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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zirkelsäge bis zirkelschnitz (Bd. 31, Sp. 1611 bis 1612)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -säge, f., wie zirkularsäge (vgl. engl. circular saw, frz. scie circulaire) älter (19. jh.) für kreissäge Prechtl technol. encycl. (1842) 12, 99; auch für schweifsäge scie à chantourner Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 872b. —
 
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-scheibe, f.: dy (kerzen) itzunder uff itzundt nyder geczogen nach weysze eyner czyrckel schewbenn, dar an sy hyngen ..., geformet hyn und her beweglich (1504) Hedwiglegende EE 7b.
 
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zirkelschenkel, m., vgl. zirkelfusz, zirkelbein: zirkelschenkel leg or branch of compasses, branche du compas Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 872b. —
 
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-schere, f., neben zirkularschere (engl. circular sheares, frz. cisaille circulaire), älter (19. jh.) für kreisschere (in der blechverarbeitung) Karmarsch-Heeren techn. wb. (1892) 11, 356.
 
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zirkelschlag, m., 'kreis(bogen)schlag mit dem zirkel': die zeichnung des glases (wird) durch zwey zirkelschläge auf papier entworfen Krünitz öcon. encycl. 18 (1779) 730; Göthe II 1, 6 W.; drei zirkelschläge: ein jeder mit ungleichem radius und wechselnden zentren Dehio gesch. d. dt. kunst 2 (1921) 148. uneigentl. vom gehen im kreise: in gehöriger entfernung ... verfolgte der tolle ... pädagog in fortwährendem zirkelschlag seine überspannten ideen Thümmel reise (1803) 7, 14. übertragen: überdrusz an dem ewigen zirkelschlag (in der ausgabe 1854: zirkelgang 7, 122) eurer gesellschaften und schmäuse Thümmel reise (1805) 8, 179. —
 
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-schlüssel, m., 'gerät zum lockern und feststellen von zirkelschrauben', s. Mothes baulex. (1882) 4, 517b.
 
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zirkelschlusz, m., 'logischer fehlschlusz in der form der probatio circularis' (vgl. zirkel II B 2 d); in der philosophischen fachsprache des 18. jhs. bezeichnung für das unabsichtliche fehlurteil: weil ich in dem beweise (Leibnizens) ... einen zirkelschlusz wahrnehme Kant s. w. (1747) 8, 25; ein tödtender zirkelschlusz Thaer grundzüge d. rat. landwirtsch. (1809) 1, 306. auszerhalb des fachphilosophischen schrifttums auch für den auf (absichtlicher) täuschung beruhenden scheinbeweis (vgl. DWB trugschlusz teil 11, 1, 2, sp. 1313): die blöden augen der menge ... blenden und ihre schwache vernunft durch kasuistische zirkelschlüsse ... hintergehen J. G. Forster s. schr. (1843) 3, 175; wo die resultate der untersuchung durch einen betrüglichen zirkelschlusz zugleich als grundbegriffe derselben vorangehen, was läszt sich dort auszer unkritischer compilation, partheiischer auswahl der thatsachen, ungeheurer übertreibung und wissentlicher verdrehung erwarten? ebda 6, 35. —
 
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-schmaus, m., 'festessen, gelage im freundeskreis':

denn öfters bist du nicht zu hause,
und manchmal bist du's nicht für mich:
wenn nach dem langen zirkelschmause
der kleinste gast dir hinderlich
Lessing 1, 20 L.-M.


 
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zirkelschmied, m., 'hersteller von zirkelgeräten'; circinorum faber Schönsleder (1618) K 1b: dergleichen den zirkelschmid ... angerennt Th. v. Absberg 40 lit. ver.; von dem zirckelschmied sollen wir lernen alles wohl ausmessen (allegorische auslegung) Abr. a s. Clara etw. f. alle (1699) 2, 777; ein verarmter zirkelschmied im vorstädtlein Hebel w. 2, 179 Behaghel; im weiteren sinne soviel wie zeugschmied, klempner Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 18; neue jahrb. f. d. klass. altert. (1918) 41, 125; Volckmann alte gewerbe (1921) 124; 128; wortspielerisch (zu zirkel 'zirkelschlusz') bei Jean Paul w. 19, 81 Hempel.

[Bd. 31, Sp. 1612]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zirkelschnitt, m.
1) als geometrische bezeichnung 'figur des kreisabschnitts, kreisbogenlinie': (ein giebel) dessen gestalt entweder dreyeckig oder nach einem zirkelschnitt ist Krünitz öcon. encycl. 18 (1779) 401; nachdem er (d. pendel) durch irgend eine kraft in einem extrem des cirkelschnitts, den er beschreiben konnte, eine zeitlang festgehalten worden war (1784) J. G. Forster s. schr. (1843) 7, 290; auch konkret, von gegenständen in segmentform: die keile bestehen aus zirkelschnitten von tännenholz Hoyer wb. d. artillerie (1804) 1, 163.
2) in der heraldik eine seltene form der schildesteilung, in der regel als 'mondschnitt' bezeichnet; 'halbmondförmiger, runder ausschnitt' Querfurth wb. d. herald. terminol. (1872) 89.
3) in der chirurgie ein in kreisform ausgeführter amputationsschnitt: ein-, zwei-, mehrzeitiger zirkelschnitt; beim mehrzeitigen zirkelschnitt wird durch eine reihe aufeinanderfolgender zirkelschnitte erst die haut, dann die verschiedenen muskellagen getrennt, bevor die durchsägung des knochens erfolgt Villaret hdwb. d. ges. medizin (1888) 1, 50b; galvanokaustischer zirkelschnitt ebda 1, 48a. —
 
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-schnitz, m., Keplers verdeutschung des lat. segmentum circuli 'kreisabschnitt': zu rechnen das feld am circkelschnitz (schnitt vnd schnitz ist hie zweierlei), diser haisst lateinisch segmentum, nämlich das feld zwischen einem bogen vnd geraden schnitt, als da ist die orttafel (das segmentartige randbrett) von einem fassboden (1616) Kepler opera omnia 5, 515 Frisch; s. Götze anf. e. math. fachspr. (1919) 231; 166; vgl. zirkelzahn. —

 

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