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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitation bis zither (Bd. 31, Sp. 1658 bis 1659)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zitation, f. , vorladung (vor gericht), vorladungsschreiben; anführen (eines autors), das 'angeführte', zitat. lat. citatio, das verbalabstraktum zu citare, ist wie das verbum als fachwort der rechts- und gelehrtensprache im 15. jh. ins dt. entlehnt. zu den bedeutungsgruppen vgl. die entsprechenden bei zitieren (s. d.). im 16. jh. begegnet häufig die verkürzte form: citatz (Dorneck/Schweiz 1525) d. dt. bauernkrieg, aktenbd. 274 Franz. der plural gelegentlich mit lat. flexion: citaciones (1523) Planitz berichte 471 Wülcker; gerichtsdiener und bothen, welche die citationes weggetragen und insinuiret J. Döpler theatrum poen. 1 (1693) 488.
1) das vorladen (vor gericht), das herbeirufen.
a) abstrakt: das vorladen vor gericht, konkret: das schreiben, das die vorladung enthält. abstrakte und konkrete bedeutung liegen so nahe beieinander, dasz sich die belege nicht scharf trennen lassen. in den wbb. seit der mitte des 16. jhs. belegt: peremptorium ein ladung odder citatz, drei mal oder ein mal für drei mal geschehen Alberus nov. dict. (1540) b 4b; citation und citatz 'fodrung, beruffung, die schrifft darinn solche fodrung begriffen' Roth t. dict. (1571) C 8a; in der gerichtssprache die ladung oder vorladung Campe verdeutschungswb. (1801) 228b; es sol kain citacion oder ladung auszgeen, sy sey dann auf ansuchen des principals ... durch den camerrichter erkant reichskammergerichtsordn. v. 1495 bei Zeumer quellenslg. z. gesch. d. dt. reichsverfassg. (1904) 229; dazu giengen sie (die päpstlichen) mit mir armen so fein bepstisch umb, das ich zü Rom wol 16 tage verdampt war, ehe die citation mir zu kam (1541) Luther 51, 543 W.; dasz sie allen pedellen, die citation oder banbrief z in bringen, zm ersten die oren abschneiden sat. u. pasquille 2, 43 Schade; als man aber im die citation nit zuschicken kont, und niemand wüssen mocht, wo er was, do ward dieselb citatz ... offenlich uffgeschlagen (1571) Tschudi chron. Helvet. (1736) 2, 35c; man habe ihm in der citation freigestellt, entweder selbst oder durch einen bevollmächtigten zu erscheinen Lessing 5, 55 L.-M.; eine kaiserliche citation war die folge dieser gewaltthätigkeit Schiller 8, 46 G.; sie haben mir neulich während meiner abwesenheit eine zitation zukommen lassen (1861) G. Keller br. u. tageb. 2, 526 Ermat.
b) auszerhalb des rechtsbereiches im erweiterten sinne das herbeirufen kraft gesellschaftlicher macht oder autorität: nach wenig minuten stand Oswald (ein theaterschneider) vor den beiden herren (dem polizeidirektor und dem intendanten) weder verlegen, noch erstaunt über diese ... citation Holtei erz. schr. (1861) 19, 249; in 8 bis 10 tagen erhalte ich wahrscheinlich eine telegraphische citation nach Berlin Bismarck br. an s. braut u. gattin 474 H. v. Bism. scherzhaft von suchanzeigen in der zeitung: beide citationen gelten einem dichter, der sich den wunderlichen namen Hiler Gesellius zugelegt Holtei erz. schr. (1861) 24, 261.
2) das anführen (eines autors, eines buches, eines textes); das 'angeführte', das zitat. die beiden bedeutungen gehen ineinander über, eine scharfe trennungslinie läszt sich nicht ziehen. in den wbb. erst seit dem 18. jh. belegt: citation die anführung eines autoris oder scribenten Sperander a la mode-sprach d. Teutschen (1728) 116b; citation in der gelehrtensprache die anführung Campe verdeutschungswb. (1801) 228b; uberleset yho alle citation odder allegation aus der bibel ym original (vor 1530) Eberlin v. Günzburg s.

