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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitherschlager bis zitrach(t) (Bd. 31, Sp. 1663 bis 1668)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -schlager, -schläger, m.: citherschläger qui ioue du cistre, sonator di cetra, m. Hulsius-Ravellus t.-frz.-it. (1616) 71; zitterschläger citharoedus Stieler stammb. (1691) 1811; zwey und zwantzig tausend zitterschlager Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 29; vor zeiten war ich auch ein zitherschläger Kotzebue s. dram. w. (1827) 34, 67. —

[Bd. 31, Sp. 1664]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -spiel, n. 1) das spielen auf der zither: gesang und zitherspiel gehört zum leben des bergmanns Novalis schr. 4, 122 Minor; weit und breit ist der bauer berühmt durch sein zitherspiel K. Stieler w. 5, 79 Quenzel. 2) zither: mein herz ist wie ein zitherspiel, rührt man es viel, so tönt es viel G. Keller ges. w. (1889) 4, 143. —
 
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-spielen, vb.: die tochter seines zitherspielenden gönners D. Fr. Strausz ges. schr. (1876) 1, 172; Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 30; Rosegger schr. (1895) I 1, 135. substantiviert: das singen und zitterspielen A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 3, 246; Fontane ges. w. (1905) I 6, 142. —
 
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-spieler, m., chitarista, chitarrino Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c: den ziterspieler Arion Francisci seelenlabende ruhpuncte (1678) 1, 671; dein Apollo aber ... macht ... den zitherspieler Wieland Lucian (1788) 2, 121; die ... possenreiszer, sänger und zitherspieler Görres ges. schr. (1854) 3, 362; der bekannteste und verbreitetste der wilden musikanten in den Alpen ist der zitherspieler Rosegger schr. (1895) I 5, 306. —
 
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-ton, m.:

was klingst du, sanfter zitherton?
Gottsched ged. (1751) 1, 161.


 
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zithrinchen, n., ein lautenähnliches musikinstrument, s. DWB zitherinchen.
 
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zitieren, vb. , s. auch citieren teil 2, sp. 628; vgl. mnd. sittêren, mnl. citeren, nl. citeeren, engl. cite, schwed. citera, dän. citere, frz. citer, russ. citirovat'; (vor gericht) laden, (kraft seiner autorität oder macht) herbeirufen; (einen autor, eine textstelle) anführen. aus lat. citare, das zur zeit der aufnahme des römischen rechts im 15. jh. mit der lehnbildung -ieren ins dt. entlehnt wird. zunächst nur in der bedeutung 'vorladen' (A) bezeugt; seit dem 16. jh. setzen spärliche belege für die (auch im lat. begegnende) zweite bedeutung 'anführen' (B) ein. während im 17. jh. das wort im sinne von B oft durch verdeutschungen ersetzt wird (vgl. zs. f. dt. wortf. 15, 14), dringt es im 18. jh. in dieser bedeutung allgemein durch, vor allem gefördert durch die wissenschaftliche fachsprache; demgegenüber ist es im sinne von A in neuerer sprache zurückgetreten.
A. (vor gericht) laden; jemand (kraft seiner autorität oder macht) herbeirufen.
1) als fachwort der rechtssprache 'den angeklagten, die zeugen vor ein geistliches oder weltliches gericht laden oder laden lassen'. vgl. zum eindringen des wortes Aventin s bemerkung: und von dem brauch her haist noch der gemain man für recht pieten 'laden', das die Lateiner 'citirn' haiszen (ca. 1533) s. w. 4, 79 bair. akad. in die maa. nur vereinzelt gedrungen: Fischer schwäb. 6, 1244. in den wbb. seit der mitte des 16. jhs. belegt: voco, vocito, cico, cito, invito, moveo ich beruff, lad, citier Alberus nov. dict. (1540) b 4b; citirn 'erfordern, berüffen, wie die priester pflegen zu thn, wann einer den andern für das geistlich recht fodert' Roth dict. (1571) C 8a; citieren vor gericht laden, fordern Stoer germ.-gall.-lat. (1662) 106; citiren (vor gericht) citare, chiamar' in giudicio, a ragione; v. laden, ruffen Kramer t.-it. (1678) 318b; citiren ... in der gerichtssprache laden, vorladen und vorfodern, in der Schweiz tagfahren Campe verdeutschungswb. (1813) 192:

der künig von Zypern ward zitirt
zuo dem conzili postulirt (1418) hist. volksl. d. Deutschen 1, 241 Liliencron;

der pfennig an dem rechten (gericht)
tt bannen und echten,
bevesten und citieren,
mit falschen zungen absolvieren (15. jh.) mhd. minnereden 1, nr. 2, 339 M.,

die giengen zu dem richter wider Paulum vnd citierten Paulum: Tertullus begund in verclagen (et citato Paulo coepit accusare Tertullus) apog. 24, 2, erste dt. bibel; zum funfften, ... das man strenglich vorpiete

[Bd. 31, Sp. 1665]


und were, das ... die frummen priester zu citirn, tribulyrn und auffs contentirn treyben Luther 6, 431 W.;

ja, heint des tags musz ich verderben,
wann der richter hat mich zitirt,
das gar kein auffzug helffen wirt
Hans Sachs 6, 160 lit. ver.;

und hat aber (Heinrich v. Zimbern) die bezallung lassen ansteen, das die gleubiger herr Gottfriden auf das hoffgericht zu Rotweil citiert haben Zimmer. chron. 22, 121 Barack; (er sagte mir, dasz der kaufmann) bancquerot gespielt, und auszgerissen wäre, ... aber, sich wieder einzustellen, citirt worden (1669) Grimmelshausen Simpl. 280 Scholte; hat sich nun ein solcher officier auf eine so schändliche art vergangen (mit werbegeldern geflohen), so wird er auf folgende art öffentlich ausgeruffen und citirt Fleming vollk. soldat (1726) 126b; er kam in untersuchung, ins gefängnisz, entfloh und ward edictaliter citirt Göthe I 31, 129 W.; ein ding, welches nicht mehr vor gericht zitiert werden kann, ermangelt für ihn jeglicher bedeutung W. Raabe s. w. I 6, 6; man hatte diesen mann in dem töpfer Terenz wiedererkannt, ihn vor den prätor zitiert und zu einer geldstrafe verurteilt Feuchtwanger d. falsche Nero (1947) 112. nach Rom zitieren, als bes. wendung für die vorladung vor das päpstliche gericht: da zytiert er (der papst) den ketzer herrn Jursickhen gein Rom Unrest chron. Austriac. bei S. F. Hahn coll. mon. vet. et rec. dipl. 1 (1724) 555; citirt uber hundert meil gen Rom (1535) Luther 41, 133 W.; vgl. auch eine stelle in den verschiedenen fassungen des Reineke Fuchs, mnl.:

ic sel den provisoor doen citieren
te Romen ende teghen hem pleitieren Reinaert 2, 4537 Martin;

mnd.:

ja, gantz wol vorsta ick my up dat werck:
ick wyl den prouest to Rome citeren Reinke de vos 4145 Leitzmann.

Gottsched meidet das fremdwort: ich will den probst nach Rom fodern lassen Reineke Fuchs 88 Bieling; Göthe dagegen übernimmt die alte wendung:

ich schaffe, dasz man den domprobst
grade nach Rom citirt, da will ich gegen ihn fechten I 50, 113 W.

von gott und tod, die den menschen wie richter zitieren: gleichwol wird Adam von got zur antwort citiert und gehöret Nigrinus von zäuberern (1592) 267; es ist sonderbar, dasz der tod, wie gerichte, die schlagflüssigen dreimal zitiret Jean Paul w. 3, 91 Hempel.
2) auszerhalb des rechtsbereiches in erweitertem sinne 'jemand kraft seiner gesellschaftlichen macht oder autorität rufen oder schicken': darumb schrib er (kaiser Rudolf) ain reichstag gen Augspurg; dahin citirt er vil stend Zimmer. chron. 21, 155 Barack; beyverwaret überschicke e. ch. d. ich eine notel eines patents, dadurch die landstende hisigen orttes citiret, habe es gleichwol ohne e. ch. d. befeligk nicht publiciren wollen (1631) Gaedeke Wallensteins verh. m. d. Sachsen u. Schweden (1885) 125; Hendrich hat den kupferstecher Müller zum spritzenwesen citirt (1791) Göthe IV 9, 261 W.; mein mann (ein barbier), der unglückselige mensch, ist schnell nach hofe zitirt Tieck schr. (1828) 3, 394; nicht selten, dasz dr. Pöntsch seinen laboranten abends ins sprechzimmer zitiert Fr. Wolf zwei a. d. grenze (1948) 51. in einer situation, in der die autorität des zitierenden gegenüber dem zitierten zumindest fraglich ist, hat das wort oft einen scherzhaften beiklang: (der herr) mit dem jungfrewlein (so weit) in die sachen gerieth, das die tochter ihn auff eine gerumpte zeit, wenn der gute alte vater entschlieff, citiret unnd bescheidet (ca. 1575) Hertzog schildwacht (o. j.) A 7b; ich wurde versuchsweise auch ein paarmal zitiert (zu Richard Wagner), aber schleunigst wieder freigegeben (1857) G. Keller br.

