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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitronatbaum bis zitronen(en)falter (Bd. 31, Sp. 1671 bis 1676)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -baum, m., der baum, an dem die zitronatzitrone wächst, vgl. DWB zitronat 3: citrus citrinatbaum (1587) Diefenbach gl. 124c; so wirdt auch diser citrinatbaum an warmen orten im aprillen, und an kalten im meyen geimpfft Martius v. d. feldbau vnd ackerwerck (1580) 78; citronenbaum und citronatbaum Tabernämontanus neuw kreuterb. (1591) 658b; citronatbäume Krünitz öcon. encycl. 8 (1776) 144. —
 
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-zitrone, f., die frucht, aus der die succade oder das zitronat gewonnen wird (vgl. zitronat 2): zitronat ... ist die mit zucker kandierte unreife schale der zitronatzitrone ..., die für konditorwaren und feines backwerk unentbehrlich ist F. Seiler lehnwort 14, 331.
 
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zitrönchen, s. zitrönlein.

[Bd. 31, Sp. 1672]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitrone, f. , (auch zitrin), citrus medica L.; vgl. Marzell pflanzenn. 1, 1031. nl. citroen, engl., frz., schwed., dän. citron. in der form zitrone (zu zitrin s. 3zitrin) entlehnt aus it. citrone; einige endungslose formen im dt. (s. u.) lassen auch einwirkung von frz. citron vermuten.das genus hat sich wie bei limone vom masc. im it. und frz. zum fem. im dt. gewandelt, bei Hohberg steht aber auch im dt. das masc.: dieses zitrons georg. cur. 1 (1682) 223; den zitron ebda 224, neben dem fem.: von einer eingemachten zitron ebda 222. gelegentliches tt deutet wohl die auch heute umgangssprachlich verbreitete kurze offene aussprache des i an, vgl. die komposita: zitteronsafft (1554) Augsb. kochbuch (1886) 9d; cittronenpulver Elisabeth Charlotte v. Orleans br. (1721—22) 261 Holland. mundartlich entsteht in der gruppe tr gelegentlich ein sproszvokal: citerone Albrecht Leipzig 23; dsìdər A. Lang Zschorlau 32. betontes ō der endsilbe erscheint in mehreren, bes. westdt. maa. als ū: zitrún Rovenhagen Aachen 168; citruen, zitruen Niessen rhein. volksbotanik 1, 271; tsitrúnn Lenz Handschuhsheim 80; tsitrúunə Meisinger Rappenau 213. der sg. in älterer zeit auch ohne auslautendes e: zitron, citron, zitrone Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469b; citron Frisch t.-lat. (1741) 1, 170c; ein schwacher sg. bei Scriver: von einer citronen seelenschatz (1737) 1, 374b; der nom. pl. ist in älterer zeit neben üblichem zitronen gelegentlich kontrahiert: citron Martius v. d. feldbau u. ackerwerck (1580) 78; zitron Guarinonius grewel (1610) 537. in den kompositis steht in älterer zeit zitron- neben zitronen-: citronäpffeln Gäbelkover artzneyb. (1596) 2, 178; citronenapffel ebda 1, 55; zitronbäume Lohenstein Arminius (1689) 2, 81a; citronenbaum M. Herr feldbau (1551) 123a. in jüngerer zeit begegnet zitron- nur noch vereinzelt: zitrongelben J. G. Forster s. schr. (1843) 2, 403; zitronvogel Brehm tierl. 6, 68 P.-L. auszer der nebenform zitrin, die bereits im frühen 15. jh. belegt ist und bis ins 17. jh. vorkommt, erscheint bis zum ende des 17. jhs. eine aus dem ital. plural citroni übernommene form, die im dt. als sg. aufgefaszt wird: über den citroni Hohberg georg. cur. 1 (1682) 224 und deshalb im pl. zusätzlich mit der dt. endung versehen wird: citronien Frisius lat.-germ. (1556) 229a; Maaler teutsch spraach (1561) 84b; Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 4 (1644) 431. neben dem üblichen zitron-, zitronen- findet sie sich auch in zusammensetzungen: citronbaum ... citronienbaum Frisius lat.-germ. (1556) 229a; pomerantzen, limony und zitronyschelffen Guarinonius grewel (1610) 536; mit citronenblühe oder ... citroniwasser Hohberg georg. cur. (1682) 1, 247; zitronisaft Abr. a s. Clara w. 2, 197 Strigl; citronensafft ders., Judas 3 (1692) 225.
eine der citrusarten, deren heimat Indien, China und der Malaiische archipel ist und zu denen auszer der zitrone auch die apfelsine, pomeranze und pampelmuse gehören, wird den Griechen auf den Alexanderzügen in Persien bekannt und zuerst von Theophrast beschrieben; die frucht, die auf dem handelswege bald nach Griechenland, später auch nach Rom kommt, wird nach dem herkunftsort μῆλον μηδικὸν 'medischer apfel' genannt. in Rom wird der bis kopfgrosze, stark duftende und deshalb zum schutz gegen ungeziefer gern in kleidertruhen gelegte malum medium mit der dickfleischigen schale (wohl die bei uns zitronatzitrone genannte unterart von citrus medica L.) vom volke für die frucht eines der zeder (lat. cedrus) ähnlichen afrikanischen nadelbaums (lat. citrus) gehalten, dessen holz gleichfalls zum schutz gegen ungeziefer verwendet wurde; vgl. Hehn kulturpfl. u. haustiere (81911) 442f.; F. Seiler kultur im spiegel d. dt. lehnworts 32, 233f.; Hegi ill. flora v. Mitteleuropa 5, 1, 56 f.; anders Walde-Hofmann 1, 223. als im 3. jh. n. Chr. der zitronatbaum auch in Italien selbst angepflanzt wurde, war die bezeichnung malum citreum oder citrum für die frucht schon so allgemein, dasz sich der irrtum trotz des bemühens

[Bd. 31, Sp. 1673]


römischer schriftsteller nicht mehr beseitigen liesz und citrus die bezeichnung auch für den zitronatbaum blieb. die nun einmal hergestellte verbindung zwischen einem zederähnlichen baum und dem zitronatbaum sowie der lautliche zusammenfall von lat. cedrus, citrus > it. cedro 'zeder, zitronatbaum' mögen der grund sein, dasz im mlat. die frucht des zitronatbaums und später auch die des zitronenbaums (s. u.) gelegentlich mit pomum cedri (oder ähnlich) und im dt. entsprechend mit zeder(baum)apfel bezeichnet wird. mhd. noch in lat. form: poma cedri pomcedern (13. jh.) ahd. gl. 3, 385, 67 St.-S.; 386, 59. später in dt. übersetzung: pomum cedrinum ceder pam apphel (15. jh.) Diefenbach gloss. 446c; cedripomum ein zederapffel voc. ex quo (15. jh.) d 6a; limone, lemone, frutto noto cederapffel, lymon Hulsius it.-teutsch (1618) 228a. wahrscheinlich im 13., 14. jh. kommt unter dem türk. namen limon und dem arab. laimūn (beide < pers. līmūn) die kleine, dünnschalige, saftreiche varietät von citrus medica, unsere zitrone, nach Europa. Italien gibt die bald in der arzneikunst, vor allem aber in der küche gern gebrauchte limone mit dem namen nach Deutschland weiter. im dt. sind benennungen für früchte von citrus medica seit ende des 15. jhs. durchlaufend (vereinzelte frühere nennungen s. Marzell a. a. o.) belegt. zunächst: zeder(baum)-apfel (s. o.), zitrinapfel; seit der ersten hälfte des 16. jhs.: zitrin, zitrinatapfel, zitrinat(e), zitronapfel (s. d.), zitrone, zitronatapfel (s. d.), zitronat(e) (s. d.), limonapfel, limone. während it. citrone, das anscheinend schon um 1700 veraltet ist und durch das synonyme cedro ersetzt wird, die zitronatzitrone bezeichnet hatte, geht es bei der entlehnung ins dt. auf die andere art von citrus medica über und verdrängt nach und nach die herkömmliche bezeichnung limone, das heute nur noch in den österreichischen, hierin offenbar vom it. beeinfluszten dialekten lebt.
1) zitrone als frucht; vgl. DWB zitronenapfel 1 sowie als verdeutschungsversuch goldapfel 1 c (teil 4, 1, 5, sp. 713). lexikalisch seit der mitte des 16. jhs. belegt: citrea mala citronien oder pomerantzenöpffel Frisius dict. (1556) 229a; citronen malum citreum, citromalum, medicum malum, hesperium, assyrium Schönsleder germ.-lat. (1618) K 1b; citrone limone, citrone, kleine citron limoncello Kramer t.-ital. (1678) 318b; grosze zitron cedro, cedrone ders., t.-ital. 2 (1702) 1469b; die citrone Adelung 1 (1774) 1207.
a) allgemein für die frucht von citrus medica oder ohne bestimmten bezug auf eine der arten: ein wort geredt zu seiner zeit, ist wie gülden epffel in silbern schalen Luther sprüche Sal. 25, 11, dazu randglosse: pomerantzen und citrin bei Dietz wb. zu Luthers dt. schr. 1, 377; im anschlusz an Luther: denn ein solchs wort zu bequemer zeit geredt, wie könig Salomon saget, ist wie ein pomerantzen, und ein citrin in silbern schalen Mathesius Sarepta (1571) 133b; pomerantzen, citronen, melonen, granatäpffel und dergleichen in silbern und hüpsch auszgearbeiteten schalen Dannhawer catech.-milch (1657) 1, 463. in anderem zusammenhang: westwegen seyn (d. Hercules) ertztenes bild ... drei zitronen trüge Lohenstein Arminius (1689) 2, 341b; mein eigentlich wohlleben aber ist in früchten, in feigen, auch birnen, welche da wohl köstlich sein müssen, wo schon citronen wachsen Göthe I 30, 42 W. umgangssprachlich bezeichnete zeitweilig zitrone alle frischen früchte der zitronenarten, limone hingegen alle eingesalzenen; vgl. Woyt gazophylacium medico-phys. (1716) 538; Adelung 3 (1777) 220; Krünitz öcon. encycl. 79 (1800) 173.
b) die grosze dickschalige zitronatzitrone, aus der das zitronat hergestellt wird: die limonen sein etwas länger, haben bleyche farb, eynen sauren geschmack, sein nicht alleyn inn die kuchen gut, sondern auch zu der artzenei sehr dienstlich, dann sie erfrischen, zertheylen und tringen durch. die citronen sein lang