[Bd. 31, Sp. 1659]


schr. 3, 190 ndr.; gott gebe, das meine sittation (zweier frz. sprichwörter) nicht war mag werden in Englandt (1718) Elisabeth Charlotte v. Orleans br. 229 Holland; meine herren, haben sie nicht gelesen und lesen vielleicht noch täglich bücher ... mit citazionen zehen tausend andrer bücher? Wieland s. w. (1824) 18, 52 Göschen; zu dieser und allen folgenden citationen Matthäus sage ich nochmals ... Herder 7, 555 S.; irrige citationen J. G. Forster s. schr. (1843) 6, 148; nicht minder schwer fiel uns der entschlusz, auf die citation der schriftstellerbelege zu verzichten Haas-v. Kienle lat.-dt. wb. (1952) 5*.
 
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zitationszettel, m., (vgl. nl. citatiecedel woordenb. d. nederl. taal 3, 2046), das schreiben, durch das jemand vor gericht geladen wird (vgl. zitation 1 a): da aber je einer uf frembdes gericht geladen, der soll den citazionszettel der obrigkeit stracks überantworten qu. v. 1600 bei Wintterlin württemb. ländl. rechtsqu. 2 (1922) 717. —
 
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-formel, f., die formel, durch die ein zitat eingeleitet und als solches kenntlich gemacht wird: 'damit erfüllet werde!' (zu erg.: was der prophet gesagt hat) ... als citationsformel (der evangelisten) Herder 7, 555 S.
 
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zitatszeichen, n., zitierzeichen, anführungszeichen, gänsefüszchen: citatszeichen sign of quotation, the inverted commas Lucas dt.-engl. (1863) 388b.
 
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ziter, (genus?), wohl 'zitronenbaum': citrus citer (Augsburg 1521) Diefenbach gl. 124c. —
 
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ziterapfel, m., arzneib. v. 1457 bei Schmeller-Fr. bayer. 2, 1164. wohl 'zitrone' und nicht, wie sp. 439 unter zederapfel angedeutet, 'gallapfel'; vgl. DWB zitronenapfel. —
 
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-baum, m., citre ein citerbaum citrus, arbor odorifera in Mauritania Duez gall.-germ.-lat. (1664) 146b, vgl. zitronenholz 2.
 
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ziterinchen, n., ein lautenähnliches musikinstrument, s. DWB zitherinchen.
 
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zith, n., ein gerstengetränk, von Fischart wahrscheinlich aus gr. ζῦθος, lat. zythum entlehnt: da war ... dessgleichen in einer kellershülen vielerley weinmäszig, wolgebrawet, glitzend, schmutzig, dunkel, dick, kleberig zith und bier für die hopfenbrüder und biermörder Fischart Garg. 85 ndr.; nicht zu cider (teil 2, sp. 627), zider (teil 15, sp. 890) gehörig.
 
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zither, m., f., sakristei, s. 2zitter.
 
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zither, f. , s. auch cither teil 2, sp. 627; ahd. zitara, zitera; mhd. *zitter; vgl. nl. citer, dän. citar, citer, schwed. cittra, engl. cither(n), frz. cithare, russ. citra. bezeichnung verschiedener saiteninstrumente. schon in ahd. zeit entlehnt aus lat. cithara (< gr. κιθάρα), mlat. citera appendix Probi 23, z. t. wohl durch vermittlung des romanischen, worauf nach Lessiak beitr. z. gesch. d. dt. konsonantismus 215 das d in zidarpin plectrum (10. jh.) ahd. gl. 2, 500, 4 St.-S. hinweist, das romanischen formen wie prov. cedra entspricht; das dt. hat aber nicht das rom. e der haupttonsilbe. im gegensatz zu den zahlreichen belegen im ahd. ist das wort mhd. nicht belegt und läszt sich nur aus ableitungen erschlieszen: zitterie (-ie in analogie zu psalterie, das in andern hss. für zitterie steht) d. jüngere Titurel 6078 Hahn; zitorie ebda 5151; diminutiv: zitterlein Hugo v. Trimberg (s. u.). sonst wird das wort im mhd. durch zitôl, zitôle, zitolle (< afrz. citole) vertreten. jüngere hss. älterer denkmäler ersetzen zitôl durch lat. cithara oder (das diminutiv von) zitter:

harpfen und auch zytoln (14. jh.; cythara 15. jh.)
psalterien und welsche fioln
...
waz in vil sszem done
Heinrich v. Neustadt gottes zukunft 4669 Singer;

sô kumt aber einer und siht hin în,
der suochet ein welhisch videllîn,
ein herpfelîn und ein zitolîn (zitterlein hs. v. 1430)
mit den er wîchet ûz und în
Hugo v. Trimberg d. renner 16 781 Ehrismann.

[Bd. 31, Sp. 1660]


die bibelübersetzungen, auch Luther, meiden das wort noch; für lat. cithara setzen sie harfe. erst seit dem ende des 16. jhs. ist zither wohl infolge erneuter gr.-lat. anregung wieder stärker belegt.
dehnung des i im bairisch-österreichischen: ziedern Hügel Wien 195a; der inlautende dental erscheint als d in ahd. zidarpin (s. o.), sonst im ahd. aber stets als t: citarphinne (9. jh.) ahd. gl. 2, 217, 19 St.-S. inlautendes d in einigen bairisch-österreichischen mundartbelegen ist tenuis lenis aus ahd. t: zîdern A. Hartmann volksschausp. in Bayern u. Österr. (1880) 196, 5; zidárn F. Stelzhamer ausgew. dicht. (1884) 2, 94; zidern Jakob Wien 226. in der schreibung des inlautenden dentals überwiegt im 16., 17. jh. tt, im 18. und 19. jh. schwankt die schreibung zwischen tt und th, wobei tt durch volksetymologische anlehnung des wortes an zittern (vom zitternden klang des instruments) gestützt wird. der vokal der zweiten (unbetonten) silbe erscheint im ahd. z. t. noch als a: zitarphinne (11. jh.) ahd. gl. 2, 657, 66 St.-S.; zitarphin (12. jh., Salom. gloss.) 4, 120, 4. meist ist a aber schon zum murmelvokal verblaszt: citirphin (10. jh.) 2, 495, 11; citerpfin (11. jh.) 2, 479, 45. nhd. erscheint a vereinzelt nur noch in latinisierten formen: cithar Corvinus fons lat. (1623) 181; vgl. citharschläger M. Kramer rechte lehrart (1696) 73. dreisilbigkeit mit bewahrung der endung findet sich noch im kompositum citherepinne (Trier, 11. jh.) ahd. gl. 2, 564, 25 St.-S.; vgl. auch nl. citerre Kilian etym. teut. ling. (1605) 78. cytthara (11. jh.) ahd. gl. 2, 482, 44 St.-S. dürfte wie das bei Notker häufiger begegnende cythara (vgl. Sehrt-Legner Notkerwortschatz 633) die lat. form sein. heute ist die dreisilbige form nur noch mundartlich bewahrt: zéttera, zittera Tobler Appenzell 453b; zitere Hunziker Aargau 311; tsitrə Meisinger Rappenau 213a. der sg. flektiert im ahd. schwach: an dero cytherun Notker 3, 1, 264 S.-St.; an dero cytharun ebda; an dero ziterun ebda 175. auch frühnhd. begegnen noch schwache formen: auff der zittern Ayrer dramen 2373 Keller; mit der zitteren Abr. a s. Clara etw. f. alle (1699) 1, 199. mundartlich im kompositum: zithernschlagen Rosegger schr. (1895) I 12, 295. analog zu den obliquen kasus ist auch ein nom. sg. mit (e)n gebildet: die zittern Davids Abr. a s. Clara neue predigten 137 lit. ver.; 'vielfach die zithern' H. Braun dt. orthogr. gramm. wb. (1793) 315b. diminutiva: zyterchen Rist neuer teutscher Parnass (1652) 539; zitterlein Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c; s. auch zitherinchen.
das nhd. zither benannte instrument ist sachlich von der gr. κιθάρα und der lat. cithara unabhängig; dennoch bezeichnet zither, bes. in dichterischer sprache häufig das antike, der lyra verwandte instrument (s. unter 1). in frühnhd. zeit ist die zither ein lautenähnliches instrument (heute von der musikwissenschaft zister [s. d.] genannt), wie aus der abbildung und beschreibung bei Prätorius hervorgeht: cithara, ein cither, ist jetziger zeit bei uns viel ein ander instrumentum musicum als vor zeiten bei den alten, da mit dem namen citharae unsere jetzige harfe genennet worden ... es sind aber der cithern fünferlei art: 1. die gemeine cither von 4 chören (saiten) ... (1618) syntagmatis musici tom. secund. 64 Eitner in: publ. d. ges. f. musikforschg. bd. 13. auch im 18. jh. wird unter zither noch ein lautenartiges, der damaligen gitarre (s. teil 4, 1, 4, sp. 7569) ähnelndes instrument verstanden: cithar, ein also genantes musicalisches instrument, welches besonders in Italien gar gemein, und fast einer laute gleichet Sperander a la mode-sprach d. Teutschen (1728) 116b; guitarre ist ein plattes, einer zitter sehr gleichendes ... instrument music. lex. (1749) 168; zither, ein musikalisches saiteninstrument, gemeiniglich mit vier chören saiten, welches eigentlich eine unvollkommene laute ist Adelung 5 (1786) 407. in ihrer modernen form, mit dem flachen, länglichen, an zwei

