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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitron(en)apfel bis zitronen(en)fink (Bd. 31, Sp. 1675 bis 1676)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitron(en)apfel, zitrin(en)apfel, m. , zitrone; zitronengelber apfel.
1) in der bedeutung zitrone nur in älterer zeit üblich. zunächst belegtes zitrin(en)apfel (nach mlat. pomum citrinum, vgl. 3zitrin) wird später durch die lehnübersetzung zitron(en)apfel (nach lat. citreum malum) ersetzt. s. auch DWB ziterapfel, DWB zitronatapfel. ob die frucht von citrus medica allgemein oder eine der arten (vgl. zitrone 1) gemeint ist, läszt sich beim einzelbeleg meist nicht entscheiden. lexikalisch seit anf. d. 15. jhs. belegt, zunächst noch in der form citrin eppel poma citrina (vor 1419) Diefenbach nov. gloss. 297b. später: malum citreum, medicum citronenapffel, limon Emmelius lat.-germ.-graeco-gall. (1592) 48; zitronenapfel malum citrinum Stieler stammb. (1691) 1379. auch literarisch zunächst zitrin(en)-, das hier vielleicht noch adjektivisch gebraucht ist: unde hijr is to merkende ... dat dysse citryn appele veerleye an sik hebben gaerde d. suntheit (Lübeck 1492) ll 2b; mit safft von citrinen öpfelen Gersdorff wundarzney (1517) 81c. später zitron(en)-: sy (d. juden beim laubhüttenfest) gebrauchen sich diser acht tag citron öpffel und palm, die sy ihn ausz Italia lassen bringen S. Franck weltbuch (1534) 150a; thue darnach solchen citronapffel inn das weinfäszlin Sebiz feldbau (1580) 525; wenn die schwangere weiber in die unnatürliche lusten geraten, sollen sie von citronenäpffel essen Tabernämontanus neuw kreuterb. (1591) 659a; wie zween ... citronenäpffel zusammenzufügen, dasz eine grosze frucht daraus werde Hohberg georg. cur. (1682) 1, 623; kan ich doch keine rose oder citronenapffel in den händen tragen, dasz ich deren angenehmen geruch nicht solte empfinden Scriver seelenschatz (1737) 1, 393b.
2) verschiedene zitronengelbe apfelsorten: zitronenappel Mensing schlesw.-holst. 5, 761; zitronenäpfel Fischer schwäb. 6, 1244; schweiz. id. 1, 379; zitronenapfel A. Weber sprache d. obstbaus am Überlinger see (1931) 40.
 
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zitron(en)baum, m., citrus medica L. oder eine der arten (vgl. zitrone 2); citrus citronbaum oder pomerantzenbaum Frisius lat.-germ. (1556) 229a; citronenbaum citronnier, cedro arbore Hulsius-Ravellus dt.-frz.-it. (1616) 71; so man ein apffel auff ein citronenbaum impffet, so tregt der baum gar nahe das gantz jar öpffel M. Herr feldbau (1551) 123a; ein dach von citronbäumen A. U. v. Braunschweig

[Bd. 31, Sp. 1676]


Octavia (1677) 1, 885; wir sellen seyn, wie die citronenbäume in den warmen ländern, auf welchen, wenn etliche früchte zeitig sind, und abgebrochen werden, oder abfallen, andere unzeitige bleiben Scriver seelenschatz (1737) 1, 391a; besonders sind viele zitronenbäume an meinem zellenfenster schön Jean Paul w. 42/43, 130 Hempel; man kann sich keinen italienischen zitronenbaum mehr denken ohne eine Engländerin, die daran riecht H. Heine s. w. 3, 270 E. vereinzelt auch für die gattung citrus L., vgl. allg. haush.-lex. 1 (1749) 311a, s. auch zitronenholz 3. —
 
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-birne, f., 'eine sorte ziemlich groszer, länglicher, zitronengelber birnen, welche sehr süsz und saftig sind, im september reifen, sich aber nicht lange halten' Campe 5 (1811) 875b; zitronenbirne A. Weber obstbau am Überlinger see (1931) 40; zitrônenbir zitronenähnliche birne schweiz. id. 4, 1500; zitronbarne Müller-Fraureuth obersächs. 2, 709b; zitronenbirne Zschokke ausg. schr. (1824) 18, 79. —
 
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-drücker, m., kleines gerät zum ausquetschen der zitronen, vgl. DWB zitronenpresse. bildlich: eine residenzstadt ist die bärengrube der provinz und die garnwand der dörfer, der zitronendrükker derselben Jean Paul s. w. 64 (1838) 37 Reimer; ders., w. 48, 420 Hempel; ebda 7/10, 207. —
 
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-duft, m.: in zitronen- und orangendüften Jean Paul w. 15/18, 17 Hempel; H. Heine s. w. 3, 224 Elster; Rilke br. 2 (1950) 427. —
 
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-eis, n.: mit dem auftischen des zitroneneises Kluge Kortüm (1938) 615. —
 
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-falter, m., ein schmetterling, gonepteryx rhamni L., dass. wie DWB zitronenvogel 2 (s. d.): zitronenfalter Brehm tierl. 9, 376 P.-L.; Fischer schwäb. 6, 1245; und über farnkraut gaukelt nah und näher und wieder weiter ein zitronenfalter Liliencron s. w. (1896) 9, 112; die blitzgelben zitronenfalter H. Lauscher hinterl. schr. u. ged. (1933) 19 H. Hesse.
 
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zitron(en)farb, zitrinfarb, zitronenfarben, adj., zunächst in der form zitrinfarb (vgl. 3zitrin), später zitron(en)farb(en): citrinus, citrinon citrinfarb ... citronfarb M. Ruland lex. alchem. (1612) 243; zitronenfarb Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c; ains weisz, das ander rot, der dritt cittrinfarb hortus sanitatis (Ulm 1487) B 4; citronfarb Hohberg georg. cur. 1 (1682) 366; an dem ... gürtel ihrer am saume antik bordierten, zitronenfarbenen robe Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 434. —
 
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-farbe, zitrinfarbe, f.: citrius color citronenfarb Emmelius nomencl. quadrilinguis (1592) 91; zitronfarbe Steinbach dt. wb. (1734) 1, 409; etlich haben zytrinfarben und weliche blmen cytrinfarben haben, sind die besten hortus sanitatis (1487) i 1; zitronenfarbe Blum spatziergänge (1774) 1, 157. —
 
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-farbig, zitronfärbig, zitrinfärbig, adj.: in eim citrinfärbigen seidenen tuch Fuglinus (1586) in: zs. f. dt. wortf. 15, 217; ist eine frucht, ... anbei etwas hoch citronfärbig an der schelffen Volkamer Nürnberg. hesperides (1708) 151; zitronenfarbig H. Heine s. w. 2, 83 E.; W. Raabe s. w. I 6, 161. —
 
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-fink, m., carduelis citrinella (Pallas), dass. wie zitrönlein 2 (s. d.), zitronenzeisig (s. d.): tritt ende mai oder anfangs juni noch schnee und kälte ein, so raffen sie viele junge citronenfinken weg Tschudi d. thierl. d. Alpen (1858) 307; der zitronfink ist ein gebirgsvogel, welcher die Westalpen und Kleinasien, in Deutschland ständig auch den Schwarzwald bewohnt Brehm tierl. 4, 301 P.-L.

 

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