[Bd. 31, Sp. 1674]


und haben fast eyergestalt und eyne dicke und auszwendig gälbe rinde, seind sauer: werden zu der hertzartzenei und zu den antidotis gebraucht Sebiz feldbau (1580) 281; es werden auch die citronen mit honig oder zucker eingemacht auff solche weiss: schele die gelbe rinden von den äpffeln, schneide das weisze marck in runde oder lange stück Tabernämontanus neuw kreuterb. (1591) 659a; alle köstliche eingemachte früchten im honig oder zucker als kütten, zitronen, weixlen Guarinonius grewel (1610) 537; der bekannteste limonienbaum ist eine abänderung des citronenbaumes, dessen frucht kleiner, eyförmiger, und kürzer ist als die citrone, auch eine blässere farbe, dünnere schale und mehr mark hat Adelung 3 (1777) 220.
c) die heute überall in Deutschland bekannte frucht (it. limone), deren saft gern als arzneimittel angewandt wird, die aber besonders als zusatz zu speisen und getränken, sowie zur limonadebereitung verwendung findet. da die zitronatzitrone in Deutschland kaum handelsüblich gewesen sein dürfte, sondern wie noch heute nur ihre candierte schale, das sog. zitronat (s. d.) oder die succade, beziehen sich die folgenden belege wohl meist auf die frucht der kleineren unterart von citrus medica L.: nim roszenwasser, und safft von citrinen (mittel gegen flechten) Gersdorff wundarzney (1517) 81c; wellicher sich hoch beklagte, das er die gebratne repphüner ohne pomerantzen und zitronen essen müszte Guarinonius grewel (1610) 93; citronen musz man mit zucker essen Lehmann floril. polit. (1662) 1, 95; ach herr wirth, ist keine citrone da, die galle läuft mir in magen C. Weise erznarren 146 ndr.; bei Niethammern habe ich auch ein neues getränk kennen lernen ... es wird aus portwein, zitronen, zucker und muskatnuss warm bereitet (1801) Schiller br. 6, 250 Jonas; ich sehe den schwarzen sarg, die träger mit gelben zitronen und rosmarin in der hand seitwärts aus dem fenster noch im geist vorüberziehn J. Grimm kl. schr. (1879) 1, 1; (er) brachte aus seinen taschen jetzt auch noch mehrere zitronen und eine löschpapierne tüte mit gestoszenem zucker zum vorschein W. Raabe s. w. I 2, 346; nehmen sie zucker und vielleicht zitrone? ich habe in Ruszland gelernt, den tee mit zitrone zu trinken Rilke ges. w. (1927) 4, 56; limonade ... aus zucker und steinharten zitronen A. Zweig eins. e. königs (1950) 303. häufig in farbvergleichen (s. a. zitronengelb): Gerngrosz wurde gelb wie eine blasse citrone. ein vorgefühl dessen, was ihm bevorstand, trieb das blut aus seinen blühenden wangen und die galle hinein Holtei erz. schr. (1861) 24, 269; einige (eier) wurden schön himmelblau, andere gelb wie zitronen Ch. v. Schmid ges. schr. (1856) 1, 197. die redensart die zitrone bis auf den letzten tropfen ausdrücken (Wander sprichwörterlex. 5 [1880] 594) wird in dem vergleich ausquetschen, auspressen wie ein zitrone häufig auf menschen angewandt, die physisch oder geistig bis zum letzten ausgeschöpft werden: wir haben nichts aus dem halunken herausgebracht ... und haben ihn doch gequetscht wie eine zitrone Holtei erz. schr. (1861) 5, 127; die leute mit den armbinden pressen die schwachen aus wie zitronen A. Zweig eins. e. königs (1950) 375. von einem menschen, der für den andern wertlos geworden ist, nachdem er ihn ausgenützt hat, sagt man: wenn die citrone ausgedrückt ist, wirft man sie weg Wander sprichwörterlex. 1 (1867) 539. dazu: aber mein gnädiger herr sind auch nicht etwan so — wie es manche giebt — die schale weggeworfen, wenn die zitrone ausgedrückt ist Iffland theatr. w. (1827) 1, 184; (Bismarck liesz sich mit sozialdemokraten nur ein,) um sie in seinem interesse zu verwenden und nachher wie ausgepreszte zitronen beiseite zu werfen Bebel a. m. leben (1946) 2, 10.
2) zitrone als baum, vgl. DWB zitronenbaum. im sinne von zitronatbaum: unterscheid zwischen pomerantzen,