[Bd. 31, Sp. 1661]


seiten geschweiften resonanzkasten, über den 5 oder 7 melodie- und 24 oder 37 akkordsaiten gespannt sind, hat sich die zither um 1800 in den Alpen aus dem einfacheren scheitholt entwickelt, vgl. C. Sachs real-lex. der musikinstrum. (1913) 82b (s. v. cister), 431 (s. v. zither); T. Norlind musikinstr. hist. (1941) 114.
in den wbb. ist zither seit dem ende des 16. jhs. belegt: cithara cither, harpffe Emmelius nomencl. (1592) 233; zitter oder citter, f., un cistre, une quittarre, ou guitarre, cithara Duez germ.-gall.-lat. (1664) 717; zither cithara, instrumentum musicum Stieler stammb. (1691) 2639; zitter cithara, die zitter schlagen cithara ludere Steinbach dt. wb. (1734) 2, 1097.
1) ein antikes instrument, den begriff der gr. κιθάρα und der lat. cithara wiedergebend:

Achilles der berümpte held
vor Troia auff dem Llichfeld,
da er inn seiner zelten blieb
als Hector sein volck schlug und trib,
und spilt darfür er auff der zitter
Fischart w. 1, 271 Hauffen;

lesen und schreiben, auf der zitter spielen (lernten die jungen Griechen) Lessing 8, 22 L.-M.; (die götter) speisen ambrosia des himmels, sie hören die zitter des Apollo Herder 3, 211 S.;

wie lieblich erklang
der hochzeitgesang,
den zu der zitter tanzlustigen tönen,
zur schalmei und zum libyschen rohr,
sang der Kamönen
versammelter chor
auf Peleus hochzeit und Thetis der schönen
Schiller 6, 205 G.;