[Bd. 31, Sp. 1666]


u. tageb. 2, 433 Ermat.; mutter und tochter waren immer da und brauchten nicht erst zitiert zu werden (an das bett des kranken untermieters) Fontane Mathilde Möhring (1951) 39. mit dem nebensinn eines umständlich-konventionellen herbeikomplimentierens: (der gutsherr, der) den brummigen koch nach oben entsendete, um den baron herunter zu zitiren Holtei vierzig jahre (1843) 1, 355; er hatte nur den auftrag, mich in höflichster form nach beendigter kirche zum dirigierenden bürgermeister zu zitieren W. Raabe s. w. I 6, 411.
3) in besonderen wendungen; geister, gespenster, hexen, den teufel zitieren, d. h. sie kraft der magie herbeirufen, sie beschwören; einen geist citiren 'heiszt ihn erscheinen lassen' Campe verdeutschungswb. (1813) 192:

vierzigtausend geister
thut er (Faust) sich zitiren
Erlach volkslieder d. Deutschen (1834) 2, 288;

(ein wachtmeister) besasz, sagt das gerücht, das verlorne kunstgeheimnisz, sich fest zu machen, konnte geister zitiren Musäus volksmärchen 4, 122 Hempel; es ward beschlossen, den geist des verstorbenen zu zitieren Schiller 4, 242 G.;

hexen lassen sich wohl durch schlechte sprüche citiren,
aber die grazie kommt nur auf der grazie ruf
Göthe I 5, 1, 209 W.;

um den teufel auszutreiben, werden Beelzebub zitiert Fontane ges. w. (1905) I 3, 4; zitiern den teufel heranzaubern Schacherl Böhmerwald 44. redensartlich von jemand, der unwahrscheinliche ereignisse befürchtet: er citirt gespenster Wander sprichwörterlex. 1 (1867) 539. übertragen 'das geistige wesen eines verstorbenen herbeirufen': der geist des Albertus Magnus wurde zitiert (für die erklärung von skulpturen) Dehio gesch. d. dt. kunst 2 (1921) 87.
B. (einen autor, eine textstelle usw.) anführen. zur synonymik vgl. Sanders neue beitr. z. dt. synon. (1881) 73 f.
1) 'einen von einem andern formulierten gedanken wortgetreu wiedergeben'. diese bedeutung hat sich aus dem ursprünglichen sinn von lat. citare 'jemand als zeugen vor gericht rufen' entwickelt: 'einen autor (bes. einen klassiker) als zeugen herbeirufen', dann auch 'ein buch, eine stelle daraus, als zeugen herbeirufen'. die ausgangsbedeutung, in der 'als zeugnis, als beweis heranziehen' das wesentliche ist, verblaszt immer mehr zu gunsten des bloszen 'wiedergebens eines wortlauts'. in zitieren schimmert die grundbedeutung des lat. wortes bald mehr, bald weniger durch. in den wbb. ist diese bedeutung am ende des 16. jhs. bezeugt, im 17. jh. jedoch nicht: citirn ... einfürung d. schrifft Roth dict. (1571) C 8a; citer anziehen, allegiren, citiren (... einen scribenten, spruch, gesetz), citer juste, citer faux recht, falsch citiren M. Kramer frz.-teutsch 1 (1712) 471; in der gelehrtensprache 'anführen', wofür man ehemals auch 'anziehen' sagte, welches aber jetzt mit recht veraltet ist Campe verdeutschungswb. (1813) 192.
a) einen autor, eine person zitieren: aber was sag ich von dem falschen citiern der patrum J. Nas antipap. eins u. hundert 1 (1567) 154a; in der philosophischen kritik aber war er so stark, dasz er den Longin und Home, immer beym dritten worte, citirte Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 16; noch viele andere schriftsteller könnten wir auf solche weise zitieren W. Raabe s. w. I 3, 61; sie liest. die liebt die poeten. sie zitiert sie stundenlang Kahlenberg Eva Sehring (1901) 112; Tacitus war damals eine sehr beliebte und viel zitierte persönlichkeit Klemperer l. t. i. (1949) 140.
b) ein buch, ein gesetz, eine quelle etc. zitieren: gnedigster k.f. und herr, ich hab im (dr. Eck) mein solutiones aus den büchern, die er mir fürgerückt, und wider mich gecitirt hat, gelesen Carlstad bei Luther bücher u. schr. 1 (1567) 148b;