[Bd. 31, Sp. 1675]


citronen und limonen (frz. vorlage: orëgers, citronniers, limoniers). die früchte von diesen bäumen sein unter sich selbs nicht eynerley Sebiz feldbau (1580) 280; die pomerantzen nun wöllen eben den fleisz und die wart haben wie die citron und limonen Martius v. d. feldbau u. ackerwerck (1580) 78. meist wohl für citrus medica L. allgemein, ohne bestimmten bezug auf eine der arten: von den stöcken unnd zweigen werden gepflanzet mandelbäum, byrbäum, maulberbäum, cytronen M. Herr feldbau (1551) 120b; dazwischen standen wieder gewaltige kübel mit apfelsinen und zitronen (in einem schloszgarten) Gaudy s. w. (1844) 2, 50. Göthe faszt das bild des zitronenbaums mit seinem nebeneinander von blüte und frucht in die bekannten verse Mignons:

kennst du das land, wo die citronen blühn,
im dunkeln laub die goldorangen glühn? I 21, 233 W.;

auch an einer andern stelle des Wilhelm Meister wird die zitrone zum sinnbild der sonnig-glücklichen italienischen landschaft: nun ..., da ich an dem busen eines himmlischen mädchens wieder fühle, dasz ich bin, ... nun eröffnet ihr die flammen eurer höllen ... und stellt sie dem lebhaften, wahren unzerstörlichen genusz der reinen liebe entgegen! ... besucht uns an jenen spalieren, wo die citronen und pomeranzen neben uns blühn ebda 23, 268.
 
