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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitterespe bis zittergras (Bd. 31, Sp. 1686 bis 1687)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -espe, f.: die zitteräspe ... populus tremula L., die zitterpappel Adelung2 4, 1727; die zweige einer zitterespe Engel schr. (1801) 12, 130. —
 
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-essig, m., 'in den seestädten ein aus obst oder obstwein bereiteter essig; ein aus cider-essig (s. zideressig sp. 891) verderbtes wort' Adelung2 4, 1727; ein uxhäupt zittereszig märk. zollrolle von 1694 bei Mylius corp. const. Marchic. 4, 1, 123. vgl. die ähnliche form wein- oder zietereszig brandenb. zollrolle von 1721 ebda 378. —
 
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-feder, f., nur in der aus dem obersächs.-thür. raum belegten redensart sich vor jem. eine zitterfeder aufstecken; ironisch für 'sich vor jem. fürchten': wer gesündigt hat, der soll sich fürchten. antw. ich bin gar ein kleiner sünder, so dencke ich, die zitterfeder wird auch nicht grosz seyn, die ich auf den hut stecke Chr. Weise freym. redner (1693) 78; der kerl dürffte

[Bd. 31, Sp. 1687]


aber wohl dencken, man steckte vor ihm zitterfedern auf Reuter Schlampampe 127 ndr.; Edelmann bereitete schläge (1738) 15; Schrader dt. frz. 2 (1784) 1683c; Göpfert Erzgeb. 58; zitterfedder vor jemand uffsetzen Jecht Mansfeld 128a.
 
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zitterfisch, m. , in älterer zeit nur bezeichnung für torpedo marmorata Risso, den zitterrochen. nach bekanntwerden weiterer elektrischer fische (zitteraal, zitterwels, s. d.) wird das wort um 1800 zum sammelbegriff für alle mit elektrischen organen begabten fischarten; in der engeren bedeutung torpedo marmorata Risso wird es bald durch zitterrochen (s. d.) ersetzt.
1) torpedo marmorata Risso: der zitter- oder schleffer fisch weisz wol, wie er andere fisch schlefferecht ... machen sol Heyden Plinius (1565) 382; torpedo ... ein zitterling oder zitterfisch a tremore Faber thes. (1587) 1044b; der torpedo oder zitterfisch Frölich offenb. d. natur (1591) 239; O. Dapper, Africa (1670) 487b; zitterfisch 'torpedo, wird also genennet, weil er die glieder nicht allein zitternd und bebend, sondern auch eine zeitlang schlaffend und unempfindlich macht' Hübner cur. u. reales lex. (1714) 1738; 'der zitterroche ... auch zitterfisch und krampffisch in engerer bedeutung, taubfisch' Campe 5, 876b.
2) als sammelbegriff: der zitterfisch 'die benennung einiger arten von fischen, welche die merkwürdige eigenschaft haben, dasz sie menschen und thieren, die sich ihnen nähern, einen stosz oder schlag mittheilen ... zu denselben gehört 1. der zitteraal ... 2. der zitterroche ... 3. eine art welse' Campe 5, 876b; sonderbarer ... ist die ... electricität, welche bey den sogenannten zitterfischen mit groszer gewalt schläge gibt Oken allg. naturgesch. 4 (1833) 202.
3) nur vereinzelt für den zitteraal (s. d.): der zitterfisch war gleichsam der erste paragraph, der magnetische und elektrische materie verband Jean Paul w. 3, 193 Hempel; zitterfisch zitteraal Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 38. —
 
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-flechte, f., 'ein trockener, abschüppender, hauptsächlich im gesichte oder auf behaarten kopfteilen sitzender, chronischer hautausschlag' Höfler krankheitsnamenb. 153a. zu 3zitter gehörig: (das bad) reinigt alle alte unheylbare schäden unnd verunreinigung der haut, zitterflechten, bösen, gifftigen grindt Ryff spiegel d. gesundh. (1544) 103b; blattern und zitterflechten Hohberg georg. cur. (1682) 1, 440. —
 
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-flecke, m., dass. wie zittrachflecke (s. d.); zu 3zitter gehörig: die zitterflecken oder flechten am leib Bock kreutterbuch (1539) 1, 155b. —
 
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-geist, m., quäker, vgl. DWB zitterer 1 b: zittergeister oder kwaker-soziner Zesen beschr. d. st. Amsterdam (1664) 370. —
 
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-gewölbe, n., sakristeigewölbe; zu 2zitter: es können auch noch heutiges tages diejenigen, welche von dergleichen raritäten liebhaber sind, eines und das andere von solchen antiquitäten in dem sogenandten zittergewölbe zu sehen bekommen Rohr Unterhartz (1736) 176. —
 
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-glanz, m., unsicheres, spielendes licht; vgl. DWB zittern 4 b:

wer einmahl nahm in acht ein glass vol wasser stehen,
darein der strahlenschein der sonnen mögen gehen,
wie dessen zitterglantz mit ungewissen lauff
im zimmer flattern macht umfahrend ab und auff, ...
das flüchtig helle liecht
Hohberg habsburg. Ottobert (1664) Qq 8b;

man ruht auf weichem rasen,
von zitterglanz erhellt
J. H. Voss s. ged. (1802) 4, 125. —


 
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-gold, n., unechtes blattgold aus messing: behenck (gehänge) von rotten, gelben, blawen glässlein, die besonder mit zittergold eingefaszt seind Rauwolff beschr. d. raisz (1582) 190; knittergold, flattergold, flindergold, flittergold, zittergold bergmänn. wb. (1778) 295a. —
 
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-gras, n., briza media L. vgl. Marzell pflanzenn. 1, 663; mundartlich neben gleichbedeutendem 4zitter 2 a und zitterlein 2 (s. diese) sehr verbreitet: zittergras Mensing schlesw.-holst. 5, 761; Martin

[Bd. 31, Sp. 1688]


Rhoden 278b; Hofmann niederhess. 270a; Fischer schwäb. 6, 1247; Martin-Lienhart elsäss. 1, 281a; Lexer Kärnten 266. schon seit dem 16. jh. belegt: gramen leporinum, gramen tremulum, panem leporis und linum divae Mariae; teutsch heiszet es hasengrass, zidern, zidergrass, unser lieben frauwen flachs unnd hasenbrodt Tabernämontanus neuw kreuterb. (1588) 666a; Hohberg georg. cur. 3, 1 (1715) 487b; das zittergras 'eine grasart, welche bey der geringsten bewegung der luft zittert' Adelung2 4, 1727; Thaer grundzüge d. landwirtsch. (1809) 3, 276; B. Auerbach schr. (1892) 11, 60; Fontane ges. w. (1905) I 1, 123. dazu das adjektiv zittergrashaft: die dünne zittergrashafte schrift A. Seghers d. toten bl. jung (1950) 469. —

 

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