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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zirkelrund bis zirkelschlüssel (Bd. 31, Sp. 1610 bis 1611)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zirkelrund, adj. , 'kreisrund'.
1) als adjektiv in geometrischer und allgemeiner verwendung seit dem 16. jh. reich bezeugt: darumb ist dy gerad lini pesser ... dan dy zirckelrund Dürer vnderr. z. bef. d. stett (1527) B 2a; welches gefäss ... von gott nit also lang gespitzt formiert ist als anderer thier, sunder gantz zirckelrund Ryff anatomi (1541) A 3a;

inn einen ring gantz zirckelrund
Hans Sachs 2, 375 lit. ver.;

auff einer kugel zirckelrund ebda 17, 233;

erklärung einer zirkelrunden wagenburg vmb ein läger geschlagen Fronsperger kriegsb. 2 (1573) M 1b;

so wenig als dir ist die weite gottes kundt,
so wenig ist die welt, wie du sprichst zirkelrund
A. Silesius cherub. wandersmann 27 ndr.;

als dichterisches beiwort: der hohe, sternenvolle ... zirckelrunde, ... goldgestirnte ... himmel Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 836;

und im Vesuvius so rund als ein zirkel:
vollkommen zirkelrund, erleuchtet, hell und klar
Gottsched dt. sprachkunst (1748) 353;

vor sah jener in desz den ehernen speer und vermied ihn,
unter dem schilde sich bergend, dem zirkelrunden, von stierhaut
Jordan Ilias 279;

bei abstraktem grundwort: ein circkelrunde ('kreislaufartige') operation vnd würckung der natur gleich den himlischen bewegungen Dornäus schlüssel d. chymist. philos. (1602) 14.
2) in adverbiellem gebrauch 'rings, im kreise', auch mit präposition zirkelrund um wie rund um, rings um:

da stunden zirckelsrund umb mich
neun weiblein, zart und adelich
Hans Sachs 7, 213 lit. ver.;

und die drei königreiche sind zirkelrund um den sohn gottes J. Böhme s. w. 2, 61 Schiebler; sein (des pfaus) spiegelvoller leib, mit des Argus glänzenden augen, breitet sich zirkelrund aus J. E. Schlegel w. (1761) 5, 268;

die hügellose spiegelfluth,
die dehnt sich unbewegt,
drum zirkelrund die abendgluth
den güldnen rahmen schlägt
Strachwitz ged. (1850) 268. —


 
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-runde, f.,
 
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-ründe, f. (Aitinger jagd- u. weidbüchl. [1681] 197), die rundform des kreises, die kreislinie: wiewol auch solches gibel von etlichen nicht also gespitzet, sondern in der halben cirkelronde auffgefürt wirt Rivius Vitruv (1575) 272; dann secht an den himmel unnd alles so daran gehet oder laufft, ist alles von gott dem allmächtigen inn ein circkelrunde gefaszt Speckle archit. v. vestungen (1589) 2b; mach ein circkelrunde nach wolgefallen Galgemayr ein new proportional circkel (1626) 34. —
 
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-rundung, f.,
 
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-ründung,

[Bd. 31, Sp. 1611]


f. Drollinger ged. (1743) 337; 'die rundlinie, rundform des kreises': wo ferr dir aber solche zirckel rundung am ausztheilen wolte zu klein oder eng sein Fronsperger kriegsb. 2 (1573) 117b; je schärffer die ovalrundung ist, je weiter werden sie (die punkte) von einander sein, und desto weniger sich einer zirckulrundung vergleichen Cario neue hall- u. thonkunst (1684) 75; abweichung von der zirkelrundung der kreise (planetenbahnen) (1755) Kant s. w. 8, 282 Hart.
 
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-säge, f., wie zirkularsäge (vgl. engl. circular saw, frz. scie circulaire) älter (19. jh.) für kreissäge Prechtl technol. encycl. (1842) 12, 99; auch für schweifsäge scie à chantourner Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 872b. —
 
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-scheibe, f.: dy (kerzen) itzunder uff itzundt nyder geczogen nach weysze eyner czyrckel schewbenn, dar an sy hyngen ..., geformet hyn und her beweglich (1504) Hedwiglegende EE 7b.
 
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zirkelschenkel, m., vgl. zirkelfusz, zirkelbein: zirkelschenkel leg or branch of compasses, branche du compas Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 872b. —
 
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-schere, f., neben zirkularschere (engl. circular sheares, frz. cisaille circulaire), älter (19. jh.) für kreisschere (in der blechverarbeitung) Karmarsch-Heeren techn. wb. (1892) 11, 356.
 
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zirkelschlag, m., 'kreis(bogen)schlag mit dem zirkel': die zeichnung des glases (wird) durch zwey zirkelschläge auf papier entworfen Krünitz öcon. encycl. 18 (1779) 730; Göthe II 1, 6 W.; drei zirkelschläge: ein jeder mit ungleichem radius und wechselnden zentren Dehio gesch. d. dt. kunst 2 (1921) 148. uneigentl. vom gehen im kreise: in gehöriger entfernung ... verfolgte der tolle ... pädagog in fortwährendem zirkelschlag seine überspannten ideen Thümmel reise (1803) 7, 14. übertragen: überdrusz an dem ewigen zirkelschlag (in der ausgabe 1854: zirkelgang 7, 122) eurer gesellschaften und schmäuse Thümmel reise (1805) 8, 179. —
 
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-schlüssel, m., 'gerät zum lockern und feststellen von zirkelschrauben', s. Mothes baulex. (1882) 4, 517b.

 

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