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zitron(en)apfel, zitrin(en)apfel, m. , zitrone; zitronengelber apfel.
1) in der bedeutung zitrone nur in älterer zeit üblich. zunächst belegtes zitrin(en)apfel (nach mlat. pomum citrinum, vgl. 3zitrin) wird später durch die lehnübersetzung zitron(en)apfel (nach lat. citreum malum) ersetzt. s. auch DWB ziterapfel, DWB zitronatapfel. ob die frucht von citrus medica allgemein oder eine der arten (vgl. zitrone 1) gemeint ist, läszt sich beim einzelbeleg meist nicht entscheiden. lexikalisch seit anf. d. 15. jhs. belegt, zunächst noch in der form citrin eppel poma citrina (vor 1419) Diefenbach nov. gloss. 297b. später: malum citreum, medicum citronenapffel, limon Emmelius lat.-germ.-graeco-gall. (1592) 48; zitronenapfel malum citrinum Stieler stammb. (1691) 1379. auch literarisch zunächst zitrin(en)-, das hier vielleicht noch adjektivisch gebraucht ist: unde hijr is to merkende ... dat dysse citryn appele veerleye an sik hebben gaerde d. suntheit (Lübeck 1492) ll 2b; mit safft von citrinen öpfelen Gersdorff wundarzney (1517) 81c. später zitron(en)-: sy (d. juden beim laubhüttenfest) gebrauchen sich diser acht tag citron öpffel und palm, die sy ihn ausz Italia lassen bringen S. Franck weltbuch (1534) 150a; thue darnach solchen citronapffel inn das weinfäszlin Sebiz feldbau (1580) 525; wenn die schwangere weiber in die unnatürliche lusten geraten, sollen sie von citronenäpffel essen Tabernämontanus neuw kreuterb. (1591) 659a; wie zween ... citronenäpffel zusammenzufügen, dasz eine grosze frucht daraus werde Hohberg georg. cur. (1682) 1, 623; kan ich doch keine rose oder citronenapffel in den händen tragen, dasz ich deren angenehmen geruch nicht solte empfinden Scriver seelenschatz (1737) 1, 393b.
2) verschiedene zitronengelbe apfelsorten: zitronenappel Mensing schlesw.-holst. 5, 761; zitronenäpfel Fischer schwäb. 6, 1244; schweiz. id. 1, 379; zitronenapfel A. Weber sprache d. obstbaus am Überlinger see (1931) 40.
 
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zitron(en)baum, m., citrus medica L. oder eine der arten (vgl. zitrone 2); citrus citronbaum oder pomerantzenbaum Frisius lat.-germ. (1556) 229a; citronenbaum citronnier, cedro arbore Hulsius-Ravellus dt.-frz.-it. (1616) 71; so man ein apffel auff ein citronenbaum impffet, so tregt der baum gar nahe das gantz jar öpffel M. Herr feldbau (1551) 123a; ein dach von citronbäumen A. U. v. Braunschweig

[Bd. 31, Sp. 1676]


Octavia (1677) 1, 885; wir sellen seyn, wie die citronenbäume in den warmen ländern, auf welchen, wenn etliche früchte zeitig sind, und abgebrochen werden, oder abfallen, andere unzeitige bleiben Scriver seelenschatz (1737) 1, 391a; besonders sind viele zitronenbäume an meinem zellenfenster schön Jean Paul w. 42/43, 130 Hempel; man kann sich keinen italienischen zitronenbaum mehr denken ohne eine Engländerin, die daran riecht H. Heine s. w. 3, 270 E. vereinzelt auch für die gattung citrus L., vgl. allg. haush.-lex. 1 (1749) 311a, s. auch zitronenholz 3. —
 
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-birne, f., 'eine sorte ziemlich groszer, länglicher, zitronengelber birnen, welche sehr süsz und saftig sind, im september reifen, sich aber nicht lange halten' Campe 5 (1811) 875b; zitronenbirne A. Weber obstbau am Überlinger see (1931) 40; zitrônenbir zitronenähnliche birne schweiz. id. 4, 1500; zitronbarne Müller-Fraureuth obersächs. 2, 709b; zitronenbirne Zschokke ausg. schr. (1824) 18, 79. —
 
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-drücker, m., kleines gerät zum ausquetschen der zitronen, vgl. DWB zitronenpresse. bildlich: eine residenzstadt ist die bärengrube der provinz und die garnwand der dörfer, der zitronendrükker derselben Jean Paul s. w. 64 (1838) 37 Reimer; ders., w. 48, 420 Hempel; ebda 7/10, 207. —
 
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-duft, m.: in zitronen- und orangendüften Jean Paul w. 15/18, 17 Hempel; H. Heine s. w. 3, 224 Elster; Rilke br. 2 (1950) 427. —
 
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-eis, n.: mit dem auftischen des zitroneneises Kluge Kortüm (1938) 615. —
 
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-falter, m., ein schmetterling, gonepteryx rhamni L., dass. wie DWB zitronenvogel 2 (s. d.): zitronenfalter Brehm tierl. 9, 376 P.-L.; Fischer schwäb. 6, 1245; und über farnkraut gaukelt nah und näher und wieder weiter ein zitronenfalter Liliencron s. w. (1896) 9, 112; die blitzgelben zitronenfalter H. Lauscher hinterl. schr. u. ged. (1933) 19 H. Hesse.

 

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