(der falsche Nero) aber, im abendwind und vor der flut, sprach und sang zu seiner imaginären zither Feuchtwanger d. falsche Nero (1947) 199. von einem instrument des alten testaments (lat. cithara): (der könig) liesz den kleinen David, wie er sich ausdrückte, bitten, mit der zither zu kommen und dem schwermüthigen Saul die melancholie zu verscheuchen durch spiel und gesang H. Laube ges. schr. (1875) 3, 133; s. auch Abr. a s. Clara unter 3.
2) verschiedene saiteninstrumente der neuzeit (s. einleitung). da die belege oft nur unsicher erkennen lassen, um welche bauart es sich handelt, sind sie zusammen angeführt: den 29. dezember ao. 90 sind ihm nachgeschriebene lauten und zithern ... übergeben worden: ... 1 cölnische cither, so 10 saiten hat (aus einem inventar von 1590) württemb. vierteljahrshefte f. landesgesch., n. f. 21, 137; die mägdlein auff der lauten schlagen oder auff der zitter Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 370;

die citter, leyer, das schallende jägerhifft
im feld und in den dörfferen freude stifft
Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 4 (1644) 453;

vier alte zittern ohne steffen Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 1, 455; die mandoline und zither, oder guitarre, ist seit jahrhunderten das lieblingsinstrument der Spanier Schubart ästh. d. tonkunst (1806) 306; sie schlugen die zither vor den fenstern ihrer mädchen Gaudy s. w. (1844) 2, 70; dann sezte der wirth einen tisch mit einer zither zu uns und spielte sehr schön auf diesem musikgeräthe (1861) Stifter s. w. 21 (1925) 7. häufig wird das zitherspiel mit gesang verbunden: (Mignon) nahm ihre cither ... und sang ein lied von unglaublicher anmuth Göthe I 23, 159 W.;

don Massias, der verliebte,
stand gerade dort am gitter,
sang so glühend seine liebe,
schlug so zierlich seine zither
Uhland ged. 1, 209 Schmidt-H.;

nach der arbeit sitzt der schnitter
spät bei sonnenuntergang,
und er singt zu seiner zitter
manchen sang
Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 2, 23.

[Bd. 31, Sp. 1662]


die mundartbelege, die fast ausschlieszlich dem obd. raum angehören (s. aber zitherinchen), beziehen sich mit sicherheit auf die moderne zither: tsit-tr (Kärnten) PBB 28, 41; tsit Lenz Handschuhsheim 80a; zither Elberf. ma. 178b; andere s. einleitung;

sie möchtent gern ăn geistling hbn
der sauffa tât und zîdern schlgn
A Hartmann volksschausp. in Bayern u. Österr. (1880) 196;

g'lang d' zidárn von nagel
und sing ains und spiel
Stelzhamer ausgew. dicht. (1884) 2, 94.


3) dichterische übertragungen und vergleiche; vom bild des dichters, der seinen gesang auf der zither begleitet, wird zither symbolhaft auf den begriff der poesie übertragen:

o so stimme, wie vorzeiten,
meiner zither schlaffe seyten
Gottsched ged. (1751) 1, 216;

nehmt sie an meine zither
eichen von Deutschland
Lenz ged. 165 Weinhold;

seit die griech'sche ging in splitter
tönte niemals eine zitter
lieber als die deutsche mir
Rückert ges. poet. w. (1867) 1, 183.

in bildhaften vergleichen: die zung (des sünders) ist eine zitter Davids, das hertz eine lantzen des Sauls Abr. a s. Clara etw. f. alle 2 (1711) 467;

glaubst du nicht, es sei mein herz die zither,
deren saiten allgemach verhallen?
Platen w. 1, 136 Hempel (vgl. zitherspiel 2);

von der 'zither des heiligen geistes', wie man Ephräm, den Syrer, nannte El. Langgässer märk. Argonautenfahrt (1950) 59.

 

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