Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitherbube bis zithersaite (Bd. 31, Sp. 1662 bis 1663)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitherbube, m.:

der zitherbub zieht durch die welt,
und weilet, wo es ihm gefällt
A. Kahlert blätter a. d. brieftasche e. musikers (1832) 134;

Otto (bemerkte) einen schlanken zitherbuben, der auf seinem geschmückten pferde ... dahinritt Eichendorff s. w. (1864) 2, 516. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zitherer, m., zitherspieler: ein geiger und ein zitherer Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 211.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zitherinchen, zitrinchen, zitrinlein, n. , s. auch citrinchen teil 2, sp. 628. kleines lautenartiges, bes. im 17./18. jh. übliches saiteninstrument, kleine zister (s. d.), vgl. C. Sachs reallex. d. musikinstr. (1913) 174b (s. v. Hamburger cithrinchen). entlehnt aus it. chitarrino oder chitarrina (diminutiva zu chitarra) und mit der dt. diminutivendung -chen (in nd. maa. -ken oder -tje) versehen: citharinichen qu. v. 1688 bei C. Sachs reallex. d. musikinstr. (1913) 84; meist aber mit ausfall eines oder zweier unbetonter vokale; zitrinlein ist nur lexikalisch belegt: zitrinlein et nostro idiomate zitrinchen cithara minor tremula Stieler stammb. (1691) 2639; zitterlein, hoggi zittrinlein ò zitrinchen chitarrina, chitarretta Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c;

den lautenisten setzt man billich vornen an,
weil kaum ein edler kunst gefunden werden kan.
nach diesem geht, der wol das ziterinchen spielet,
das etwan Engelland von ongefehr erzielet
W. Scherffer ged. (1652) 755;

mit einer gedämpften violinen oder mit einem zytrinchen Neumark fortgepfl. lustwald (1657) 1, 6; zu geschweigen, dasz sich mancher in die laute, in die violdigambe, oder auch wol ins zitrinchen verliebt Chr. Weise polit. academicus (1685) 21;

Christinchen noch ein wort:
gast und music gehn fort;
disz schadet dir kein haar,
die liebe spielt fürwahr
ein lieblicher cythrinchen,
Christinchen
J. C. Günther ged. (1746) 1108;

hiernächst hat man auch kleine citheringen oder zithringen, mit vier chören, unten offen, dasz man

[Bd. 31, Sp. 1663]


den thon tremulirend machen kan, welches mit dräternen saiten bezogen, und von dem frauenzimmer mit einer spitzgeschnittenen federkiele gerissen und gespielet werden Noel Chomel, öcon.-phys. lex. (1750) 8, 2426; eine art kleiner zithern, welche unten offen sind, werden cithrinchen oder zithrinchen genannt Adelung wb. 5 (1786) 407. mundartl. meist im nd. raum belegt: zitrienke brem.-niedersächs. 5, 316; zitriinken Dähnert plattdt. wb. 562a; zitrientje Stürenburg ostfries. 338.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zitherist, citharist, m., zitherspieler. vereinzelt von lat. citharista, gr. κιθαριστής ins dt. übernommen: wir predicanten seint glych wie ein böser citharist oder ein lutenschlaher Pauli Keisersbergs narrenschiff (1520) 60a; ein geistlicher zitterist oder harpffenschlager Albertinus hirnschleiffer (1618) 681; citharist Lessing 8, 311 L.-M.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zitherklang, m.: mit dem zitherklange und gesange Francisci wol d. ewigkeit (1683) 290;

klangreich auf die stadt hernieder
sank die laue sommernacht,
zitherklänge, schöne lieder
waren da genug erwacht
Eichendorff s. w. (1864) 3, 473;

beim rothen Tirolerwein ... und zitherklang Rosegger schr. (1895) I 6, 381;

hingegeben ...
freun sie sich des zitherklanges
R. A. Schröder ged. (1935) 206. —


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-laute, f., eine zister (s. d.): ain messine und aine hilzine zitterlauten qu. v. j. 1629 bei Fischer schwäb. 6, 1244; zitherlaute Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 40. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-mädchen, n.: ein geigenspieler und ein zithermädchen mit feinen zigeunerhaften zügen Th. Storm s. w. 1, 281 Köster.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-mann, m.: Immermann w. 11, 241 Hempel; du bist doch der zither- und hackbrettmann? Rosegger schr. (1895) II 15, 244.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zithermeister, m., küster, s. DWB zittermeister.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zithern, vb., die zither spielen; cithern auff der cither schlagen, jouer du cistre, sonare di cetra Hulsius-Ravellus t.-frz.-it. (1616) 71; cittern ... cithara ludere Stoer all.-fr.-lat. (1663) 106; zittern ebda 635; zittern auf der zitter schlagen oder spielen Rädlein (1711) 1097a; später auch mundartl. und literarisch belegt: zéttera, zittera auf der zither spielen Tobler Appenzell 453b; zittern Stalder schweiz. id. 2, 476; der Hans zithert und singt Rosegger schr. (1895) I 6, 323; er zithert und ich singe qu. v. j. 1875 bei Sanders erg. wb. 678c.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zithersaite, f.: zittersaiten fides ferreae et aeneae Stieler stammb. (1691) 1671; die dame erröthete auch, tändelte halb abgewendet auf den zithersaiten fort d. jahreszeiten (1811) 2, 25 Fouqué.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: