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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitrene bis zitrinlein (Bd. 31, Sp. 1668 bis 1669)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitrene, f., syringe, flieder, s. DWB ziringe.
 
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zitrin, m., verkürzt aus zitrinstein (s. d.); zitrin (böhmischer, schottischer, occidentalischer topas) eine gelbgefärbte varietät des bergkrystalls, welche sich namentlich in Schottland und Brasilien findet und nicht selten für topas ausgegeben wird Karmarsch-Heeren techn. wb. 2 (1877) 364: esz sal auch keyn goltsmit keyne geferbete dobeler (frz. doublet) ..., so gemacht syn glich saphiren, amantisten, diamanten, zyttrin, robyn oder andern etelsteynen ..., inne golt versetzen (1511) Frankf. zunfturk. 1, 239 Bücher-Schm.; citrin crystallus, luteo citri colore fulgens Schönsleder prompt. germ.-lat. (1618) K 1b; zitrin Voigt in: miner. u. bergm. abhandl. 2 (1789) 326; der weingelbliche kristall ist bekannt unter dem namen citrin vers. e. hdbs f. prakt. juwelier-, gold- u. silberarbeiter (o. j.) 41; ebenso (dient) auch der gelbe citrin als nachahmung von topas Lueger lex. d. ges. techn. 6, 904.
 
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zitrin, m., rückbildung aus 2zitrinlein (s. d.): citrin, m., oder ein citrinlein, n., un tarin, citrinella, avicula canora Duez germ.-gall.-lat. (1664) 87.
 
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zitrin, (genus?), zitrone, verkürzt aus zitrinapfel (s. d. unter zitronenapfel); belege s. unter DWB zitrone. zitrin als erster kompositionsteil ferner in zitrin-farb, -farbe, -färbig (s. diese unter zitronen-farb, -farbe, -farbig).

[Bd. 31, Sp. 1669]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitrinat, m., f., siehe zitronat.
 
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zitrinatensaft, m., der saft der zitronatzitrone: doch merck dasz der sirop von limonensafft bereydt ... vil stercker ist, wann der sirop von citrinatensafft, aber der sirop von limonensafft ist vil schwächer und geringer, wann der so von citrinatenschelffen bereydt Ryff confectb. (1548) 129a. —
 
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-schelfe, s. das vorige.
 
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zitrinchen, n., ein lautenähnliches musikinstrument, s. DWB zitherinchen.
 
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zitrinchen, n., ein vogel der finkenart; zur bildung und bedeutung s. 2zitrinlein: citrinella citrinichen Chyträus nomencl. (1585) 363; zitrinchen Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c; Naumann vögel (1822) 5, 148; das zitrillerl, citrinchen fringilla citrinella L. 'ein vogel mit einem stillen und angenehmen gesang, fast wie das hirngrillerl, fringilla serinus; er wird in Österreich zwar angetroffen, ist aber seltsam und wenig bekannt' Höfer Österr. 3, 337. in nd. form:

von nachtigallen, distelfinken,
goldhähnchen, zeisigen, zitrinken,
canarienvögeln, kolibri,
und engeln, hier und da, durchflogen
Baggesen poet. w. (1836) 4, 53.


 
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zitrinlein, n., ein lautenähnliches musikinstrument, s. DWB zitherinchen.
 
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zitrinlein, n., ein vogel der finkenart. mlat. citrinella, das als diminutiv zu einem dt. zitrin (s. 2zitrin) aufgefaszt wird, ist in der form zitrinlein (vgl. 2zitrinchen) ins dt. entlehnt. der in Südeuropa beheimatete vogel ist nach seinem grünlich-gelben gefieder benannt; s. auch DWB zitrönlein 2, zitronenfink, zitronenzeisig; vgl. Suolahti vogelnamen 124. ohne genauere bestimmung der gattung: citrynle citrinella, ein kleines vögele also genannt Maaler teutsch spraach (1561) L 4b; zitrinlein avis est, nomine thraupis, citronella et citrinula Stieler stammb. (1691) 2639; zittrinlein ò zitrinchen certo uccello detto logarino, lugarino ò ravarino Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c;

auff der harpffen schlug das praunellen.
zitrinlein rürt die zimelschellen
Hans Sachs 4, 281 lit. ver.

für carduelis citrinella (Pallas): citrinlein und hirngrillen sind zweierlei gattungen, doch fast einerlei farbe, grün und gelblicht, haben ein kurzes schnäbelein, singen schön und lieblich Hohberg georg. cur. 2 (1682) 688a; fringilla citrinella L. citrinlein, zitrinchen Naumann vögel (1822) 5, 148; zitrinlein zitronenfink, fringilla zitrinella Fischer schwäb. 6, 1244; hierzu auch Höfer (s. 2zitrinchen). für den ähnlichen girlitz, grünfink, hirngrille, serinus canaria serinus L.: etliche wältschen nennend das grünlinggschlächt, so wir ein citrinlin heiszend, quinson uerdier, das ist ein grünfincken Heusslin Gesners vogelb. (1557) 53b; citrinlein ein vogel, als ein canarienvogel, citrinella, hirngrill Frisch dict. (1741) 1, 170c; zitrinlein ... grünfink, chlorospiza chloris Fischer schwäb. 6, 1244.

 

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