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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitterach(t) bis zitterfeder (Bd. 31, Sp. 1685 bis 1686)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitterach(t), m., f., hautkrankheit. s. zittrach(t).
 
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zitteraffe, m., cercopithecus trepida Ph. L. St. Müller Linnés natursystem 1 (1773) 130; danach: der zitteraffe (simia trepida L.) Campe 5, 876b; der zitteraffe le singe trembleur Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1111b. zoologisch nicht sicher bestimmbar.
 
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zitterbaum, m., populus tremula L., dass. wie DWB zitterespe, -pappel: man theilet ihn (den pappelbaum) in dreyerley arten, nemlich in den weiszen mit breiten blättern, in den schwartzen und in den zitter-, weiden- oder pappelbaum allg. haush.-lex. (1749) 2, 499b; zitterbaum Gleditsch einl. i. d. forstwiss. (1775) 1, 526; Campe 5, 876b; Böttiger kl. schr. 3, 176 Sillig. wohl derselbe baum: für ein kropff nim zitterbaum und badschwamm, gleich vil ..., brenns zu pulver Gäbelkover artzneyb. (1596) 1, 165. —
 
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-brühe, f., gallerte, eine md. bildung (vgl. 4zitter 2 b): zötterbrîe die gallerte an der gepressten frischen rotwurst, an dem kalbsbraten Kleemann nordthür. id. 26b; gallerte: zederbríe Hertel Thür. 265; zitterbröih Schmidt Westerwald 340; zitterbrüh, -bröih Kehrein Nassau 1, 455.
 
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zittere, f., n., hautkrankheit. s. zittrach(t).
 
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zitterecht, zitteret, adj., zitternd, s. DWB zittericht.
 
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zitterer, zittrer, m., nomen agentis zu zittern; begegnet schon spätmhd. für lat. strix, einen vogel, der zitternde schreie ausstöszt: der vogel hieze wol aigenleich nâch der latein der zitraer oder der zandklaffer von seiner stimm oder von seinem geschrai Konrad v. Megenberg buch d. natur 224 Pfeiffer.

[Bd. 31, Sp. 1686]



1) von personen, die zittern.
a) allgemein. meist mit dem nebensinn des zitterns aus furcht: zitterer tremulus, tremebundus, homo timidus ac tremens Stieler stammb. (1691) 2638; trematore, tremolante Kramer t.-ital. 2 (1702) 1470a; eine person, welche zittert Adelung2 4, 1728;

die zwitter und die zitterer,
die zischelten zusammen,
ob's schon zur zeit sei, die censur
aus Deutschland zu verdammen
Glasbrenner verbotene lieder (1844) 162;

zitterer furchtsamer mensch Schmeller-Fr. 2, 1164; Kuen oberschwäb. 57.
b) besonders von einem anhänger der mitte des 17. jhs. von George Fox in England gegründeten glaubensgemeinschaft society of friends, deren mitglieder den spottnamen quakers 'zitterer' erhielten. zitterer hat sich gegenüber der originalbezeichnung quäker (teil 7, sp. 2292) im dt. auf die dauer nicht durchsetzen können (s. auch die vereinzelten bildungen zittergeist, -prophet, -quäker). belege: quaker, ein zitterer sectarius ex Anglia Schottel haubtspr. (1663) 1379; die zitterer in Engelland Kramer t.-ital. 2 (1702) 1470a; der zitterer ... 'besonders ein nahme, welchen man auch wohl den quakern beylegt' Adelung2 4, 1728; an diesem tage empfing der könig aus Engelland einen brief von einer art volkes, welches man daselbsten quakers, das ist böber oder zitterer nennet und zwar darüm, weil sie in derselben zeit, wan sie ihr gebeht oder andacht verrichten wollen, ein zittern durch alle leibesglieder ankomt oder gleublicher von ihnen selbst gemacht wird. dan sie wollen hierdurch anderen einbilden, dasz sie besessen oder entzükt weren Zesen d. verschmähete majestät (1661) 378; quäcker und zitterer Dannhawer catech.-milch 9 (1672) 94; trepidanten oder zitterer J. Riemer d. trunkene träumer (1684) 177; ein zweig von der sippschafft der wiedertäuffer, oder der heutigen zitterer anabaptisticum et enthus. pantheon (1702) 3, 3; Jahn w. (1884) 2, 962.
2) vereinzelt in verschiedenen übertragenen bedeutungen. vom tremolo einer sängerin:

sie macht schöne zittrer und allerlei radel.
i glaub, ihre gurgel hängt völli am drahtel quelle von 1759 bei
Hartmann hist. volkslieder 3, 17.

von dem auf dem wasser zitternden mondlicht (vgl. zittern 4 b):

auf einer zinne glitzerte der mond
wie ein krystall und schwebte auf den wassern
des sees, ein weiszer zitterer, dahin
Herwegh Lamartine (1839) 5, 151.

ähnlich von einem silbern blitzenden schmuck (vgl. zitterlein 3): zitrr ehemaliger kopfschmuck der Lusernerinnen Bacher Lusern 429. im sinne von lat. tremor 'das zittern' (vgl. 4zitter 1): den zitterer haben Schmeller-Fr. 2, 1164.
 
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zitteresche, f., fälschlich für zitterespe (s. d.): zitteresche zitterpappel Münchhausen d. hausvater 5 (1770) 231; Gleditsch einleitg. in die forstwiss. (1775) 1, 526. —
 
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-espe, f.: die zitteräspe ... populus tremula L., die zitterpappel Adelung2 4, 1727; die zweige einer zitterespe Engel schr. (1801) 12, 130. —
 
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-essig, m., 'in den seestädten ein aus obst oder obstwein bereiteter essig; ein aus cider-essig (s. zideressig sp. 891) verderbtes wort' Adelung2 4, 1727; ein uxhäupt zittereszig märk. zollrolle von 1694 bei Mylius corp. const. Marchic. 4, 1, 123. vgl. die ähnliche form wein- oder zietereszig brandenb. zollrolle von 1721 ebda 378. —
 
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-feder, f., nur in der aus dem obersächs.-thür. raum belegten redensart sich vor jem. eine zitterfeder aufstecken; ironisch für 'sich vor jem. fürchten': wer gesündigt hat, der soll sich fürchten. antw. ich bin gar ein kleiner sünder, so dencke ich, die zitterfeder wird auch nicht grosz seyn, die ich auf den hut stecke Chr. Weise freym. redner (1693) 78; der kerl dürffte

[Bd. 31, Sp. 1687]


aber wohl dencken, man steckte vor ihm zitterfedern auf Reuter Schlampampe 127 ndr.; Edelmann bereitete schläge (1738) 15; Schrader dt. frz. 2 (1784) 1683c; Göpfert Erzgeb. 58; zitterfedder vor jemand uffsetzen Jecht Mansfeld 128a.

 

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