[Bd. 31, Sp. 1667]


es gilt da kein juristerey
...
noch das verschmitzte repliciern,
an stul zu Rom das appelliern,
dess keysers codicil (handschreiben) citiern
Nigrinus von zäuberern (1592) 267;

die nationalzeitung zitirt in gesperrter schrift das gesetz des parlaments vom 17. oktober 1848 Varnhagen v. Ense tageb. (1861) 6, 157; die früher zitierten quellen Brunn kl. schr. (1898) 3, 54; in dem zitierten schreiben deutete Lange auch an, dasz es später zu einer spaltung ... kommen dürfte Bebel a. m. leben (1946) 1, 111; es kam selten vor, dasz er (d. pfarrer) die bibel zitierte E. Wiechert missa sine nomine (1950) 246.
c) einen text, eine stelle, ein wort etc. zitieren: unsere widersacher zyttyerent disen text auch (1524) Luther 15, 591 W.; dasz alte liedt, so ihr cittirt, habe ich nie gehört, ist possirlich Elisabeth Charlotte v. Orleans br. (1707—1715) 482 Holland; wäre papa Rätel hier, der würde darauf eine passende stelle aus einem lieblingsdichter citiren Holtei erz. schr. (1861) 13, 166; man zitiert immer wieder Talleyrands satz, die sprache sei dazu da, die gedanken des diplomaten ... zu verbergen Klemperer l. t. i. (1949) 16; Bärbe jedoch, unerbittlich, sehr scharf, zitierte das wort von dem, der am besten lache A. Zweig eins. e. königs (1950) 212; streitbar reckt er den kopf ... und zitiert verse von Victor Hugo Feuchtwanger Simone (1950) 99.
d) als objekt stehen die angeführten worte; zitieren wird hier syntaktisch so verwendet wie sagen ('sagte er'): sie ... so mit dir hadern, sollen umkommen! zitierte kreischend der magister W. Raabe s. w. I 4, 234; tante Schorlemmer ... zitierte dann ... mit ... deutlicher stimme: unter gottes schirmen bin ich vor den stürmen alles bösen frei Fontane ges. w. (1905) I 1, 59; (Leverkühn) zitierte: wohlauf, psalter und harfe! ich will frühe auf sein Th. Mann Faustus (1948) 572.
e) zitieren steht ohne objekt: bei den juden wars mit die schönste weise zu citiren, wenn durch anspielung und veränderung eines buchstabens ein treffender anderer sinn ... verwandt wurde Herder 7, 558 S.; und ich werde redlich zu werke gehen und nie falsch, nie halb zitiren Lavater verm. schr. (1774) 2, 157; weil ich ... wieder einmal falsch zitiert habe Fontane ges. w. (1905) I 4, 43; dann bitte ich nachzusuchen, ob es auch mit dem schwedischen gesandten seine richtigkeit hat, denn ich zitirte blos aus dem gedächtnisse Pückler briefw. u. tageb. (1873) 6, 100; ich zitiere wörtlich Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 125.
f) in gesuchter ausdrucksweise das leben, aus dem leben zitieren: ihr dörfft nicht fürchten, dasz ich eüch mein leben cittire (im brief zudringlich beschreibe), ich cittire mein leben keinen (!) menschen (1715) Elisabeth Charlotte v. Orleans br. (1707—15) 683 Holland; erlauben sie mir, eine begebenheit aus meinem künstlerleben zu citiren Holtei erz. schr. (1861) 35, 76. ähnlich: ich hab nicht zeit die bilder meiner vergangenheit ... ihnen alle zu zitiren Bettine dies buch geh. d. könig (1843) 1, 261.
2) im wissenschaftlichen sprachgebrauch 'eine textstelle mit buchtitel und seite angeben': bei hascharlich citiren sie nichts (nicht die stelle, wo es steht) (1820) J. Grimm in: briefw. 1, 46 Leitzm.; man kommt also nothwendig darauf zurück, nach band und seite zu citieren J. Grimm vorr. z. dt. wb. (1854) xxxvii. vielleicht hierher auch: unter meiner sammlung befinden sich einige seiner (Hamanns) gedruckten bogen, wo er an dem rande eigenhändig die stellen citirt hat, auf die sich seine andeutungen beziehen Göthe I 28, 110 W. dann auch von büchern 'den buchtitel wissenschaftlich exakt anführen': wie ist wol Hagens samlung zu citieren? (1840) J. Grimm in: briefw. 2, 711

