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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitronen(en)schelfe bis zitschen (Bd. 31, Sp. 1678 bis 1680)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -schelfe, f., dass. wie zitronenschale: nim ... citronenschelffen, pomerantzenschelffen

[Bd. 31, Sp. 1679]


Gäbelkover artzneyb. (1596) 1, 65; Grimmelshausen Simpl. 556 ndr.
 
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-schleifer, m., gaunersprachlich: goldarbeiter Bischoff geheim- u. berufsspr. 93; goldschmied, auch richtige stromer, arbeitsscheue Ostwald rinnsteinspr. 171; goldarbeiter Günther gaunerspr. 173; umschreibung für den arbeitsscheuen bummler oder stromer ebda 175. —
 
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-vogel, m. 1) der mornellvogel, charadrius morinellus L.: zitronenvogel Naumann vögel (1822) 7, 163; der mornell oder morinell, auch possenreiszer, zitron- und pomeranzenvogel ... trägt ein kleid, das der bodenfärbung einer gebirgshalde vortrefflich entspricht Brehm tierl. 6, 68 P.-L. 2) ein schmetterling, gonepteryx rhamni L. dass. wie zitronenfalter (s. d.): schmetterlinge gaukelten herum: trauermantel, zitronenvogel, molkendiebe L. Richter lebenserinn. 628 Hesse u. Becker; Mosen s. w. 8 (1871) 536; Fontane ges. w. (1905) I 6, 406. 3) name des zitronfinken (s. d.) Campe 5 (1811) 876a. 4) name eines zum geschlecht des kirsch- oder pfingstvogels gehörenden vogels (oriolus cristatus L.) ebda. 5) name einer art nachtfalter (phalaena citrago L.) ebda. 6) briefträger (in Sachsen noch bis 1866 in gelber uniform): der wohlbekannte zitronenvogel hatte zwei briefe abgegeben qu. bei Müller-Fraureuth obersächs. 2, 709b. —
 
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-wald, m.: zitronenwald limoneto, limonaio Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c;

der könig, prinz und alle grandes stehn
versammelt im zitronenwald
Schiller 5, 1, 5 G.;

in dem clima von Balfrusch, wo neben den citronenwäldern auch der indigo gedeihen würde Ritter erdkde (1822) teil 8, 432. —
 
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-wasser, n., dass. wie zitronensaft 3, limonade: das limonien- und zitronenwasser wird, auf gleiche weise, verfertigt Francisci lufftkreis (1680) 215; zitronenwasser limonata Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c; limonade zitronenwasser Campe verdeutschungswb. (1801) 444a. —
 
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-wein, m., wein mit zusatz von zitronensaft oder -schale: wermut- salbey- alant- quitten- und citronenwein muste ... den säuffern ihre köpff und mägen wieder begütigen Grimmelshausen Simpl. 100 Scholte; zitronenwein vino citronato ò limonato Kramer t.-ital. 2 (1702) 1299b; Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 37. —
 
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-zeisig, m., carduelis citrinella (Pallas) dass. wie zitronenfink: in der grösze kömmt der zitronenzeisig unserm bluthänflinge nahe Naumann vögel 5 (1826) 149; der zitronenzeisig ... hat einen eigentümlich klirrenden gesang Brehm tierl. 4, 301 P.-L.
 
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zitrönlein, zitrönchen, n., diminutiv zu zitrone. 1) kleine zitrone: zitrönlein limoncino, limoncelletto Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c. 2) ein vogel der finkenart; vgl. 2zitrinlein. carduelis citrinella (Pallas): ziemlich häufig erscheint in allen theilen der Schweizeralpen der niedliche und äuszerst lebhafte, grüngelbe citronfink, bekannter unter dem namen 'citrönli' Tschudi thierl. d. Alpen (1858) 306; citrönchen ebda; citrênli (fringilla citrinella) citronenzeisig Bühler Davos 1, 21; zitröli, zitrönli, zitrunli fringilla citrinella L. Stalder schweiz. id. 2, 476; canaria serinus L. zitranle Fischer schwäb. 6, 1244.
 
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zitrulle, f., citrullus vulgaris Schrad., wassermelone, vgl. Marzell pflanzennamen 1, 1029 und 1387. entlehnt aus frz. citrule (14./16. jh.) Gamillscheg etym. wb. d. frz. sprache 225. das i in citrullien, zitrullien-kern Marperger kaufmannsmagazin (1708) 288 ist unter einflusz von it. cetriuoli (dem pl. zu cetriuolo) entstanden wie citronien zu zitrone: citrullen cucumis citrulus Schönsleder prompt. (1618) K 1b; zitrulle cedruglia Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c; noch fint man eyn geschlecht diser cucumeren, das ist inn allen dingen denselben änlich, aber kleyner mit groszen braunen breytten kernen besetzt. die bletter sind allerding anzusehen wie das laub an den fremden coloquinten oder wie die bletter an der brionien

[Bd. 31, Sp. 1680]


mit vilen schnitten oder kerfen zerspalten, dieselbige nent man citrullen Bock new kreutterb. (1539) 2, 73b; ein auszgehöhlte zitrulle O. Dappers Africa (1671) 630a; citrullen Hohberg georg. cur. 1 (1682) 505; die citrullen oder angurien seyn kalt und feucht wie die melonen ..., sie seyn des sommers über nützlich und gut wider die hitz, wider den durst und entzündung der leber Tabernämontanus kräuterbuch (1687) 860; zitrullen Ritter erdkde (1822) teil 13, 443.
 
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zitscheln, vb., zwitschern Jecht Mansfeld 128a; zum folgenden.
 
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zitschen, vb., zwitschern, zirpen, piepsen; zischen, quietschen. lautmalend, besonders von vogelstimmen; vgl. ähnliches zätschen 2 (sp. 320), zietschen (sp. 1239), zötschen (teil 16, sp. 127), zwitschen (teil 16, sp. 1402), sowie zitscheln, zitschern. häufig substantiviert. vom laut der vögel: curruca, est avis der zötschet, zötzschen, zitzschen Schottel haubtspr. (1663) 1449; zitschen far' il verso di certo uccellino che fà zitsch zitsch! ò zötsch zötsch! Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c; es ist eine schwalbe die uber mir hinferet und zitzschet ein wenig Luther 54, 171 W.; (rotkehlchen) sind scheuer als viel andere junge vögel des waldes und lassen nur wenn sie sicher zu sein glauben, ein kurzes zitschen ... hören Naumann vögel (1822) 2, 1, 411. auch vom laut anderer tiere (Campe 5, 875a): von natur müssen sie (heuschrecken) zitschen und pfeiffen (1627) bei Fischer schwäb. 6, 1245; wann er ein hund gautzen oder ein mauss zitschen höret ebda. im sinne von zischen: sibilus piszpeln, zitschen (obd. 16. jh.) Diefenbach nov. gl. 337b; mit gleichsam einer canon zitschenden, also singend bald herbeykommenden kugel (1663) bei Fischer schwäb. 6, 1245. auf den menschen übertragen: (zauberworte) mit zitschen oder mit hauchen ... ausszusprechen ebda; wenn dieses zitschen auf der seite der weiber erklang Stehr d. heiligenhof (1918) 2, 36. in der bedeutung 'quietschen' bei Jungandreas schles. zeitwortbildung 42.

 

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