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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitterquäker bis zitterschwert (Bd. 31, Sp. 1705 bis 1707)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -quäker, m., (vgl. zitterer 1 b): die schwärmerischen zitterquäker Zschokke ausg. schr. (1824) 5, 234. —
 
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-rapp, m., f., n., in den alem. maa. belegtes zitterab, zittrab ist wohl kompositum aus 3zitter und rappe ('rauhe finnen- oder krätzeknötchen auf der haut des menschen' Höfler krankheitsnamenb. 492) s. teil 8, sp. 117: zitterab m., n., f., gesichtsflechte, zittermal, dürrflecken, rötlicher ausschlag im gesicht Martin-Lienhart elsäss. 2, 920a; tšittərāb, m., roter, wolkiger, stark juckender ausschlag Stucki Jaun 207. in verkürzter form (s. 3zitter):

[Bd. 31, Sp. 1706]


's zittrapp zittermal, zitterflechte, die vergehe, art hautausschlag im gesicht, der eben so geschwind vergeht, als zum vorschein kommt. auch der zittrapp? (um 1750) bei Seiler Basel 326b. —
 
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-register, n., in orgeln die vorrichtung, die den ton tremulierend macht (vgl. zittern 3 b): Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1111b. —
 
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-roche(n), m., f., ein fisch der gattung torpedo Dum., besonders die bekannteste art torpedo marmorata Risso, der wie der zitteraal elektrische schläge austeilt; in älterer zeit zitterfisch (s. zitterfisch 1), zitterling (s. zitterling 1) genannt: sekretionen in ... den dazu eigentlich gebildeten theilen des zitterrochens J. G. Forster s. schr. (1843) 4, 380; (ich) fuhr aber, wie von einer zitterroche berührt, zurück Gaudy s. w. (1844) 18, 47. das tier gilt als besonders häszlich: als breite scheibe dehnt sich der scheuszliche roche aus, bald schleimig und glatt als zitterrochen, der elektrische schläge austheilt Vischer ästhetik (1846) 2, 131. —
 
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-rose, -röse, f. 1) flechtenartiger hautausschlag; kompositum aus 3zitter und rose 6 e (s. teil 8, sp. 1178; zur verkürzung von zitter s. unter 3zitter): (kletten)wasser ist auch gut für die zittrüsen, all tag damit bestrichen Röszlin kreutterb. (1533) 119b; lichen, impetigo, mentagra flechte, zittrüsze Zehner nomencl. (1645) 280; zetterös 'ein flechtenartiger trockner hautausschlag im gesicht' Kehrein Nassau 453; 'ein leichter ausschlag ist die zitterrös an die ehleboge' Askenasy Frankfurt 162; zëdderûse, zitterêse, zëdderêse Crecelius Oberhessen 935. 2) narcissus pseudonarcissus L., manchmal auch für narcissus poeticus L.; als kompositum zu zittern aufgefaszte entstellung aus zeitlose (sp. 566, bed. 1 a. vgl. die gleiche entstellung bei zitterröslein). rose ist hier in der bedeutung 5 a (teil 8, sp. 1173) gebraucht: zitterrose Nemnich polyglottenlex. 2 (1794) 703; Perger namen d. pflanzen 3, 59; Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 41. —
 
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-röslein, n., diminutiv zu zitterrose 2 (s. d.); zur entstellung aus zeitlöslein s. die belege bei Marzell pflanzennamen 1, 560. 1) bellis perennis L.: zitterrösel gefülltes maszliebchen Martin-Lienhart elsäss. 2, 290b; zidderrésel Schmidt Straszburg 120a. 2) primula acaulis Jacq.: zitterrösli (St. Gallen) Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 309b. —
 
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-rübe, f., bryonia L., wohl zu 3zitter gehörig, da früher gegen hautkrankheiten verwendet; vgl.: (die wurzel von bryonia) vertreibt und verzeret flecken, anmäler und flechten Bock kreutterb. (1539) 2, 70b; zitterrüben, zaunrüben, stückwurtz bryonia, vitis sylvestris Marperger kaufm.-magazin (1708) 1421; zitterrübe, siehe zaunrübe, stickwurz Schrader dt.-frz. (1781) 1683c.
 
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zittersch(e), zitters(e), f., 'trockene hautflechte, zittermal (erhöhung auf der verhärteten oberhaut), brennende hautkrankheit, rötlicher ausschlag im gesicht' Follmann Lothr. 559. zu 3zitter gehörig; mit altem s-suffix oder aber ähnlich dem mnd. lerse (< lederse < lederhose) verkürzt aus zitterrose oder zitterdrüse (vgl. ahd. cithruos unter 3zitter). das s ist noch bewahrt in: zu allen zitterssen Bock kreutterb. (1539) 1, 102a; sitters, auch tsitters eine hautflechte Schön Saarbrücken2 194a. ferner im kompositum ziterswurz (s. d.). sonst ist s nach r stets zu sch geworden. vereinzelten sproszvokal i zeigt: ziterischen und trucken grint H. Brunschwig kunst zu distilieren (1500) 71b. meist tritt das wort in einer analog zu blattern, zittrachen gebildeten pluralform mit -en auf. lexikalisch schon früh belegt: serpedo zittersche (anf. 15. jh.) Diefenbach nov. gl. 336b; gryndt auff der heut, serpedo, oder zittersch oder zittermal voc. theut. (Nürnberg 1482) m 8a. die literarischen belege gehören meist dem 16. jh. an: ampffer wasser vertribt die zitterschen Brunschwig kunst zu distilieren (1500) 16b; rinnende schaden als zittersche, flechten Bock kreutterbuch (1539) 1, 72a; zitterschen, zittermal, haarwurm oder zittrachen zu heylen Wirsung artzneyb. (1588) reg.; saltzwasser ... heilet allerhand

[Bd. 31, Sp. 1707]


feuchten grind, flecken und böse frantzosen, zitterschen, harwürm und alle gifftige geschwer und offene schäden Röszlin Elsasz (1593) 99; die wilden beiszenden zitterschön (1602) Bauhin bei Fischer schwäb. 6, 1246; jede blatter oder zitriss (1706) Conlin ebda 3491. vereinzelt heute noch in westmd. maa.: zittersch roter ausschlag an der wange, der nicht vergehen will Schön Saarbrücken2 234b.
 
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zitterschein, m. (vgl. zitterglanz):

aber was er bald gewahret
in des busches zitterschein
Göthe I 1, 176 W.;

bei leiser sterne zitterschein
G Keller ges. w. (1889) 9, 248. —


 
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-schreck(en), m.:

ein zitterschröck und forcht begriff
die trojanische weibspersonen
Spreng Äneis (1610) 98b;

zitterschrecken Schupp schr. (1663) 952. —
 
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-schwert, n.: blankes schwert gladius fulminans, vibrans, nitidus, coruscus, alias zitterschwert Stieler stammb. (1691) 1958; zitterschwerdt Kramer-Moerbeek dt.-holl. wb. (1768) 436b.

 

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