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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zirkellied bis zirkelmotte (Bd. 31, Sp. 1605 bis 1606)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -lied, n., 'kanon' (vgl. zirkelgesang): weil doch immer eine stimme der andern bey den circkelliedern nachfolget Mattheson vollk. capellm. (1739) 395.
 
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zirkellinie, f., 'kreislinie; insbesondere die geometrisch genaue, mit dem zirkel gezogene kreislinie', vgl. zirkelfläche: sonderlich sind dreyerley linien ... zum ersten ist eyn gerade lini, zum andern die cirkellini, darnach ist noch eyn krume lini A. Dürer underweysung d. messung (1525) A 2a; die gebognen schlangen, schnecken und zirckel lini, werden uns ... zu vil dingen nutz sein Newdörffer schreibkunst (1601) F 1b; die zirkellinie ist die gröszte abweichung von der geraden J. Möser s. w. (1842) 2, 270. in der abweichenden, ganz für sich stehenden bedeutung 'gerade am kreis' bei Kepler: gebrauch solcher gerader circkellinien, s. Götze anf. e. mathem. fachspr. 229. in freierer verwendung: ich zog, nachdenkend, die hände auf den rücken gelegt, ein paarmal meine zirkellinie um ihn (den tisch) Thümmel reise (1791) 5, 322; und ihr (der villa Negro) zu füszen das gewirr der gassenschluchten, in zirkellinien um sie her, dies spinnennetz, dem er soeben entronnen war R. Dehmel ges. w. (1906) 7, 82.

[Bd. 31, Sp. 1606]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zirkelmasz, f., (n.), zirkelmesz, n., mhd. zirkelmâz(e), f., 'zirkelmasz, kreis'; frühnhd.: rechter und zusamenhaltender mittel aller zirkelmasse (gott) ackermann a. Böhmen 47 Hübner; kromme holzer zu machen noch zirkelmose (1408) Marienburger tresslerb. 497 Joachim; und ist doch undenwendig des schloszsteines allein die zirckelmasz nit gantz gehalten H. Rodler kunst d. messens (1531) D 1b; sprechen dye meszmeister, das eyn ieglich ding das do gantz rund vnd sinwel sy als ein zirckelmesz oder kreysz, das hab in im beschlossen ein gantz volkummenheit, ... wenn ein zirckelmesz het kein end, wenn es ist gantz küglecht Keisersberg bilgerschafft (1512) 60b; zirkelmasz einer mystischen hütte unsterblicher steinmetzgesellen, zelt gottes unter den menschen El. Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 270. —
 
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-mäszig, adj., in geometrischer verwendung 'der kreisform entsprechend, gemäsz': was die meszkünstler heissen circkelmässig, das nennen die werckleute in die rundung oder gewölbet Des Argues zeichn. z. steinhauen (1699) 24. in der musik 'gemäsz dem notenzirkel': eine circkelmäszige wiederholung der vorigen hauptaccorde Mattheson kl. generalbaszschule (1735) 149. in allgemeinem gebrauch 'kreislaufartig': dasz wir aber mit einem gewissen neuen und bessern verstande zu dieser alten verfassung zurückkehren, glaube ich selbst, denn sonst müszte man bei diesem zirkelmäszigen leben in verzweiflung fallen Tieck schr. (1828) 7, 276. —
 
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-mauer, f., 'kreisförmige mauer, ringmauer': fon der halben zirckelmauer werde zu beyden seyttenn hindersich gefarn mitt ... dicken mauern A. Dürer befest. d. stett (1527) C 4a; (das Kolosseum) zeigt seine hohe zirkelmauer El. v. d. Recke tageb. e. reise (1815) 2, 223. —
 
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-meister, m.: circitor circkelmeister, wachmeister Mylius nomencl. (1572) J 2b. —
 
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-melodie, f., 'kanon' (vgl. zirkelgesang): gebundene fugen ... und das sind die canones, kreis- und circulmelodien, fughe legate Mattheson vollk. capellm. (1739) 366. —
 
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-messer, n., 'kreismeszgerät': und ob ich gleich nicht ihre (d. astronomen) kunst studiret und gelernt habe, und nicht mit ihrem zirkelmesser umzugehen weisz, deszhalb habe ich kein bekümmernisz J. Böhme s. w. 2, 255 Schiebler.
 
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-mikroskop, n., 'an einer zirkelartigen vorrichtung befestigtes (botanisier-) mikroskop' Jacobsson technol. wb. 8 (1795) 272a. —
 
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-mitte, f., kreismitte'; vgl. in ihres circkels mit Rollenhagen froschmeuseler (1595) Ee 7a:

in der getheilten zirkel-mitten (des parkrondells)
eröffnet sich, den starren blicken,
ein herrlich perspektiv
Brockes ird. vergnügen (1721) 8, 96.


 
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-motte, f., sphinx filipendulae L., ein abendfalter: Campe 5 (1811) 874b; auch filipendelschwärmer genannt Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 18.

 

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