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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zirkelform bis zirkelgleich (Bd. 31, Sp. 1603 bis 1604)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zirkelform, f., 'kreisform': so ist die runde zirckulform oder modell fertig Cario neue hall- u. thonkunst (1684) 79; die kuppel hat innen und aussen die reinste und schönste schier halbe zirkelform Heinse s. w. 7, 203 Sch.
 
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zirkelförmig, adj., 'kreisförmig' in linearer oder flächenhafter auffassung; pleonastisch: der geist nahm einen zauberstock, machte dreymal einen cirkelförmigen kreisz Löwen schr. (1765) 3, 77. bei konkretem grundwort: ein grosses siegeszeichen ... stand an einem hellen, glatten, tiefen und zirkelförmigen see Ebert Leonidas (1778) 52; zwey schwarzbraune äugelchen ... unter den zirkelförmigen augbräunchen Bräker s. schr. (1789) 2, 205; die ... zirkelförmigen canäle (im ohr) stehen in verschiedenen richtungen auf einander Oken naturgesch. (1839) 4, 89; eine von der spina anterior inferior des hüftbeins entspringende und dahin wieder zurückgehende zirkelförmige binde Sömmerring menschl. körper (1839) 2, 277. mit abstraktem grundwort: eine zirkelförmige bewegung ... wie wir an den planeten sehen Lichtenberg verm. schr. (1800) 1, 153; es findet demnach bey dem menschen ... ein ununterbrochenes zirkelförmiges fortschreiten statt von leidenschaften zu grundsätzen, von grundsätzen zu leidenschaften Delbrück sinnverw. wörter (1796) 161. —
 
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-führung, f., 'führung im kreise', beim anlegen einer wundbinde: über diese knoten werden ferner viele zirckelführungen gemachet, um vermittelst derselben so wohl die bandage fein feste als auch zierlich zu appliciren Noel Chomel öcon. u. phys. lex. (1750) 8, 1321.
 
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zirkelfusz, m., 'spitze des zirkelschenkels' (s. d.); fusz bezogen auf die zirkelspitze bereits bei Dürer (1525), vgl. teil 4, 1, 1, sp. 1005: hernach so thu mit dem zirckel fusz den 5. schritt hinauff gegen dem B Fronsperger kriegsb. 2 (1573) V 3a. lexikalisch Orsäus nomencl. method. (1623) 154; Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1469a (irrtüml. als neutrum) 'pes circini, piede di compasso'; solchergestalt wird der eine zirckelfusz auf die querlinie des maaszstabes ... gesetzt Breslauer slg. v. natur- u. medic. gesch. (1718) 3, 605; er spannte daher den daumen und den ohrfinger aus und setzte sie wie zirkelfüsse an sein eignes gesicht, um es auszumessen Jean Paul w. 7/10, 369 Hempel.
 
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zirkelgang, m. 1) 'das herumgehen im kreise':

zu zeiten in aim zirckelgang
hört man sie (die waldfrauen) singen ihr gesang
Hans Sachs 17, 493 lit. ver.;

diesen zirckelgang und das wieder zu sich selber kommen dieser nur einzigen natur, haben die alten also ausgeleget, als wann zwo verwandlungen vorgiengen Knorr v. Rosenroth pseudodoxia (1680) 121;

das licht
der sonne und die strahlenlose nacht
läszt sie in gleichem zirkelgange wechseln
Schiller 6, 144 G.;

[Bd. 31, Sp. 1604]


Fontane ges. w. (1905) I 2, 439. 2) konkret; 'im kreise verlaufender weg': alle vier flächen der zirkelgänge (der öfen) sollten frey seyn allg. dt. bibl. (1765) 112, 137; so kamen sie bis an das wassertor und bogen in denselben zirkelgang ein, auf dem sie gekommen waren Fontane ges. w. (1905) I 2, 389. —
 
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-gängig, adj.: welche (bewegung) wieder in sich selbst gehet, das ist circkelgängig Knorr v. Rosenroth pseudodoxia (1680) 224. —
 
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-gasse, f., 'kreisförmig in sich selbst zurücklaufende gasse': auch mag man solche heuser dargegen vber stellen, die ein zirckel gassen machen A. Dürer vnderr. z. befest. d. stett (1527) E 3a. —
 
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-geld, n., städtische abgabe, verwendet für die unterhaltung des zirklerdienstes (vgl. zirkler sp. 1616: is were czirkelgeld ader geschosz, das sal der hauptman vorsurgen urk.-buch d. st. Freiberg i. S. 3, 404.
 
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zirkelgesang, m., 'kanon' (vgl. zirkellied, zirkelmelodie, zirkelkanon): die sogenannten canones heiszen wir billig circkelgesänge oder kreismelodien, weil sie gleichsam in die runde gesungen oder gespielet werden. mit ihrem kunstworte werden sie fugae perpetuae ... betitelt Mattheson vollk. capellmeister (1739) 393; 332; ein zirkelgesang ... wird in der gestalt eines zirkels geschrieben Scheibe crit. musicus (1745) 97. —
 
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-gesims, n., gesims in der form eines kreisbogens, im gegensatz zum dreieckgesims: hierauf sucht man zu den drey punkten ... ein centrum, woraus das ganze zirkelgesims des frontons gezogen werden kann Krünitz öcon. encycl. 18 (1779) 404. —
 
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-gleich, adj., 'mit der kreisform sich deckend': je grösser aber der kleinere diameter ist, je stumpffer und zirckulgleicher wird auch das oval Cario neue hall- u. thonkunst (1684) 75; von der zirkelgleichen bewegung abweichen Kant w. 8, 271 Hart.

 

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