ... zytterswurz, darumb dasz sie für die zytters gut ist Brunfels kreuterb. (1532) 271a; die ander wild rumex, grindtwurtz, zitterszwurtz Bock kreutterb. (1539) 1, 91a; rumex acuta, oxylapathus, anaxynis grindtwurtz, zitterswurtz Alberus nov. dict. (1540) FF 3a.
 
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zitterspiel, n., stäbchenspiel, mikado: jenes bekannte geduldspiel, das im französischen jonchets, im englischen und holländischen 'spilleken', im deutschen aber zitterspiel heiszt Fontane ges. w. (1920) II 3, 36. —
 
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-stimme, f.: zitterstimme (vox) tremula Stieler stammb. (1691) 2167; Kramer t.-it. 2 (1702) 1470b. —
 
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-stoff, m., 'die von einigen physikern vorgeschlagene benennung für das elektrische fluidum' Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 42: der zitterstoff und seine wirkungen in der natur C. Schmidt (Breslau, 1803) titel;

auf dem scheitel stiegen meine haare,
wie vom zitterstoff gerührt empor
Jung-Stilling s. schr. (1835) 2, 397. —


 
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-strahl, m., (vgl. zitterglanz): kein stern mit seinem grünen zitterstrahle; kein mond blikt durch die luft Petersen Ossian (1782) 99; Hebbel s. w. (1891) 6, 22. —
 
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-taube, f., columba livia L., haustaube: die zittertaube die pfautaube, weil sie einiger maszen zittert, wenn sie ihren schwanz in die höhe gerichtet hat Campe 5, 877a; zittertaube soviel wie pfautaube Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 42. —
 
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-trespe, f., brachypodium pinnatum P. B., vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 635; zittertresp Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 49; Campe 5, 877a.
 
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zitterung, f. , seit dem 12. jh. belegtes, noch bis ins 19. jh. hinein gebrauchtes verbalabstraktum zu zittern; vgl. 4zitter. lexikalisch: frigor zitterunge (anf. 15. jh., obd.) Diefenbach gl. 247c; zitterung, bidmung, wegung tremor voc. theut. (Nürnberg 1482) pp 8a; die zitterung, das zittern Stieler stammb. (1691) 2638.
1) vom menschen, im sinne einer anschaulichen bewegung:

da (in der hölle) hörent si ain teufelisch gepelle
und inwendig ain peiszende consciencie
und ain zitterung aller dencie (lat. dentium)
Vintler pluemen d. tugent 10 042 Zingerle;

drausz (aus der trunkenheit) auch zitterung und ander schwacheiten volgen Ambach vom zusauffen (1544) C 4a; für zitterung der glieder nimb rosenöl Ruoff hebammenb. (1580) 240; eine krankhafte zitterung

[Bd. 31, Sp. 1708]


in allen gliedern Arndt schr. (1845) 3, 566. aufs seelische übertragen mit einer nuance im sinne von 'furcht': (sie) wurden getruobet, wurden beweget: diu bibenunge — ziterunge — begreif sie (vgl. vulg.: conturbati sunt, commoti sunt: tremor apprehendit eos ps. 47, 6) Windberger psalmen 212 Graff; also das der dinst niht sei an vorht und die frewd niht sei an czitterung (ut non sit servicium sine timore neque gaudium sine tremore) Johann v. Neumarkt schr. 1, 131 Klapper; pavor zitterung (ende 15. jh.) Diefenbach gl. 418a; forcht unnd zitterung zeleiden G. Alt buch d. cronicken (1493) 260b; (er) nam mit sich all schrecken, zitterung und unglück seiner bürger, und bracht solchs alles auff die feinde Lorichius pädag. princ. (1595) 216.
2) von gegenständen: zitterungen und vibrationen der sayten (vgl. zittern 3 a) Ramler schön. wissenschaften (1758) 1, 213; zitterung der luft Hamann schr. (1821) 1, 62; die zitterungen einer geschlagenen glocke Kant w. (1838) 8, 459. in der älteren fachsprache der astronomie das schwanken des firmaments zwischen nord und süd, die sog. präzession (vgl. zitterhimmel): der achtest himmel lauffet mit dem lauff trepidationis oder der zitterung von auffgang inn nidergang durch den antarcticum H. Frölich offenb. d. natur (1591) 59; der trepidation und zitterung lauff theatrum machinarum (1607) 1, 127.
 
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zittervogel, m., saxicola rubetra L.; zittervogel, der seine flügel unaufhörlich beweget, traguet, groulard Schrader dt.-frz. (1781) 1683c. wohl der gleiche vogel: tremblo oder zittervogel Hoffmannswaldau redeübungen (1702) 63. —
 
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-welle, f., (vgl. zittern 2):

fort! ihr edlen frohen gäste
in dem seeisch heitern feste,
blinkend, wo die zitterwellen,
ufernetzend, leise schwellen
Göthe I 15, 1, 133 W. —


 
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-wels, m., malapterurus electricus Gm., ein fisch, der wie der zitteraal elektrische schläge austeilt: zitterwels Oken allg. naturgesch. 6 (1836) 85; Forskal entdeckte den zitterwels im Nil Brehm tierl. 8, 242 P.-L.

 

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