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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zirlin bis zirpe (Bd. 31, Sp. 1623 bis 1624)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zirlin, adj., aus dem holz der zirbelkiefer. s. DWB zirben, adj.; die komposita zirlinbaum, -nusz s. unter zirbelbaum, -nusz.
 
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zirling, m., s. zirlammer.
 
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zirm, m., f., zirbelkiefer. s. DWB zirben, m., f.; die komposita zirmast, -baum, -holz, -nusz, -nüszlein, -strauch s. unter zirbelast, -baum usw.
 
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zirmach, n., zirbelkiefergehölz; s. DWB zirbenach.
 
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zirmen, adj., aus dem holz der zirbelkiefer; s. DWB zirben, adj.; das kompositum zirmenbaum s. unter zirbelbaum.
 
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zirmet, m., f., seselkraut, silermontan Wirsung artzneyb. (1584) reg. n 6a; Tabernämontanus kreuterb. (1588) 378; vielleicht entstellt aus rom. namensformen wie ital. sciarmontano, frz. sermontayn, vgl. Tabernämontanus a. a. o.; zirmet seseli massilioticum Megiser pol. (1603) 2, 509c. in neuerer zeit meist speziell für die gattung tordylium, drehkraut Krünitz encycl. 242 (1858) 22; Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 189; Röhling flora v. Deutschl. (1823) 2, 370; die zirmet Oken naturgesch. (1839) 3, 1808; tordylium maximum Waldbrühl pflanzenn. (1841) 54; Schlechtendal flora (1880) 27, 276. vereinzelt auch zirmat tordylium officinale Pritzel-Jessen volksnamen der pflanzen (1882) 405.
 
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zirneiche, f., quercus cerris; zur herkunft vgl. 2zirnenbaum: die zirneiche steiget über alle in die höhe, mit ... wenig früchten Hohberg georg. cur. 3 (1715) 2, 329b; die zirneiche le cevre Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1111a; die zirneiche cerrus Rode Vitruvs baukunst (1796) 1, 100; die zirneiche, eine art eichen, welche sehr hoch wächset, wenige und kleine eicheln

[Bd. 31, Sp. 1624]


trägt, aber zum bauen sehr gut ist Adelung 24, 1726; cerreiche, burgundische eiche, serr-, zerr- und zirneiche Metzger pflanzenkde (1841) 356; zirneiche, zinke Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 320b; ferner berichtet er, dass man ... auch die becher ... von der zirneiche benutze (bei der tintenfabrikation) Muspratt chemie (1905) 8, 1285.
 
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zirnenbaum, m., verschiedene arten der gattung pinus. die belege s. unter DWB zirbelbaum. zur herkunft vgl. auch 2zirnenbaum.
 
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zirnenbaum, zirmenbaum, m., quercus cerris, burgundische eiche, zerr- oder zirneiche. während 1zirnenbaum 'pinus' über zirmenbaum aus *zirbenbaum (gesichert durch moderne komposita wie zirbenholz, -strauch, -wald in österr. maa.; zirben ist adj. zu zirbel 'zapfen von nadelholzbäumen') entstanden ist, ist diese herleitung für 2zirnenbaum 'quercus cerris' nicht möglich, da der name eines nach seinem wirbelförmigen zapfen benannten nadelbaums kaum auf eine eichenart übertragen sein kann (eine abbildung von cerrus bei Tabernämontanus neu vollk. kreutterb. (1687) 1377). da baumnamen, besonders in der zusammensetzung mit -baum vielfach adjektivische form zeigen (s. Hoops in Behrensfestschrift (1928) 110 ff.; Wissmann bei Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 62; 218; 596; 1164 f.; 1200; 2, 487; ferner nd. bökenboom ebda 2, 415), kann zu zerr (in zerreiche sp. 737) ein *zirrîn boum, *zirrîn eiche gebildet sein, woraus nhd. zirnbaum, -eiche und mit vorklingen des nasals zirnenbaum.
belege: cirmenbaum cerrus Dasypodius (1536) 404c; zirmenbaum, ein besunder geschlecht von eichen: cerrus aegilops quercus species est Gesner (1542) in: schweiz. id. 4, 1250; cerrus ein besunder geschlächt von eychen, zirnenbaum Frisius dict. (1556) 211b; es geben auch etliche für, das der baum cerrus, den man zirnen baum nennet, das männlin sei der eichen geschlecht Rivius Vitruv (1575) 189; cerrus zirnenbaum Frischlin nomencl. (1586) 33a; cerro, albero cirmenbaum Hulsius dict. (1618) 2, 85b; cerrus ein zirnenbaum nomencl. lat.-germ. (1634) 83; zirnenbaum, m., hestre, fau, fotteau, fag Stoer all.-fr.-lat. (1663) 635; zirnenbaum cerrus, pinus Aler dict. (1727) 2, 2252a; zirnenbaum 'in einzelnen oberdeutschen gegenden ein nahme des zirbelbaums ..., in andern ein nahme der zirneiche' Adelung 24, 1726.
 
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zirp, schallwort:

und ganz nach ihrem willen
umtosen ihn die grillen:
zirp, zirp, zirp!
Sallet ges. ged. (1843) 207;

wenn J. sagte: der geist gottes fuhr herab ... lieblich wie eine taube, zirp, zirp, zirp Gutzkow ges. w. (1872) 1, 113. vgl. hierzu zirpe, f., und zirpen, vb., sowie weitere tiernamen wie zirpenwanze, f. Krünitz encycl. 242 (1858) 22; zirpkäferchen Brehm tierl. 9, 194 P.-L.
 
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zirpe, f., grille, zikade, zu zirpen, vb. (andere lautnachahmende wörter s. u. zirse und bei Falk-Torp 971; Hellqvist 31139): die grille, besonders die hausgrille Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1026a; zirpen, pl.; cicaden ..., feld-, haus- und maulwurfsgrillen Krünitz encycl. 242 (1858) 22; zirpen oder zikaden (cicadina) Brehm tierl. 9, 636 P.-L.; ein langbeiniger storch promenirte eben an dem wege, darauf die zirpe zog, erfaszte sie mit seinem langen schnabel und begrub sie in das verliesz seines weiten kropfes Musäus volksmärchen 1, 15 Hempel;

und behaglich streckt er sich aus auf dem üppigen moose,
still den sanften gesang harmloser zirpen belauschend
Körner w. 2, 187 Hempel;

schlummer hüllt die erde ein,
nur die zirpe, wach allein,
singt noch unverdrossen
Greif neue lieder (1902) 71;

[Bd. 31, Sp. 1625]


von den cikaden oder 'zirpen', diesen groszköpfigen, schon durch die griechische dichtung gefeierten sängern, verdient die lauer ... erwähnung Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 428; (die singzikaden) sind grosze, namentlich in den wärmeren ländern verbreitete zirpen gr. Brockhaus 1520, 632. mundartl. vereinzelt als mask.: zirp, m., grille, grillus campestris Unger-Khull steir. 653a.

 

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