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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitterpappel bis zitterröslein (Bd. 31, Sp. 1705 bis 1706)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitterpappel, f., populus tremula L. (vgl. zitterbaum, -espe): zitterpappel Schwenckfelt stirp. et foss. Silesiae catalog. (1600) 166; Pancovius herb. port. (1673) 321; (die blätter der espe) hängen an dünnen und langen stielen, und müssen dahero ... auch bey der grösten windstille zittern und wackeln, welches diesem baum verschiedene nahmen als bey den Lateinern populus tremula, bey den Frantzosen tremble oder zitterpappel ... zu wege gebracht, und zu dem sprichwort: er zittert wie ein aespenlaub, anlasz gegeben hat Zincke allg. öcon. lex. (1744) 150; du bebst ja wie eine zitterpappel Deinhardstein ges. dram. w. (1848) 2, 76; es ist aber sehr wahrscheinlich, dasz ... schwarz- und zitterpappel auch wirklich in Deutschland heimisch sind Ratzeburg waldverderbnis (1866) 2, 305. —
 
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-perle, f., dichterisch 'tautropfen':

auch farb an farbe klärt sich los vom grunde,
wo blum und blatt von zitterperle triefen
Göthe I 15, 1, 6 W.


 
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zitterpfennig, m., wohl 'pfennig, um den man (aus not, aus geiz) zittern musz'. diese deutung des wortsinns ist doch wohl dem von Götze frühnhd. gl. 2237a vorgeschlagenen 'draufgeld' vorzuziehen, der an eine entstellung des von ihm a. a. o. 236a angeführten ziderpfenning 'trinkgeld' (zu zider 'obstwein', das dann wie in zitteressig entstellt wäre) zu denken scheint. zider ist aber nach sp. 890 und Kluge-Götze etym. wb.11 710a erst im 18. jh. ins dt. entlehnt. ziderpfenning ist, jedenfalls nach sp. 891, überhaupt nicht bezeugt. belege:

ich hab ihn offt wol milt gesehen,
wenn er den zitterpfenning vertrunck
Hans Sachs 9, 24 lit. ver.;

wenn sie (die mutter) armen leuten nicht allein einen zitterpfennig mitteilet, sondern auch wann sie schon ihre milde und volle hand aufthut Barth weiberspiegel (1565) g 4a;

item er (der säufer) ist denn nichtes fest,
den zitterpfennig fahren lest
und gibt heraus nach aller ehr,
des morgens aber rewts ihn sehr
Ringwaldt lauter wahrheit (1588) 76.

auf eine person übertragen im sinne von geizhals: die codrische zitterpfennige und starckfiltzigen schwerväter (schwiegerväter) mögen sich hier schemen, dieselben fressen lieber selbs die kinder, als dasz sie was geben Herberger hertzpost. (1613) 1, 169; also müssen die zitterpfennige viel mal ihr gut andern lassen, die kein mal sagen: gott sei ihnen gnedig ebda 630. —
 
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-pilz, m., pilz der gattung tremella (vgl. zitterling 3): gr. Brockhaus15 20 (1935) 667b. auf die der gattung tremella nahestehende gattung auricularia übertragen: judasohr, zitterpilz Prahn pflanzenn. (1909) 13. —
 
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-prophet, m., quäker (vgl. zitterer 1 b): von denen ... quackern oder zitterpropheten anabapt. et enthus. pantheon (1702) 1, 92b. —
 
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-quäker, m., (vgl. zitterer 1 b): die schwärmerischen zitterquäker Zschokke ausg. schr. (1824) 5, 234. —
 
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-rapp, m., f., n., in den alem. maa. belegtes zitterab, zittrab ist wohl kompositum aus 3zitter und rappe ('rauhe finnen- oder krätzeknötchen auf der haut des menschen' Höfler krankheitsnamenb. 492) s. teil 8, sp. 117: zitterab m., n., f., gesichtsflechte, zittermal, dürrflecken, rötlicher ausschlag im gesicht Martin-Lienhart elsäss. 2, 920a; tšittərāb, m., roter, wolkiger, stark juckender ausschlag Stucki Jaun 207. in verkürzter form (s. 3zitter):

[Bd. 31, Sp. 1706]


's zittrapp zittermal, zitterflechte, die vergehe, art hautausschlag im gesicht, der eben so geschwind vergeht, als zum vorschein kommt. auch der zittrapp? (um 1750) bei Seiler Basel 326b. —
 
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-register, n., in orgeln die vorrichtung, die den ton tremulierend macht (vgl. zittern 3 b): Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1111b. —
 
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-roche(n), m., f., ein fisch der gattung torpedo Dum., besonders die bekannteste art torpedo marmorata Risso, der wie der zitteraal elektrische schläge austeilt; in älterer zeit zitterfisch (s. zitterfisch 1), zitterling (s. zitterling 1) genannt: sekretionen in ... den dazu eigentlich gebildeten theilen des zitterrochens J. G. Forster s. schr. (1843) 4, 380; (ich) fuhr aber, wie von einer zitterroche berührt, zurück Gaudy s. w. (1844) 18, 47. das tier gilt als besonders häszlich: als breite scheibe dehnt sich der scheuszliche roche aus, bald schleimig und glatt als zitterrochen, der elektrische schläge austheilt Vischer ästhetik (1846) 2, 131. —
 
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-rose, -röse, f. 1) flechtenartiger hautausschlag; kompositum aus 3zitter und rose 6 e (s. teil 8, sp. 1178; zur verkürzung von zitter s. unter 3zitter): (kletten)wasser ist auch gut für die zittrüsen, all tag damit bestrichen Röszlin kreutterb. (1533) 119b; lichen, impetigo, mentagra flechte, zittrüsze Zehner nomencl. (1645) 280; zetterös 'ein flechtenartiger trockner hautausschlag im gesicht' Kehrein Nassau 453; 'ein leichter ausschlag ist die zitterrös an die ehleboge' Askenasy Frankfurt 162; zëdderûse, zitterêse, zëdderêse Crecelius Oberhessen 935. 2) narcissus pseudonarcissus L., manchmal auch für narcissus poeticus L.; als kompositum zu zittern aufgefaszte entstellung aus zeitlose (sp. 566, bed. 1 a. vgl. die gleiche entstellung bei zitterröslein). rose ist hier in der bedeutung 5 a (teil 8, sp. 1173) gebraucht: zitterrose Nemnich polyglottenlex. 2 (1794) 703; Perger namen d. pflanzen 3, 59; Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 41. —
 
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-röslein, n., diminutiv zu zitterrose 2 (s. d.); zur entstellung aus zeitlöslein s. die belege bei Marzell pflanzennamen 1, 560. 1) bellis perennis L.: zitterrösel gefülltes maszliebchen Martin-Lienhart elsäss. 2, 290b; zidderrésel Schmidt Straszburg 120a. 2) primula acaulis Jacq.: zitterrösli (St. Gallen) Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 309b. —

 

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