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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zirkelbinde bis zirkelfehler (Bd. 31, Sp. 1601 bis 1602)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -binde, f., 'in kreiswindungen an das kranke glied zu legende binde', 'fascia circularis' mediz. lex. (1756) 447, doch bereits älter, vgl. Francisci eröffn. lusthaus (1676) 695 in uneig. sinne; der gebrauch von zirkelbinden Ackermann krankh. d. künstler u. handwerker (1783) 2, 266.
 
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zirkelbogen, m.
1) in geometrischer und technischer verwendung.
a) 'teil der kreislinie, kreisbogen': dann so reisz ein circkelbogen underhalb der lini B, so grosz du wilt Rivius Vitruv (1575) 214; alle zirckel und circkelbogen in gleiche oder ungleiche theil zu theilen Curtius practica d. landmessers (1616) 106; Eulers abhandlung von der reduction krummer linien auf zirkelbogen anmuth. gelehrsamk. 3, 121 Gottsched; zirkelbogen in der baukunst rundbogen im eigentlichen sinne Bucher kunstgewerbe (1884) 450a.
b) die krümmungslinie des kreises als ganzes; so in der verbindung halber zirkelbogen, wo jedoch auch ungenauigkeit des ausdrucks, nämlich unkorrekte attributive fügung für bogen eines halben zirkels, halbkreisbogen vorliegen mag: mit dem andern fusz mach in der grösz nach gefallen halbe zirckelbögen Albertus perspectiva (1623) 3; streifen, die als halbe zirkelbogen über die breite des gewölbes gezogen sind Sulzer theorie d. schönen künste (1771) 478b; mit anderer maszangabe: insbesondre wird der 360. theil eines zirkelbogens ein grad genannt Voigt hdwb. f. d. geschäftsführung (1807) 1, 352.

[Bd. 31, Sp. 1602]



2) als formbezeichnung in freier verwendung:

so lang der erdball sich im zirkelbogen krümmet,
so lange wirds (das land) geschützt anmuth. gelehrsamk. 7, 189 Gottsched;

übertragen: Schubart leben 2 (1793) 8. —
 
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-bogig, -bogicht, adj., 'kreisbogenförmig': ein circkelbogiges stück landes Curtius practica d. landmessers (1616) 272;

wem gott zurück und zirkelbogicht wölbte
die faltenlose, flachgespannte stirn, ...
er wird beym thau der mondnacht
in meeren himmelreicher liebe schwimmen
Lavater poesieen (1781) 2, 58.


 
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-brett, n., 'an den blasebälgen der hintertheil des oberkastens' Richter berg- u. hüttenlex. 2 (1805) 677. —
 
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-brief, m., 'rundschreiben' (vgl. zirkelschreiben, zirkelkorrespondenz): (der heiligen väter) encyclicae und nutheticae (sind) auch ausser ihrer diaecesi auszgeflogene circkel-brieff in der antiquität bekant Dannhawer catech.-milch (1657) 7, )( 4b; auch Lavater ... seufzte und empfindelte dagegen (gegen den rationalismus): weit wirkend durch fantasieen für den vornehmen modegeschmack, mehr noch durch heimliche zirkelbriefe Voss wie ward Fr. Stolberg ein unfreier (1819) 9. —
 
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-bruderschaft, f., 'geistliche brüderschaft in Lübeck, die verschiedene edle zwecke vereinigte ..., die mitglieder führten einen zirkel im wapen' Schütze Holstein 4, 383 nach einer quelle von 1713; Frisch 1, 170b (aus Besold). —
 
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-buch, n.: als aber ich ... (die bücher der jungen mädchen) ein wenig auffthate, ... so waren es der Amadisz, ... Eulenspiegel, ... Melusina, ... hebammenbuch, traumbuch, zirckelbuch, lossbüchlein, rätzelbuch Moscherosch gesichte 1 (1650) 139. —
 
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-diameter, m., 'kreisdurchmesser': der durchschnitt oder zirckel-diameter Francisci eröffn. lusthaus (1676) 842
 
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zirkelein, n., selten gebrauchte verkleinerungsform zu zirkel in beiden grundbedeutungen 'kleiner kreis; kleiner zirkel'; -chen-ableitung daneben nicht bezeugt:

steckten sich in ein circkelein
beschwuren die geister in gemein (um 1605)
S. Israel Pyramus-Thisbe-spiel 115 Sch.;

auch: orbiculus das circkele Maaler teutsch spr. (1561) 84d; ein kleines circkerle (kleiner wasserring) Abr. a S. Clara Judas (1686) 1, 370; zirckelein, zirklein ... cerchietto, compassetto Kramer teutsch-it. 2 (1702) 1469a. —
 
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-eisen, n.: auf die ecken der (hochofen-)pfeiler legt man ... einen guszeisernen ring (zirkeleisen) Muspratt chemie (1889) 2, 1280. —
 
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-fehler, m., circulus vitiosus: (das handwerk liegt darnieder, denn) in unsern landstädten ... arbeitet der meister auf bestellung; und man scheuet sich zu bestellen, weil man oft etwas schlechtes theuer bezahlen oder grobe worte hören musz. man lasse sich aber durch diesen zirkelfehler nicht blenden, schränke die krämer ein, und befördere tüchtige handwerker in genugsamer menge Möser s. w. (1842) 1, 109. —

 

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