[Bd. 31, Sp. 1668]


Leitzm.; bibliographien, die man immer nach dem berichtsjahr zitiert Arnold allg. bücherkde z. neueren dt. literaturgesch. (31931) 10; bündigste form des zitierens war geboten J. Körner bibl. hdb. d. dt. schrifttums (31949) 10.
3) in erweitertem sinne in neuerer zeit 'nennen, erwähnen'.
a) von personen 'namentlich nennen', mit einem durchklingen der alten bedeutung 'jemand als zeugen für etwas anführen': man zitirt ihn als neuen beweis, dasz die bürgerlichen zu so hohen stellen nichts taugen Varnhagen v. Ense tageb. (1861) 1, 340; ohne nachklingen der alten bedeutung: es gab eine aristokratie, und man zitirte in den jahren ... nicht zwei oder drei namen, als die alleinigen träger ... vornehmer geselligkeit in Breslau Holtei vierzig jahre (1843) 1, 3; lassen wir zu dieser frage den eingangs zitierten (namentlich erwähnten) Ernst v. Salomon sprechen Berliner ztg. (1955) 16, 4a.
b) von andern objekten: das oben zitierte elfenbeinrelief Dehio gesch. d. dt. kunst 1 (1919) 188; das jahresspiel, als chinesenhausspiel noch heute bekannt und nicht selten zitiert H. Hesse glasperlenspiel (1943) 1, 372; selten (ist) die tagung von schriftstellern, wo einmal nicht die erziehung des menschen programmatisch zitiert wird sonntag (7. 8. 1955) 6a.
 
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zitierung, f., zu zitieren A: citierung ladung, forderung Hulsius-Ravellus t.-ital. (1616) 71; Stoer all.-frç.-lat. (1663) 106; citirung citazione, chiamata Kramer teutsch-ital. (1678) 318b; wie sich dann aber die oberkeit und unterthanen der pön und bueszen, oder der citierungen halber gegen einander verhalten sollen österr. weist. 3, 186. zu zitieren B: mit citierung der grammatic Abr. a s. Clara gack gack gack (1685) 264; unter zitierung einer gefühlvollen stelle Fontane ges. w. (1905) I 4, 71; die auf zitierung in der presse bedachten ... geistreicheleien Mühsam namen u. menschen (1949) 217.
 
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zitierweise, f., zu zitieren B 1: eine solche schmähliche zitierweise befolgt zum theil auch Graff (1840) J. Grimm in: briefw. 2, 712 Leitzm.; zu zitieren B 2: diese störende citierweise (dasz der punkt zwischen den zitaten fortbleibt) findet sich auch im mhd. wörterbuch ders., dt. wb. 2, iii.
 
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-zeichen, n., s. zitatszeichen.
 
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zitrach(t), m., f., hautflechte, s. zittrach(t).

 

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